Einhard wird‘s gefallen

Innenminister Beuth übergibt Verleihungsurkunde

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Bei der Urkunden-Übergabe (von links): Franziska Mahr, Aloys Lenz, Peter Beuth, Daniell Bastian, Dorothea Henzler und Thomas Laube

Seit gestern haben wir’s schriftlich: Seligenstadt ist Einhardstadt! Bei einer Feierstunde überreichte Innenminister Beuth die Urkunde.

Seligenstadt – Bei einer Feier im Rathaus überreichte Hessens Innenminister Peter Beuth die amtliche Urkunde an Bürgermeister Daniell Bastian, der das sehr souverän nahm: „Im Grunde ist es nichts Neues. Aus meiner Sicht wird etwas offenbar, was schon lange präsent war. “ Geladene Gäste aus Stadtparlament, -verwaltung und -gesellschaft sparten dennoch nicht mit Beifall.

Von einem „bedeutenden Akt der kommunalen Selbstverwaltung“ sprach CDU-Minister Beuth; beantworte er doch Fragen wie: Was macht unsere Kommune aus? Womit, außer mit dem Stadtnamen, identifizieren wir uns? Die Kriterien – Alleinstellungsmerkmal, historische Besonderheit – erfülle Seligenstadt, was die Expertise des Staatsarchivs in Marburg bestätigt habe. Dessen Wissenschaftlern zufolge sei der Zusatz nach Paragraf 13 der Hessischen Gemeindeordnung „mehr als berechtigt“.

Weniger wegen der lokalen Legende, „historisch nicht verbürgt, aber zu schön, um sie nicht zu erwähnen“, so Beuth schmunzelnd. Jener Anekdote also, der zufolge Karl der Große seine Tochter Emma im damaligen Obermulinheim wiederfand, das deshalb heute Seligenstadt heiße. Besser gefalle ihm die Vorstellung, dass Einhard dort den Mut gefunden habe, vom Kaiser die Hand seiner Tochter zu erbitten.

Eingangs hatte Bürgermeister Bastian (FDP) die Inschrift auf Einhards Grab zitiert: „An diesem Ort Seligenstadt soll man das Wissen um die Vergangenheit nicht vernachlässigen.“ Dieser Satz sei den Seligenstädtern sozusagen in die Wiege gelegt, was die Existenz von Einhard-Gesellschaft und -Stiftung zeige.

Ausdrücklich hob Bastian die Verdienste seiner Vorgängerin Dagmar B. Nonn-Adams hervor. Sie habe entscheidend dazu beigetragen, dass Einhards Name nicht von einer Staubschicht bedeckt sei, etwa durch das Einhard-Symposium 2008 und die Jubiläumsfeiern zur ersten urkundlichen Erwähnung anno 815.

Nach der Schenkung durch Karls Sohn Ludwig den Frommen habe Einhard der Stadt Abtei und Basilika geschenkt und sie per Überführung der Reliquien von St. Marcellinus und Petrus erst zu dem gemacht, was sie sei, so Bastian: „Ohne ihn wäre Seligenstadt nicht Seligenstadt!“ Von dieser Bedeutung zeugten Statue im Klostergarten und Büste am Einhardhaus, Einhard- und Emmaschule, Einhard-Sporthalle und -Radweg.

Als 60. Stadt in Hessen erhielt Seligenstadt offiziell eine solche Urkunde des Ministeriums. Beuth dankte Ex-Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) und dem früheren Landtagsabgeordneten Aloys Lenz (CDU), Vorsitzende von Einhard-Gesellschaft beziehungsweise -Stiftung, die daran beteiligt seien, dass der Name bald auf Ortsschildern und Briefköpfen prange.

Zum Kreis der Ideengeber zählt auch Heimatforscher Thomas Laube, der sich ebenfalls zum Erinnerungsfoto stellte. So wie die stellvertretende Leiterin des städtischen Hauptamts, Franziska Mahr, die nach dem einmütigen Beschluss der Stadtverordneten den erforderlichen Papierkram bewältigte.

Das Schlusswort gebührte Sven Garrecht, der am Flügel sein selbst getextetes und komponiertes Lied „EinhardesLeben“ vortrug: „Du bist für meine Stadt der blanke / Wahnsinn, deshalb sag ich, alter Franke: / Danke!“

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