Kita-Plätze in Seligenstadt

Stadt investiert Millionen Euro: Warum es trotzdem keine Kita-Plätze gibt

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Kita-Neubau in Froschhausen: Doch trotzdem gibt es in Seligenstadt Kitaplatz-Mangel.

Unglücklicher kann es kaum laufen. Zahlreiche Kita-Plätze in Seligenstadt können nicht besetzt werden – und das trotz hoher Investitionen.

  • Kita-Mangel in Seligenstadt
  • Millionen-Investitionen in Kita-Erweiterungen und Nebau
  • Aber die Finanzierung ist nicht das einzige Problem

Seligenstadt – Da investiert die Stadt Seligenstadt in den vergangenen Jahren enorme Summen in Neubau, Ausbau und Erweiterung ihrer Kindertagesstätten und Betreuungseinrichtungen – und dann macht ihr der akute Personalmangel auf dem Erzieherinnen-Sektor einen dicken Strich durch die Planungen.

In einem aktuellen Bericht zur Belegungssituation teilt der Geschäftsträger der katholischen Kindertagesstätten im Dekanat Seligenstadt mit, „dass aktuell in drei katholischen Kindertagesstätten Betreuungsplätze sowohl im Bereich U 3 als auch Ü 3 aufgrund von Personalmangel nicht vergeben werden können“. Dies betreffe, so Patrick Sahm weiter, in erster Linie die Einrichtungen St.-Josefshaus in Seligenstadt und St. Margareta in Froschhausen, deren bauliche Erweiterungen im Vorjahr abgeschlossen wurden.

Seligenstadt: Fast 60 Kita-Plätze wegen Personalmangel unbesetzt

Im St.-Josefshaus sind dies eine Krippengruppe mit zwölf und eine altersübergreifende Gruppe mit 18 Plätzen; bei St. Margareta ist es ebenfalls eine Krippengruppe mit zwölf sowie eine Ü 3-Gruppe mit 25 Plätzen. Hoffnung auf Besserung kann Sahm nicht machen: „Eine wesentliche kurzfristige Entspannung dieser Situation ist derzeit nicht absehbar.“ Demnach sind zwei Dutzend U 3-Plätze und fast 60 Kita-Plätze aus Personalmangel nicht besetzt.

Fast 1,1 Millionen Euro investiert die Stadt Seligenstadt in die Erweiterung der Kita Käthe Münch, der Kita-Neubau im Stadtteil Froschhausen kostet 3,3 Millionen, die St. -Josefshaus-Erweiterung in der Kernstadt 310 000 Euro, und beim Ausbau der Krippe „Burg Wirbelwind“ im Wohngebiet Niederfeld ist von Investitionskosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro die Rede.

In den städtischen Kitas (Käthe Münch und Krippe Minimäuse) sind derzeit alle verfügbaren Plätze belegt oder vergeben. Das gilt auch für die evangelischen Einrichtungen und die freien Träger. Auch in der neuen Froschhausener Kita Sonnengesang sind alle möglichen Plätze in der Krippengruppe und in einer reduzierten Ü3-Gruppe belegt. Nach der Dachsanierung, die zu Beginn dieses Jahres geplant ist, können nach Sahms Angaben auch die weiter vorgesehenen Plätze (zwölf Krippen- und 40 Ü 3-Plätze) belegt werden. Mit der Fertigstellung der Erweiterung der Burg Wirbelwind um 24 Plätze wird für Herbst gerechnet.

Seligenstadt: Kita-Mangel und kein Ende in Sicht – hoher Bedarf im U3-Sektor

Schwacher Trost: „Wenn alle Plätze, die derzeit aufgrund Personalmangels oder baulicher/sanierungsbedingter Verzögerungen nicht zur Verfügung stehen, belegt würden, wäre ein fast passendes Betreuungsangebot in Seligenstadt vorhanden“, bilanziert Sahm. Dieses umfasst immerhin 1 200 Betreuungsplätze. 

Im Etat 2020 sind die Kosten für Kindertagesstätten und Schulbetreuung mit mehr als 9,2 Millionen Euro angegeben. Dem stehen Erträge von lediglich 2,7 Millionen gegenüber, so dass die Stadt ein voraussichtliches Defizit von mehr als 6,5 Millionen Euro ausgleichen muss. Damit liegt dieser Ansatz um 900 000 Euro über dem des Vorjahrs. Bürgermeister Daniell Bastian rechnet auch für die folgenden Jahre mit einem kontinuierlichen Kostenanstieg.

Immerhin scheint sich bereits jetzt im U3-Sektor ein Ausbaubedarf abzuzeichnen, „aufgrund der ständig wachsenden Inanspruchnahme bei den Familien: Der Anteil der Familien, die eine Betreuung der Kinder unter drei Jahren wünschen, liegt auch in der Stadt Seligenstadt bereits über 50 Prozent“, so Patrick Sahm.

VON MICHAEL HOFMANN

Das Problem ist kein neues. Bereits im letzten Jahr hatten Städte und Gemeinden es schwer Personal für Kitas zu finden. In Seligenstadt gab es zwar noch keinen Kita-Mangel, aber der Magistrat sollte trotzdem in Aktion treten.

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