„Heiliger Marcellinus hält seine Hand über uns“

Seligenstadts Partnerstadt Piedimonte Matese: Medizin aufgerüstet, Unterricht virtuell

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Seligenstadts Partnerstadt Piedimonte Matese in Italien: Medizin aufgerüstet, Unterricht virtuell. (Symbolbild)

Wie gehen die Partnerstädte mit der Corona-Krise um? Die Redaktion hat den Europäischen Freundeskreis Seligenstadt (EFS) gefragt. Nach Berichten aus der US-Stadt Brookfield und dem französischen Triel-sur-Seine endet unsere Serie mit Piedimonte Matese (Italien).

Seligenstadt – „Wöchentlich stehen wir in engem Kontakt“, berichtet Marcus Bayer vom EFS-Vorstand. „Wir nutzen alle Medien mit Video-Verbindung: Whatsapp, Skype, Zoom, Webex, Teams. Da sind Gespräche mit mehreren gleichzeitig möglich, wir können uns in die Augen schauen.“

Bayer wurde berichtet, dass viele Italiener zurzeit Ressentiments gegen Deutschland hegten. „Sie fühlen sich im Stich gelassen nach unserer Absage an Euro-Bonds.“

Die Lehrerin Dr. Lorella dell’Ungaro, engagiert beim Schulaustausch mit Seligenstadt, hatte sich beklagt, dass junge Leute sich nicht an die Regeln hielten, sich in Bars und auf Plätzen träfen. Dies änderte sich erst mit der Ausgangssperre; Polizei und Carabinieri kontrollierten diese. Dell’Ungaro erteilt virtuellen Unterricht am Gymnasium Galileo Galilei. Diese Onlinemeetings seien sehr arbeits- und vorbereitungsintensiv.

Der Leiter des Krankenhauses in Piedimonte, Dr. Giuseppe Buonpane, berichtet, dass die Intensivmedizin aufgerüstet wurde, so dass neun Intensivbetten mit Beatmungsgeräten zur Verfügung stehen. Er beklagt, dass er nicht genügend Schutzmasken hat. Die gute Nachricht: Bis Sonntag gab es in Piedimonte mit 12 000 Einwohnern einen Covid-Patienten und keinen Toten. Der Arzt ist überzeugt davon, „dass dies auf die Protektion unseres gemeinsamen Schutzpatrons, des heiligen Marcellinus, zurückzuführen ist, der immer seine schützende Hand über die Piedimontesi gehalten hat“.

Das meint auch der apostolische Administrator des Bistums in Piedimonte, Orazio Francesco Piazza, und der bischöfliche Cancelliere Alfonso Caso. Die Pfarrei Santa Maria Maggiore, die Reliquien von Marcellinus bewahrt, ist geschlossen. Sie überträgt Gottesdienste über Facebook und erreicht damit mehr als 1500 Teilnehmer. Kreuzweg und Passion in der Karwoche werden live übertragen, Gläubige können an Bildschirm oder Smartphone die liturgischen Osterfeiern verfolgen.

Danilo Coluccio, engagiert in der Planung von Begegnungen, berichtet, dass er seit drei Wochen nur über Smartphone und vom Balkon aus mit seiner Verlobten kommunizieren kann. Auch die Hochzeit von Marcellino Pepe, Vorsitzender des Fußballclubs und Sohn von Ex-Bürgermeister Dr. Fabrizio Pepe, zu der Seligenstädter eingeladen waren, ist vertagt. Die Bürgerreise nach Piedimonte Anfang Juni zum Zehnjährigen der Verschwisterung wird eventuell um Jahr verschoben.

„Viele liebe Grüße senden die Freunde aus Piedimonte“, schließt Bayer, Bürgermeister Dr. Luigi di Lorenzo grüßt seinen Kollegen Dr. Daniell Bastian persönlich. Seine Nachricht: „Es gut gut zu wissen, dass wir viele Freunde in Seligenstadt haben, die an uns denken, sich auch in dieser schweren Zeit sehr nahe stehen und gegenseitig Trost spenden.“

mt

Nicht nur Gottesdienste und Kontakt ins Ausland sind Messenger wichtig. In der Corona-Krise bleiben viele Menschen dank Skype, WhatsApp und Co. im Kontakt.

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