Streit um ehemalige Mountainbike-Piste

„Kreativ entwickelte Strecke“: CDU besichtigt Pumptrail  

CDU-Termin auf der Pumptrail-Übungsstrecke: Gespräch vor dem Plattmachen. Foto: hampe
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CDU-Termin auf der Pumptrail-Übungsstrecke: Gespräch vor dem Plattmachen. 

Eine zerstörte Mountainbike-Piste sorgt für Ärger zwischen der Stadt und den Jugendlichen. Die CDU will nun Alternativen zu dem  Pumptrail erarbeiten.  

Seligenstadt – Immer weitere Kreise zieht die Zerstörung eines sogenannten Pumptrails, den Jugendliche im Seligenstädter Wald ohne Genehmigung errichtet haben. Wie berichtet blieb die Mountainbike-Piste Stadt und Hessen-Forst nicht verborgen.

In der Konsequenz wurde die illegale Übungsstrecke komplett plattgemacht. Der Protest folgte auf dem Fuß, neben Eltern übte auch der Jugendbeirat harsche Kritik. Dieser Tage besuchte die CDU-Fraktion Seligenstadt die Örtlichkeiten, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.

„Positiv bewerten wir die Aussage von Bürgermeister Daniell Bastian, er wolle mit den betroffenen Eltern ins Gespräch kommen“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Oliver Steidl. „Besser wäre es aber gewesen, wenn man dieses Gespräch vor dem Plattmachen der kreativ entwickelten Strecke gesucht hätte“, ergänzt der Sprecher für Jugend und Sport, Matthias Eiles.

„Bürgernah hätte man sich zumindest um eine Legalisierung der Strecke oder eine Alternative bemühen können. Auch mit dem Jugendbeirat wäre ein zeitnahes Gespräch hilfreich gewesen. Schade, dass man vor vollendeten Tatsachen steht. Der Verweis des Bürgermeisters in der Offenbach-Post auf die Halfpipe für Skateboards oder den Streetballplatz hilft den Mountainbike fahrenden Kindern wenig“, so Eiles weiter.

In den nächsten Wochen will sich die Union inhaltlich und im intensiven Gespräch mit interessierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit einer Mountainbikestrecke beschäftigen, kündigt Steidl an. „Wir bauen auf das Versprechen des Bürgermeisters, sich des Themas anzunehmen. Wir werden uns ein Meinungsbild einholen und im Parlament Vorschläge unterbreiten.“

Aus der Berichterstattung unserer Zeitung ging deutlich hervor, dass einige Eltern der jugendlichen Radler entsetzt über die komplette Zerstörung der Anlage waren. „Krasser geht es kaum! Da hätte wirklich ein wenig Augenmaß und Toleranz gut getan“, so etwa der Allgemeinmediziner Axel Althen, Vater von vier Kindern.

Auch der Jugendbeirat hielt mit Kritik nicht hinter dem Berg. Das Gremium sieht sich laut Sprecher Lorenz Kleipa durch die Beseitigung des Pumptrails „nicht nur um eine Freizeitmöglichkeit, sondern auch um politische Mitwirkung bestohlen“. Immerhin sichere ihm die Hessische Gemeindeordnung dies zu.

Mit den entsetzten Eltern, so Kleipa weiter, seien die Jugendvertreter der Meinung, dass das Seligenstädter Freizeitangebot für Jugendliche gerade im Außenraum bei den Planungen viel zu wenig Beachtung finde. Bei allem Verständnis für die Initiative der Radler könne man einen illegalen Bau andererseits nicht gutheißen, räumt der Sprecher ein. 

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