Von 182 Rathausbeschäftigten arbeiten 101 in Teilzeit

Personalbericht der Stadt: Frauenquote bei 76 Prozent

Seligenstadt - Der erste Personalbericht in der Geschichte der Stadt Seligenstadt dürfte bei den örtlichen Kommunalpolitikern auf ungeteilte Aufmerksamkeit stoßen. Von Michael Hofmann 

Die 49 Seiten lange Expertise mit zahlreichen Tabellen und Diagrammen, vom Rechts- und Personalamt sowie von Michael Butte (externes Controlling) gemeinsam erstellt, soll Basis einer jährlichen Fortschreibung sein. Einige der Zahlen dürften für Überraschung sorgen. Der Bericht, so Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams im Vorwort, erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, berücksichtige die Beschäftigten des Eigenbetriebs Stadtwerke nicht. Stichtag ist der 1. Januar 2015, die Expertise ist seit Ende Dezember im Geschäftsgang. Die jährliche Fortschreibung beschränke sich nicht nur auf die Aktualisierung der Zahlen, „sondern will schrittweise auch die einzelnen Punkte vertiefen und sich weiteren Schwerpunkten widmen“, so Nonn-Adams weiter. Ziel der Stadt müsse es sein, auch künftig unter den jeweils gegebenen finanziellen und demographischen Bedingungen mit qualifiziertem und motiviertem Personal ein optimales Leistungsniveau der Verwaltung zu sichern.

Die wesentlichen Personalkennziffern im Überblick: Zum Stichtag standen 182 Beschäftigte im Dienste der Stadt Seligenstadt, darunter 163 Tarifbeschäftigte, elf Beamte sowie acht Auszubildende/Praktikanten/Freiwilligendienste. Die Beamtenstellen sind im Wesentlichen von den beiden kommunalen Wahlbeamten (Bürgermeister/Erster Stadtrat) sowie mit den Amtsleitern besetzt.

Weitere Eckdaten: Mit 139 Personen sind 76 Prozent der Mitarbeiter Frauen. Von den 81 Vollzeitbeschäftigten sind 43 Frauen und 38 Männer. Von den 101 Teilzeitbeschäftigten dagegen sind 96 weiblich und nur fünf männlich. Daraus resultiert insgesamt eine hohe Teilzeitquote: 55,49 Prozent arbeiten mit reduzierter Stundenzeit – „vor dem Hintergrund der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

Ein weiteres markantes Ergebnis: Das Durchschnittsalter der Beschäftigten lag zum Januar 2015 bei 43,9 Jahren. Zahlenmäßig am stärksten vertreten sind die Altersgruppe der 46- bis 50-Jährigen, der 51- bis 55-Jährigen und der 56- bis 60-Jährigen mit jeweils 15,4 bis 16,5 Prozent. Das sind fast 50 Prozent der gesamten Beschäftigten. Der Anteil der Altersgruppen unter 30 Jahren beträgt dagegen zusammen nur 16 Prozent der Gesamtbeschäftigten. Das Durchschnittsalter der Männer liegt bei 46,2 Jahren, das der Frauen bei 43,2 Jahren.

Aufschlussreich ist die Darstellung der Personalkosten, die neben den Entgelten/Gehältern auch Arbeitgeberanteile an der Sozialversicherung, Aufwendungen für die Zusatzversorgungskasse, Beihilfeaufwendungen sowie – bei Beamten – Pensionen, sonstige Versorgungsbezüge sowie Beihilfeaufwendungen enthalten. Deutlich im Vergleichzeitraum 2013 bis 2015 sind die von 6,67 über 7,26 auf 7,54 Millionen Euro angestiegenen Kosten. Während die Beamtenbezüge lediglich von 650 000 auf 685 000 Euro stiegen, erhöhten sich die Beschäftigtenentgelte deutlich von 4,45 auf 5,12 Millionen Euro. Merklich angestiegen auch die Aufwendungen an die Pensions- und Unterstützungskasse: von 427.500 auf 498.000 Euro.

Neue Gesetze 2016: Das ändert sich ab Januar

Die Stellenplanentwicklung, so die Verfasser, „zeigt eine stabile und konservative Personalentwicklung“. Die Planstellen 2011 bis 2015 weisen 136/137 Personen aus, lediglich im Jahr 2013 stehen 139 Personen auf der Liste. Auf die Teilhaushaltspläne umgelegt ist das Amt für Kinder und Senioren mit 49 Personen am personalintensivsten. Mit weitem Abstand folgen Haupt- und Steueramt (18) sowie Bauamt und Standesamt (je 14). Weitere Kapitel widmen sich den Themen Fortbildung, Ausbildung, Frauenförderung oder Ausfallzeiten.

Rubriklistenbild: © dpa/Tobias Kleinschmidt

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare