Unterwegs im Auftrag des Herrn

Vox Musica führt neues Werk von Thomas Gabriel auf

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Intensive Probenarbeit: Vox Musica mit Chorleiter Christoph Dombrowski.

 „Begeisterung und Vorfreude wachsen von Woche zu Woche“, sagt Martin Bergmann, Musikvorstand von Vox Musica. Gerade erst ist der Seligenstädter Chor von einem intensiven Probenwochenende in Bad Soden-Salmünster zurückgekehrt.

Seligenstadt –Dort hat Christoph Dombrowski, Chef am Dirigentenpult, mit etwa 60 Sängerinnen und Sängern intensiv an „Gabriel – im Auftrag des Herrn“ gearbeitet. Erstmals waren die Solisten in die Proben einbezogen. Denn Ende Dezember will Vox Musica das neue Oratorium von Thomas Gabriel in der Seligenstädter Kirche St. Marien uraufführen.

Das Stück ist ein Auftragswerk, das Gabriel – Komponist zahlreicher gefeierter geistlicher Musicals und Oratorien – eigens für Vox Musica geschrieben hat. Auch der Text nach einem biblischen Stoff stammt aus seiner Produktion. In der Eröffnungsszene erscheint Gabriel der Jungfrau Maria und verkündet ihr, dass sie Mutter Gottes werden soll. Maria kann es nicht fassen und fragt: „Warum gerade ich – findet Gott nicht Klügere, Reichere, Bedeutendere?“ Der Engel erzählt ihr daraufhin, was Gott mit den Menschen schon alles versucht habe und wie sie dennoch immer wieder in die Irre liefen. In den folgenden Szenen treten Noah, Abraham, Lot, Daniel, Johannes, Elisabeth und Gott selbst auf. Solistische Parts, die Vox Musica allesamt aus den eigenen Reihen besetzt.

Die Botschaft des Oratoriums ist keineswegs von gestern. Der langjährige Seligenstädter Regionalkantor Gabriel, heute am Hainburger Musikzentrum St. Gabriel tätig, stellt auch aktuelle gesellschaftliche Bezüge her. In der Szene „Sodom und Gomorra“ spielt er beispielsweise auf die unersättliche Gier heutiger Menschen an, greift das Bild von „Bulle und Bär“ auf, das als Symbol der Börse auch für negative Auswüchse der Finanzbranche steht. „Man muss nur die Augen öffnen“, sagt Gabriel, „die Welt ist nicht besser geworden. Die Geschichte ist im Grunde immer noch dieselbe.“

Kompositorisch zieht der Wahl-Seligenstädter wieder alle Register. Er fordert Chor und Solisten in rasend schnellen, chromatischen Tonfolgen heraus, schafft mit Chorälen und Variationen von Popmelodien den typischen Gabriel-Sound, in den die Zuhörer phasenweise mit einstimmen dürfen. Gabriel will bei den drei Aufführungen mit Vox Musica selbst in die Klaviertasten greifen. Die musikalische Gesamtleitung von Chor, Orchester und Band hat Christoph Dombrowski inne.

Eintrittskarten für die Aufführungen am Samstag, 28. Dezember, um 18 Uhr sowie am Sonntag, 29. Dezember, um 14.30 und 19 Uhr sind ab sofort bei der Tourist-Info in Seligenstadt, in den Buchhandlungen Der Buchladen und „geschichten*reich“ sowie in der Hainburger Bücherstube Klingler zu haben. Sie kosten 20 Euro für Erwachsene, 15 Euro für Schüler und Studenten, zehn Euro für Kinder bis zwölf Jahre. (mt)

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