Seligenstadt beteiligt sich am Projekt „Emissionsarme Wirtschaftsverkehre“

Lieferverkehr belastet Seligenstädter Straßen

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Lieferanten und Handwerker dominieren das Bild in der Altstadt. Vier der sechs parkenden Wagen gehören diesen Gruppen an. 

Handwerker, Servicetechniker, Lieferwagen, Paketzusteller verschiedener Firmen - sie alle sind tagtäglich in den Städten unterwegs.

Seligenstadt – Mehr als ein Drittel des innerstädtischen Verkehrs machen sie aus und sorgen für Staus, weil sie oft in zweiter Reihe parken (müssen), belasten die Umwelt durch laufende Motoren und einiges mehr. Die Stadt Seligenstadt nimmt am Projekt „Emissionsarme Wirtschaftsverkehre FrankfurtRheinMain“ teil, bei dem Studenten sich bereits im vergangenen Herbst den Betrieb an fünf Tagen und an verschiedenen Stellen (unter anderem Altstadt und Kappellenplatz) in der Einhardstadt angeschaut haben.

Beteiligt am Projekt sind die Frankfurt University of Applied Sciences, das „House of Logistics and Mobilitiy“ (HOLM) sowie die Initiative „Perform - Zukunftsregion Frankfurt RheinMain“, an der sich auch die Industrie- und Handelskammern von Offenbach, Frankfurt und Darmstadt beteiligen.

Dana Stolte, Ingenieurwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität, hat das Seligenstädter Projekt kürzlich übernommen und kündigt für den Spätsommer die Veröffentlichung der Ergebnisse an. Berücksichtig worden sei nicht nur die Herkunft der einzelnen Fahrzeuge, sondern auch ihre Größe. Vom Pkw über Transporter aller Größenordnungen bis hin zum Lastwagen sei alles registriert worden. Auch Haltezeiten - von wenigen Minuten der Paketzusteller bis eine Stunde und mehr für Handwerker - werden in der Erhebung auftauchen.

Mit Hilfe der Untersuchungen soll der Verkehr und damit auch die Belastung reduziert werden. In der in einigen Wochen erscheinenden Ausarbeitung werden daher Empfehlungen an die Stadtverwaltung und Firmen ausgesprochen. Wie die konkret für Seligenstadt aussehen, konnte Dana Stolte noch nicht sagen, die Auswertung sei noch im Gange. Sie verwies auf andere Erhebungen - etwa für Wiesbaden - die Empfehlungen könnten ähnlich ausfallen. So könne die Einrichtung von Lieferzonen für eine gewisse Entspannung sorgen.

Allerdings stoßen die Wissenschaftler auch an Grenzen. So stellten sie fest, dass die Gruppe der Lieferanten, Handwerker, etc. „sehr heterogen“ sei. Einheitliche Lösungen zu finden und Prozesse für Verbesserungen zu entwickeln, sei daher sehr schwer, weil jeder seine eigenen Interessen verfolge. Inwieweit das nun auch für Seligenstadt gilt, wird die Auswertung zeigen.

Von Oliver Signus

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