Festwochenende mit Umzug und Feuerwerk 

Seligenstadt feiert mit großem Spektakel

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Das Team der Flammbilderbauer um Uwe Edler beim Aufladen der Objekte. Damit ist die Arbeit noch nicht getan. In Ufernähe müssen die Flammbilder kippsicher auf schwimmendem Untergrund montiert werden. 

Seligenstadt feiert. Es wird ein Feuerwerk geben, das zum Abschluss des Spektakels „Main in Flammen“ gezündet wird. 

Seligenstadt – Bevor es so weit ist, steht Seligenstadt aber erst mal ein großes Festwochenende zum Finale des alle vier Jahre stattfindenden Geleits ins Haus.

Am Samstag und Sonntag können die Besucher in urigen Höfen, an lauschigen Plätzen und in den Gassen rund um den Marktplatz feiern. Die bewirtschaftenden Vereine und Gruppen haben sich einiges einfallen lassen. Theater, Livemusik und gutes Essen gehören zum Angebot.

Seligenstadt: „Unsere Stadt feiert“

Auf dem Marktplatz spielen am Samstag gleich zwei Bands: „Fikus“ und „Badstreet Noise“. Los geht’s nach dem Theaterspiel zur „Aussendung des Geleits“ um 18 Uhr, das einen guten Einstieg in die Geleitsgeschichte bietet. Am Palatium spielen „Tailormade“ Rock-Klassiker aus den Sechziger- und Siebzigerjahren. Das kulinarische Angebot in den Straßen und auf den Plätzen lässt kaum Wünsche offen, reicht von Folienkartoffeln, Steaks und Spareribs über gebackenen Fisch und Frikadellen bis zu Geleitspizza und Flammkuchen. Am Sonntagmorgen spielt die Stadtkapelle Aub zum Frühschoppen, bevor es dann zur Aufstellung der Zünfte und Bürger in die Aschaffenburger Straße geht. Das Fest beginnt am Samstag um 14 Uhr, am Sonntag um 10 Uhr.

Seligenstädter Geleit: Geleitszug und Löffeltrunk

Mit dem festlichen Geleitszug und dem historischen Löffeltrunk auf dem Marktplatz steht der Höhepunkt des Seligenstädter Geleits an. Am Sonntag um 13.30 Uhr starten die Bürger und Zünfte der Stadt im ersten Teil des Zuges von der Steinheimer Straße über Marktplatz und Aschaffenburger Straße zum ehemaligen Obertor (evangelische Kirche), um das Geleit abzuholen. Anschließend kehren sie im zweiten Teil des Zuges um 14 Uhr mit Geleit und Kaufmannschaft, vielen Kutschen und Packwagen auf gleichem Weg zurück. Deshalb können die Zuschauer an manchen Straßen den Umzug zweimal sehen.

Großen Wert legt der Heimatbund auf die Originalität der Kostüme und Wagen, um den Tross der Kaufleute zur Frankfurter Messe um die Mitte des 18. Jahrhunderts nachzustellen. Der Zug besteht nur aus Fußgruppen, Pferdekutschen und -gespanne und kommt ohne motorisierte Fahrzeuge aus.

Der weitere Verlauf im zweiten Teil des Geleitszuges nach Marktplatz und Steinheimer Straße: Jahnstraße, Grabenstraße, Einhardstraße und Bahnhofstraße. An der „Stumpfaule“ verlassen die Wagen und Pferde den Korso in Richtung Mauergasse. Die Zünfte, Bürger und Kaufleute zu Fuß gehen weiter bis zur Bühne auf dem Marktplatz. Dort treffen sich Zuschauer, Zugteilnehmer und natürlich die Löffelkandidaten zur Hänselung und zum historischen Löffeltrunk.

Wie schon beim Sternmarsch im Juni festlich proklamiert, sind die Kandidaten für den diesjährigen Löffeltrunk (am Sonntag gegen 16 Uhr) Nicole Jusserand aus der französischen Partnerstadt Triel, Landrat Oliver Quilling und der Initiator des Kaufmannszuges, der Seligenstädter Stephan Sprey.

Der Brauch des Löffeltrunks entwickelte sich in den Jahrhunderten der Geleitszüge unter durchreisenden Kaufleuten in Seligenstadt, der letzten Raststation vor der Frankfurter Messe. Die Jungkaufleute aus Nürnberg und Augsburg, die zum ersten Mal dem Tross der Reisenden angehörten, mussten einen großen, einen Liter Wein fassenden Holzlöffel in einem Zug leeren, um in die Kompanie der Kaufleute aufgenommen zu werden (dazu Text unten). Beim Geleitsfest pflegt der Heimatbund diese Zeremonie bis heute. Drei ausgewählte Persönlichkeiten werden mit Hänselung, Löffeltrunk und Ritterschlag in die hochwohllöbliche Ordensbruderschaft vom Steyffen Löffel zu Seligenstadt aufgenommen.

Als Wegezoll für das insgesamt fast vierstündige Spektakel werden fünf Euro erhoben. Kinder unter 14 Jahren haben freien Zugang.

Main in Flammen in Seligenstadt

Krönender Abschluss des Geleits ist die Veranstaltung „Main in Flammen“ am Montag ab 18.30 Uhr am Flussufer. Zu Beginn heizen die Rodgau Monotones den Zuschauern ein. Begleitet wird die Show auf der Bühne von sportlichen Ereignissen zu Wasser und in der Luft, unter anderem mit einer Wasserskishow.

Darauf folgt der namensgebende Teil der Veranstaltung mit einem Korso flammender Bilder von Kaufmannszugmotiven, die in wochenlanger Arbeit aufgebaut wurden. Wie gewohnt und entgegen der Gerüchte wird auch dieses Jahr ein eindrucksvolles Feuerwerk stattfinden.

Zum Ende tragen etwa 140 Musiker der Stadtkapelle Seligenstadt, des TGS-Musikcorps und des Musikvereins Klein-Welzheim auf der Kirchenplatte vor der Basilika bei Fackelbeleuchtung den Großen Zapfenstreich vor.

Der Eintritt kostet für diesen Abend ebenfalls fünf Euro (bis 14 Jahre frei).

Infos unter heimatbund- seligenstadt.de

kd

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