„Konflikte wären programmiert“

Landwirte mit schweren Vorwürfen: „So kann man mit uns nicht umgehen“

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Wollen Schachenweg als Erschließungsweg erhalten: Norbert Wolf, Gerhard Kemmerer, Kai Wolf, Norbert Zöller, Daniela Herr, Gerhard Deller, Hubert Wolf.

In Seligenstadt gibt es Ärger um die Arbeit eines Planungsbüros. Die Landwirte fühlen sich massiv benachteiligt. 

  • Landwirte in Seligenstadt sind sauer
  • Sie erheben schwere Vorwürfe gegen Planungsbüro
  • „So kann man mit uns nicht umgehen“

Seligenstadt – In der Corona-Zwangspause der Seligenstädter Stadtverordneten ertönt ein öffentlichkeitswirksames Lebenszeichen – in Form eines veritablen Paukenschlags. Im Vorfeld der Diskussion über den (brachliegenden) Magistratsantrag zum Rahmenplan „Südwestlich des Westrings“ erheben die Landwirte unter Führung von Ortslandwirt Norbert Zöller schwere Vorwürfe gegen das Planungsbüro, werfen ihm „einen schweren handwerklichen Fehler“ vor.

Landwirte in Seligenstadt sauer:  „So kann man mit uns nicht umgehen“

Das Konzept sehe derzeit vor, den Schachenweg zwischen Giselastraße und Feldkreuz nur als Fuß-/Radweg zu gestalten. „Das würde für alle landwirtschaftlichen Betriebe südlich der Dudenhöfer Straße einen Umweg mitten durchs Neubaugebiet bedeuten.“ Damit sei die Hauptzufahrt zu den Bauernhöfen gekappt, ohne mit einem einzigen Betroffenen gesprochen zu haben. „So kann man mit uns nicht umgehen, zumal uns die Koalition in einem Gespräch im August 2016 zugesagt hat, die Belange der Landwirtschaft bei der Umsetzung des Neubaugebietes soweit wie möglich zu berücksichtigen.“

Kollege Gerhard Deller erinnert sich, dass die Landwirte im Zuge der Aussiedlung von Höfen und Flurbereinigung in den 60er Jahren den Schachenweg mitbezahlt hätten. Dieser, fasst Zöller zusammen, müsse in der bestehenden Führung als Erschließungsweg erhalten bleiben.

Seligenstadt: Alle Landwirte nutzen den Schachenweg

In einem Schreiben an die Vorsitzenden der Parlamentsfraktionen verweist Zöller auf ein Gespräch, in dem er und Deller einen Vertreter der Firma Terramag darauf hingewiesen hätten, dass der Schachenweg in beiden Entwurfsvarianten „durch den großzügigen Quartiersplatz nicht mehr durchgängig befahrbar ist“. Der Planer habe vorgeschlagen, den Weg auszubauen, um auch Ziel- und Quellverkehr aus dem Neubaugebiet aufzunehmen.

Das sei im aktuellen Entwurf indes nicht berücksichtigt. Dabei nutzten alle landwirtschaftlichen Betriebe den Schachenweg zur Erschließung von Hof-, teils auch von Bewirtschaftungsflächen. „Eine Umleitung abzweigend vom Quartiersplatz durch das Wohngebiet zum Westring und wieder zur Giselastraße ist nicht sinnvoll. Konflikte wären programmiert“, sagt Zöller. Die durchgängige Nutzbarkeit des Wegs für landwirtschaftlichen Verkehr, auch Erntemaschinen und Traktoren mit zwei Anhängern, bleibe eine zentrale Forderung.

Landwirte in Seligenstadt – drei Fraktionen mit Rückmeldungen

Aus den Fraktionen haben die Landwirte drei Rückmeldungen erhalten, Grüne und Freie Wähler (FWS) reagierten bislang nicht. Die CDU, berichtet Zöller, unterstütze die Forderungen der Landwirte. Mit den Fraktionsvorsitzenden Nicole Fuchs (SPD) und Susanne Schäfer (FDP) habe er ausführliche Gespräche gegen, die als nächstes im jeweiligen Team erörtert werden sollen.

Sofern der Ziel- und Quellverkehr des Baugebiets an den Schachenweg angebunden werden solle, müsse der landwirtschaftliche Verkehr uneingeschränkt möglich bleiben, fordern die Ortslandwirte. Dazu müsse eventuell der Schachenweg ausgebaut werden. Das sei jedoch nicht ihr primäres Ziel.

Die Corona-Krise hält derweil auch Seligenstadt weiter in Atem. Geschäfte haben wieder geöffnet, Normalität herrscht jedoch noch lange nicht. Für die Kunden des Einzelhandels in Seligenstadt sind die Schutzmasken kein Problem.

Zu der Fähre in Seligenstadt gibt es Neuigkeiten. Die Corona-Pause wurde für eine Generalüberholung genutzt. Aber das ist nicht alles.

VON MICHAEL HOFMANN

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