Parlament beschließt Verordnung

Zahlreiche wilde Katzen in der Region: „Viele von ihnen sterben qualvoll“

Streunende Katzen sind eine Bedrohung für andere Tierarten. Das Seligenstädter Parlament hat daher eine Kastrationsverordnung beschlossen. (Symbolbild)
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Streunende Katzen sind eine Bedrohung für andere Tierarten. Das Seligenstädter Parlament hat daher eine Kastrationsverordnung beschlossen. (Symbolbild)

In Seligenstadt und der Region leben zahlreiche wilde Katzen – Bürger bekommen sie jedoch kaum zu Gesicht. Meist leben sie versteckt.

Seligenstadt – Weil die Situation der Katzen „nicht so auffällig ist, dass es dieser Satzung bedarf“, lehnte die Seligenstädter Stadtverordnetenversammlung noch im Dezember 2015 einen SPD-Antrag auf Einführung einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen mehrheitlich ab, nur die Grünen stimmten zu.

Seligenstadt: Situation wilder Katzen soll verbessert werden

Dieser Tage nun legte die SPD den Antrag erneut vor, diesmal freilich flankiert von den Koalitionspartnern FDP und FWS. Mit erneuter Unterstützung der Grünen stimmte das Plenum nunmehr der Verordnung zu, um „die Situation wilder Katzen zu verbessern und heimische Tiere zu schützen“. Lediglich die CDU scherte aus.

„Über 40 Städte und Gemeinden in Hessen und bundesweit ca. 800 Städte sind diesem Vorschlag bereits gefolgt, um die Tiere zu schützen und die Tierheime zu entlasten, die zeitweise an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Auch Naturschutzverbände unterstützen die Einführung einer Katzenschutzverordnung, da durch die hohe Anzahl von freilaufenden Katzen nicht unerheblich der Bestand von Singvögeln und anderen teilweise bedrohten Tierarten dezimiert wird“, hatte die Koalition in ihrer Begründung betont.

Kaum einer in Seligenstadt und der Region bekommt wilde Katzen zu Gesicht

Normalerweise, so die SPD-Fraktionschefs Marius Müller und Nicole Fuchs, bekomme kaum einer eine wilde Katze zu Gesicht, „aber es gibt auch genügend von ihnen in Seligenstadt. Sie leben auf verwilderten Grundstücken, Industriebrachen und in den Wäldern und auf den Feldern. Sie sind häufig krank, unterernährt oder verletzt. Viele von ihnen sterben qualvoll.“

Diese verwilderten Katzen pflanzten sich mehrmals im Jahr fort. So können aus einem Katzenpaar nach sieben Jahren knapp 3 900 Tiere werden. „Dass wir nicht so viele Katzen in Seligenstadt haben, liegt vor allem an dem frühen Tod der Katzen und an den Kastrations-Aktionen, die von einigen ehrenamtlichen Tierschützern durchgeführt werden.“ Deshalb sei es wichtig, den ehramtlichen Tierschützern Rechtssicherheit bei ihren Kastrationen zu geben und eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht einzuführen.

Wilde Katzen in Seligenstadt – „Die Kastration der freilaufenden Katzen verhindert nicht nur Leid“

Durch eine Delegationsverordnung der hessischen Landesregierung sei es möglich, eine Satzung zur Kastration von freilaufenden Katzen zu erlassen, sagt Nicole Fuchs. Zum Beispiel habe auch die Stadt Hanau eine solche Satzung. „Die Kastration der freilaufenden Katzen verhindert nicht nur Leid, sondern schützt auch andere Tiere. Je weniger wilde Katzen, desto weniger Singvögel und andere Tierarten werden gejagt und getötet. Es profitiert die gesamte heimische Fauna von der Verordnung“, fügt Marius Müller hinzu.

Gerade in Corona-Zeiten, in denen das Ordnungsamt besonders ausgelastet ist, sei es wichtig zu wissen, dass die Katzenschutzverordnung nicht zu mehr Arbeit im Rathaus führt. Die Kastrierung werde von ehrenamtlichen Tierschützern übernommen.

Längerfristig strebt die Seligenstädter SPD an, eine kreisweite oder landesweite Regelung zu erreichen. Dies würde die Situation in allen Städten und Gemeinden im Kreis verbessern. (mho)

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