Dr. Vogt hofft auf Unterstützung zur Behandlung junger Patienten in Indien

Tuberkulose, Krebs, Herzfehler und Unfall

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Der achtjährige Rajib Mallick hat nach einem Verkehrsunfall eine offene Fraktur am linken Bein.

In den ersten Wochen des Jahres ist das Wetter in Indien sehr angenehm. Ansonsten ist es entweder sehr heiß oder in der Regenzeit sehr ungemütlich. Mit diesen Eindrücken eröffnet Dr. Tobias Vogt seinen jüngsten „Bittbrief“ an den Seligenstädter Verein Pro Interplast. Der Mediziner, der im Raum Kalkutta für die „German Doctors“ arbeitet, bittet um finanzielle Unterstützung für eine Reihe von Patienten.

Seligenstadt – Der achtjährige Rajib Mallick hat nach einem Verkehrsunfall eine offene Fraktur des linken Schien- und Wadenbeins. Nur mit Gipsverband kann der Bruch nicht gut heilen, eine Operation ist nötig. Seine Mutter Rani Mallick (27) ist bei demselben Unfall verletzt worden. Sie hat eine Fraktur des linken Schienbeins, und ihr linkes Wadenbein ist gleich an zwei Stellen gebrochen. Beide können zusammen im Krankenhaus aufgenommen und zeitnah nacheinander operiert werden.

Ruxana Khatoon (28) leidet trotz ihres jungen Alters an einer rheumatischen Gelenkerkrankung. Bis man mit einem Rheumaleiden in Kalkutta einen Arzt findet, der die richtige Diagnose stellt und eine bezahlbare Therapie zur Verfügung stellt, können Jahre vergehen. „Schwer rheumakranke Menschen können auch kein Einkommen erarbeiten, und so addieren sich finanzielle Belastungen“, stellt Dr. Vogt fest. Die Patientin ist Vogt und seinen Kollegen schon länger bekannt. „Solange wir sie kennen, wird sie von ihrem Mann in die Sprechstunde herein- und auch wieder herausgetragen.“ Grund dafür ist, dass sie ihre Beine nicht ausstrecken kann; diese sind im 90-Grad-Winkel in den Kniegelenken fixiert, weil sich Sehnen und Muskeln verkürzt haben. Ein plastischer Chirurg soll die Kontrakturen lösen, damit die junge Frau auf lange Sicht wieder laufen kann.

Roshni Khatoon leidet an einem Herzfehler.

Der vierjährige Afsar Ali hat ein Lymphknotenpaket am Hals, das vermutlich durch Tuberkulose verursacht wurde. Da es sich um eine große Ansammlung entzündeter Lymphknoten handelt, ist eine Operation mit anschließender medikamentöser Behandlung für ihn die beste Option, um wieder gesund zu werden. Mehajabin Khatoon (20) ist eine sehr kranke junge Frau mit einer offenen Lungentuberkulose und zusätzlich einer Tuberkulose der oberen Brustwirbelsäule. Sie ist querschnittgelähmt und bettlägerig. Eine Operation soll ihr Rückenmark vom Druck der Knochensplitter und Eiteransammlung innerhalb der Brustwirbelsäule befreien.

Misba Molla (18) leidet unter einer seltenen Krebserkrankung (ein Chondroblastom) ihres linken Kniegelenks, genauer gesagt des Wadenbeins. Da es lange gedauert hat bis zur Diagnose, ist der Tumor schon etwa zehn Zentimeter groß. Ein guter Krebschirurg traut sich zu, die Geschwulst zu entfernen. Dr. Vogt hofft, dass eine Amputation vermeidbar ist.

Roshni Khatoon ist das siebte und jüngste Kind einer sozial sehr schwachen Familie, deren Mutter überfordert ist und deren Vater an Bahnhöfen und in Zügen betteln geht. Pro Interplast hatte 2017 eine Ballonkatheter-Intervention zur Behandlung des angeborenen Herzfehlers des Mädchens finanziert. Zwei Jahre später brachte die Familie das Kind in einer unmittelbar lebensgefährlichen Situation erneut zu den Ärzten. Das Mädchen war kurzatmig, wieder musste mit einem Ballonkatheter die Aorta geweitet werden. Die Kleine ist nun außer Lebensgefahr. (kd)

Spendenkonto

IBAN: DE24 5069 2100 0000 2802 08

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