Über allen Gipfeln ist Ruh’

Zahlreiche Fragezeichen nach Klage gegen K185-Ausbau

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Eine der neuralgischen Stellen im Zuge der Ausbauplanung für die Kreisstraße 185 zwischen der Kernstadt und dem Stadtteil Klein-Welzheim: Der Gewerbepark mit Supermarkt, Metzgerei und weiteren Betrieben sowie die Tankstelle auf der gegenüberliegenden Seite.

Seligenstadt - Nach der Intervention dreier Betriebe aus dem Gewerbepark am Ortseingang des Seligenstädter Stadtteils Klein-Welzheim ist der avisierte Beginn der Bauarbeiten auf der Kreisstraße K185 Anfang April allem Anschein nach Makulatur. Bestätigen mag das keiner.

Wie berichtet haben drei Klein-Welzheimer Gewerbebetriebe vor dem Verwaltungsgericht (VG) Darmstadt gegen die geplante achtmonatige Baumaßnahme auf der Kreisstraße K185 Klage eingereicht. Ein VG-Sprecher bestätigte gestern auf Anfrage, dass ein Verfahren anhängig sei. Eine Klageerwiderung liege noch nicht vor, sodass man mit Blick auf den für April geplanten Baubeginn zu einer aufschiebenden Wirkung noch nichts Endgültiges sagen könne. Er gehe aber davon aus, dass Hessen Mobil „keine vollendeten Tatsachen“ schaffen wolle und sich der Start der Arbeiten demzufolge verzögert.

Mit Verweis auf ein damit nun „schwebendes Verfahren“ sind weder Hessen Mobil noch der Kreis Offenbach zu einer Stellungnahme oder Bewertungen bereit. Da mag auch die mitbeteiligte Stadt Seligenstadt nicht groß ausscheren.

Natürlich stehen nun einige Fragen im Raum. Beispielsweise, wie es um den Baubeginn im April bestellt ist, „weil bis dahin der Zuwendungsbescheid durch das Land befristet ist.“ Diese Aussage stammt von Mitte Februar, als Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger zusammen mit Bürgermeister Dr. Daniell Bastian und Vertretern von Hessen Mobil das Projekt im Seligenstädter Rathaus erläuterte. „Selbstverständlich haben wir uns intensiv mit allen Einwänden und Bedenken auseinandergesetzt“, so versicherten die Kreisbeigeordnete und Bastian damals, „deshalb wurde eine Lösung abgestimmt, die so weit wie möglich allen Erfordernissen Rechnung trägt. Aber: Wo gebaut wird, da gibt’s Einschränkungen.“ Primäres Ziel sei es, die Bauphasen so kurz wie möglich zu halten.

Genau das steht nun ebenfalls in den Sternen. Wenn, wie bereits gemunkelt wird, der Baubeginn frühestens im Juni oder Juli ist, dann käme die gesamte Zeitvorgabe ins Rutschen. Bislang, so die Hoffnung der Behörden, könne die Maßnahme nach acht Monaten Bauzeit im Dezember abgeschlossen sein. Ein entsprechend späterer Baubeginn bedeutet, dass sich das Vorhaben bis ins nächste Jahr streckt - keiner weiß, wie streng der Winter wird. Daraus wiederum lässt sich unschwer schließen, dass die geplanten Gelder kaum ausreichen dürften. Bekanntlich sind etwa 2,5 Millionen Euro vorgesehen, davon 680.000 Euro seitens der Stadt.

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Und selbst wenn Mehrkosten (vom Land und von den städtischen Gremien) bewilligt würden - passt dann der geänderte Zeitplan mit dem der vorgesehenen Baufirmen zusammen? Oder provokanter formuliert: Gibt’s überhaupt noch Geld, da es sich ja um eine befristete Mittelbereitstellung handelt, um von Streichungen bedrohte Mittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz.

Der Anwalt der drei Kläger hat in seinem Schriftsatz den Verzicht auf eine Planfeststellung beanstandet und deshalb gegen Hessen Mobil Klage erhoben. Außerdem seien die Mandanten erst spät (Ende 2017) über die Baumaßnahme informiert worden und aufgrund der Verkehrsführung (Einbahnverkehr, Umleitung über Mainflingen) Umsatzeinbußen zu befürchten. Nur wenn die Bauträger „Begegnungsverkehr auf der K 185“ zulassen, sind die Kläger bereit einzulenken. Dies sei durchaus möglich, weil der für Rad- und Fußweg vorgesehene Streifen von 2,50 Meter vorübergehend als Fahrstreifen genutzt werden könne. (mho/sig)

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