Millionenfund zwischen Bananen

Rewe-Mitarbeiter halten plötzlich Kokain-Päckchen in der Hand

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Bild zum Drogenfund in der Region.

An insgesamt fünf Rewe-Supermärkten in der Region findet die Polizei Kokain im Wert von rund drei Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt führt nun ein Ermittlungsverfahren wegen Einfuhrschmuggels von Kokain aus Lateinamerika.

Seligenstadt/Offenbach – Überraschung am frühen Morgen: Beim Bestücken der Auslage mit Bananen hatten Mitarbeiter des Rewe-Supermarktes im Seligenstädter Ortsteil Klein-Welzheim auf einmal Päckchen voller Kokain in der Hand. In weiteren vier Filialen der Kette, die sich alle im Umkreis von etwa 30 Kilometer um Offenbach befinden, tauchte die Droge ebenfalls in den Obstkartons auf. Die alarmierte Polizei stellte insgesamt 87 Kilo im Marktwert von rund drei Millionen Euro sicher, wie viel es allein in Klein-Welzheim waren, konnte ein Sprecher des Hessischen Landeskriminalamtes (HLKA) nicht sagen.

Kokain-Fund: LKA-Sprecher begründet Schweigen

Der Vorfall ereignete sich bereits vor knapp einer Woche. Aus ermittlungstaktischen Gründen hatte das HLKA aber erst gestern über den Fund informiert. „Wir hatten gehofft, dass der Besitzer versuchen wird, irgendwie an die Lieferung zu kommen“, begründete der Sprecher das lange Schweigen. Allerdings warteten die Fahnder vergebens. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt führt nun ein Ermittlungsverfahren wegen Einfuhrschmuggels von Kokain aus Lateinamerika. Nach den bisherigen Erkenntnissen sei davon auszugehen, dass das Rauschgift durch einen Irrtum nicht den vom Täter gewünschten Empfänger erreicht hat. Die getarnte Drogenlieferung gelangte höchstwahrscheinlich über den Seeweg von Lateinamerika nach Hamburg. Von dort werden die Bananen in die bundesweit existierenden Reifehallen gefahren.

Drogen in Bananenkisten: Nicht der erste Fall

Die Ermittlungen der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) Hessen dauern zurzeit noch an. Erst im Februar wurden in Oberbayern ebenfalls Rauschgift in Bananenkartons sichergestellt. Damals handelte es sich nach Angaben des HLKA- Sprechers um eine Menge im Tonnenbereich. Schon Mitte des vergangenen Jahres hatten Fahnder von Polizei und Zoll ebenfalls in Bayern 950 Kilogramm Kokain, auch in Bananenkisten versteckt, sichergestellt.

Von Oliver Signus

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