Seligenstadt und Mainhausen

Neue Drehleitern für Feuerwehren: Entscheidend für Lebensrettung

Freuen sich über eine moderne Drehleiter (von links): Bürgermeister Daniell Bastian, die beiden Schulungsleiter Stephan Neubauer und Christian Fecher, Erster Stadtrat Michael Gerheim, Stadtbrandinspektor Alexander Zöller, Wehrführer Clemens Hirschfeld und stellvertretender Stadtbrandinspektor Thorsten Ott.
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Freuen sich über eine moderne Drehleiter (von links): Bürgermeister Daniell Bastian, die beiden Schulungsleiter Stephan Neubauer und Christian Fecher, Erster Stadtrat Michael Gerheim, Stadtbrandinspektor Alexander Zöller, Wehrführer Clemens Hirschfeld und stellvertretender Stadtbrandinspektor Thorsten Ott.

Neue Hubrettungsfahrzeuge stellten die Feuerwehren in Seligenstadt und Mainhausen dieser Tage in Dienst, nachdem die alten Fahrzeuge über Jahrzehnte in Gebrauch waren.

Ostkreis – Die Beschaffungskosten in Seligenstadt belaufen sich auf 717 000 Euro, die Mainhäuser Drehleiter kostet etwa 630 000 Euro. Nach 30 Jahren hatte die alte Drehleiter der Seligenstädter Wehr ausgedient. Das Nachfolgefahrzeug ist mit Technik auf neuem Stand ausgestattet und wird vor allem zu Menschenrettung und Brandbekämpfung eingesetzt. Die Leiter schlägt mit 717 000 Euro zu Buch, dazu kommen 28 000 Euro für notwendiges Zubehör, etwa eine Schwerlasttrage. Die Stadt Seligenstadt kann mit einem Landeszuschuss von knapp 170 000 Euro rechnen.

„Nach 31 Jahren haben wir wieder ein Hubrettungsgerät, das aufgrund seiner Ausstattung zum aktuellen und künftigen Einsatzgeschehen passt“, fasste Stadtbrandinspektor Alexander Zöller zusammen. „Eine gute Ausstattung ist unerlässlich, kann entscheidend für die Lebensrettung sein, daher wurde in den jüngsten Jahren zu Recht sehr viel in Anschaffungen investiert“, pflichtete Erster Stadtrat Michael Gerheim bei und zählte auf: Fuhrpark, Ausrüstung, Abgas-Absauganlagen, Modernisierung der Sanitär- und Umkleideräume sowie neue Heizung in der Kernstadt. Die Drehleiter hat eine Rettungshöhe von knapp 30 Metern und als Besonderheit einen Gelenkarm, der das Einsatzspektrum erweitert. Der Rettungskorb kann eine Last von 500 Kilogramm aufnehmen, also bis zu fünf Personen. Weiterhin kann darauf ein ferngesteuerter Wasserwerfer montiert werden, um Brände von oben zu löschen. Dank dieser Fernsteuerung muss sich niemand mehr in der Gefahrenzone aufhalten. Eigener Stromerzeuger, mehrere Kameras sowie eine Krankentragehalterung zählen ebenso zur Ausstattung.

Binnen sechs Wochen wurden in intensiven Ausbildungseinheiten mehr als 40 Mitarbeiter am Fahrzeug trainiert und geschult, sodass die Drehleiter bereits Mitte August in den Einsatzdienst übernommen werden konnte. Mittlerweile hat das Fahrzeug erste Einsätze mit Erfolg absolviert, darunter eine Rettung aus dem Fenster eines Wohnhauses.

Das Wirken der Feuerwehr sei vielschichtig und gehe weit über den Brandschutz hinaus, so Bürgermeister Daniell Bastian. Neben der Altstadt denkt er an stark befahrene Straßen wie A 3 und A 45, den Main mit seinem Schiffsverkehr und den Tücken eines fließenden Gewässers sowie Waldgebiete.

Bereits Anfang Juli übernahmen Führungskräfte der Mainhäuser Wehr das neue Fahrzeug im Werk der Firma Rosenbauer in Karlsruhe, jetzt stand die offizielle Übergabe durch den Ersten Beigeordneten Torsten Reuter auf dem Programm. Zehn Einsatzkräfte waren zwei Tage lang in die Bedienung eingewiesen worden, um ihr Wissen anschließend an die Kollegen weiterzugeben. Von Anfang an wurden die beeindruckenden Werte im Vergleich zum 28 Jahre alten Vorgänger deutlich. In den vergangenen zwei Monaten wurden die restlichen Mitglieder der Einsatzabteilung mit der komplexen Technik vertraut gemacht. Dabei absolvierten sie diverse Übungen an Objekten im Ort. Wegen der Corona-Pandemie war ein enormer Koordinationsaufwand für die insgesamt 500 Personenstunden erforderlich.

Der Verein Feuerwehr Zellhausen unterstützte die Neubeschaffung großzügig: Neben einem Schlauchsystem finanzierte er ein flexibel einsetzbares Gerät zur Rettung aus Höhen und Tiefen sowie einen Maschinistenlehrgang für neun Einsatzkräfte mit insgesamt 12. 500 Euro. (mho)

Symbolische Übergabe des Fahrzeugschlüssels: Beigeordneter Torsten Reuter, Gemeindebrandinspektor Joachim Unkelbach (Mitte), Vertreter beider Wehrführungen.

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