Deutsche Glasfaser eröffnet Büro

Wie aus dem Landkreis Offenbach heraus ganz Hessen digital werden soll

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Beeindruckt vom Ambiente des Seligenstädter Klosters zeigte sich Digitalministerin Kristina Sinemus. Links Landtagsvize Frank Lortz, rechts Landrat Oliver Quilling. 

Die Einhardstadt mutiert vom einstigen digitalen Niemandsland zum Zentrum für Breitbandausbau.

Seligenstadt – So gab es gestern mit der Eröffnung eines Büros der Deutschen Glasfaser und der Übergabe einer Grundsatzvereinbarung über 3,5 Millionen Euro für den Breitbandausbau gleich zwei Termine, die den Landkreis Offenbach technisch vorantreiben sollen.

Zunächst eröffnete die Deutsche Glasfaser ein Büro im Industriegebiet Südlich der Dudenhöfer Straße (Im Mittelfeld 3). Geladen waren unter anderem Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus, Landtagsvizepräsident Frank Lortz, Landrat Oliver Quilling sowie Bürgermeister aus dem Kreis Offenbach und Vertreter aus der Wirtschaft.

Breitbandausbau-Zentrum in Seligenstadt: Circa 50 Mitarbeiter betreuen von hier aus ganz Hessen

Dr. Stephan Zimmermann, Geschäftsführer der Deutschen Glasfaser, eröffnet gestern den 13. Standort seines Unternehmens. 

Es ist der 13. Standort in Deutschland, der erste in Hessen, sagte Glasfaser-Geschäftsführer Dr. Stephan Zimmermann. Und es soll nicht der Letzte sein. „Wir expandieren weiter, vier Millionen Haushalte bis 2025 und ein Umsatz von einer Milliarde Euro sind das Ziel.“ Man wolle eine „zügige Digitalisierung“ Hessens. Gemeinsam mit Kommunen, der Landespolitik und „engagierten Menschen vor Ort“ sollen vor allem die ländlichen Städte und Gemeinden flächendeckend ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Am Seligenstädter Standort werden bis zu 50 Mitarbeiter das gesamte Bundesland betreuen.

Landrat Oliver Quilling räumte ein, dass der Kreis ohne das Unternehmen mit Sitz im westfälischen Borken „nicht so weit wäre. Es ist beeindruckend, wie Sie die Macht erobert haben“, richtete er seine Worte an Zimmermann. Der Landrat wies zudem darauf hin, dass der Kreis Offenbach unter 300 Landkreisen in Deutschland auf dem siebten Rang bei der Breitbandversorgung stehe.

Die parteilose Kristina Sinemus, die das erst im Januar 2019 gegründete hessische Ministerium für Digitale Strategie und Entwicklung leitet, betonte, dass die entsprechende Infrastruktur „schnellstmöglich verfügbar sein muss für die, die es dringend brauchen“. Hessen sei bei der Digitalisierung bereits Vorreiter und wolle „noch mehr Vorreiter“ sein.

Seligenstadt: 3,5 Millionen Euro für Breitbandausbau

Seligenstadts Bürgermeister Daniell Bastian hob hervor, dass viele Unternehmen auf der Suche nach Standorten oft als erstes die Frage nach der Breitbandversorgung stellen. „Wir sind froh, dass wir das anbieten können.“

An die Eröffnung schloss sich ein Termin im Winterrefektorium des früheren Klosters an, bei dem Kristina Sinemus Landrat Quilling eine Grundsatzvereinbarung (Letter of Intent) über knapp 3,5 Millionen Euro überreichte. Von dem Geld werden im Kreis 97 Unternehmen, 77 der 86 Schulen (neun sind bereits ausgestattet), 363 Haushalte sowie die Seligenstädter Emma-Klinik mit schnellem Internet versorgt. Weitere vier Millionen Euro bekommt der Kreis laut Quilling vom Bund, 870 000 Euro stehen im eigenen Etat zur Verfügung. Bei den Haushalten handele es sich um „weiße Flecken“ wie etwa abgelegene Häuser oder Höfe.

VON OLIVER SIGNUS

Auch nach dem Ausbau des Breitbandnetzes in Rodgau sind schnelle Internetleitungen nicht überall verfügbar. Nicht einmal ein Bauplatz in einem ziemlich neuen Wohngebiet bietet die Garantie auf hohe Bandbreite.

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