Mehr Fahrzeuge ab Montag

Zwischenfazit beim "Hopper" Seligenstadt - vor allem Männer nutzen ihn

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Sind voll des Lobes für den Hopper (von links): Andreas Maatz, Claudia Jäger, Professor Knut Ringat, Mainhausens Erster Beigeordneter Torsten Reuter, Hainburgs Bürgermeister Alexander Böhn, Michael Gerheim, Dr. Tom Kirschbaum (Geschäftsführer des App-Entwicklers „door2door“ aus Berlin) und Hainburgs Erster Beigeordneter Christian Spahn.

Der Hopper ist eine neue Ergänzung im ÖPNV rund um Seligenstadt und Hanau. Nach wurde ein Zwischenfazit gezogen - mit überraschendem Ergebnis.

Seligenstadt – Ob es daran liegt, „dass wir die Kreditkarte haben“, wie Andreas Maatz, Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (kvgOF), gestern im Riesen bei einer Pressekonferenz zum Abschluss der Testphase des neuen Angebots mutmaßte, ließ sich nicht adhoc beantworten. 

Dennoch: Aus einer der vielen Statistiken, die Maatz präsentierte, geht hervor, dass die Anzahl der weiblichen Fahrgäste derzeit nur rund 38 Prozent beträgt. Und Maatz wartete mit weiteren Zahlen auf: Seit dem Start am 24. Juni mit zunächst vier Autos (zuletzt waren fünf im Einsatz, ab Montag, 19. August, sind es sechs) nutzten bis zum 31. Juli 3 327 Fahrgäste (2 207 Fahrten) das Angebot. Die Autos legten dabei 12 484 Kilometer zwischen Seligenstadt, Hainburg, Mainhausen und Klein-Auheim zurück. Am meisten nachgefragt werden die Hopper derzeit samstags. Weil die Testphase aber in den Sommerferien lief, müsse man nun sehen, wie sich das Angebot weiter entwickle, vor allem, wenn es draußen zu kalt zum Radfahren werde. „Es kann sein, dass ich meinen Aufsichtsrat auch nach zwei weiteren Fahrzeugen fragen muss“, meinte Maatz mit Blick auf die Zukunft. Mit dem offiziellen Start am kommenden Montag komme die kvgOF Kundenwünschen nach und biete im Auto eine bargeldlose Zahlung an. Auch über den Bezahldienst PayPal sollen Kunden bald die Kosten für ihre Tickets begleichen können. Auch können ab Montag die Hopper nicht mehr nur über die App, sondern auch telefonisch (06074/69669066) bestellt werden. Zuvor ist eine einmalige Registrierung bei der kvgOF nötig.

Mobilität rund um Seligenstadt und Hanau neu gedacht

Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger sprach in ihrem Grußwort von „Pionierarbeit, auf die derzeit die ganze Republik schaut“. Der Hopper sei wohl „ein Liebling der Männer“, meinte sie angesichts der hohen Nutzung. Professor Knut Ringat (Geschäftsführer Rhein-Main-Verkehrsverbund) nannte den Hopper „eine Sternstunde im RMV“. Starre Fahrpläne würden mit flexiblen ergänzt. Angesichts explodierender Fahrgastzahlen müsse man reagieren, um anderen Anbietern keine große Chance zu lassen. „Unsere Fahrgäste erwarten von uns heute ein Mobilitätsangebot von der eigenen Haustür bis zur Zieladresse.“

„Mit dem Hopper haben wir etwas Einmaliges geschaffen“, lobte Seligenstadts Erster Stadtrat Michael Gerheim das Angebot, mit dem man viel flexibler unterwegs sei. Er erwähnte dabei auch die strukturellen Veränderungen im ÖPNV wie WLAN in den Bussen, modernisierte Haltestellen und die Diskussion um die Verkürzung des Taktes der Odenwaldbahn auf 30 Minuten, was dann allerdings mit einer einspurigen Schienenführung nicht mehr zu bewältigen sei.

VON OLIVER SIGNUS

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