„Getan, was getan werden musste“

Rettungsmedaille für Thomas Schrod für selbstlosen Einsatz in der Not

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Rettungsmedaille verliehen (v.l.): Landtagsvize Frank Lortz, Feuerwehrmann Thomas Schrod, Landrat Oliver Quilling und Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

Dank des beherzten Eingreifens von Feuerwehrmann Thomas Schrod konnte am 4. Mai 2017 beim Brand eines Mehrfamilienhauses in Seligenstädter Stadtteil Klein-Welzheim eine Katastrophe verhindert werden.

Seligenstadt – Landrat Oliver Quilling überreichte ihm im Verlaufe einer Feierstunde im Seligenstädter Rathaus die Hessische Rettungsmedaille, Landtagsvizepräsident Frank Lortz eine Urkunde von Ministerpräsident Volker Bouffier.

Thomas Schrod sei es zu verdanken, so der Landrat in seiner Laudatio, dass damals sieben Menschen aus dem Wohnhaus schnell evakuiert werden konnten, bevor das Feuer vom Dachboden schlagartig auf die Geschosse und die darunter liegenden Räume übergriff. Der Feuerwehrmann habe im richtigen Moment das Richtige getan. „Dafür zollen wir Ihnen Dank und Anerkennung“, so Quilling weiter.

Über seinen Funkmeldeempfänger war Schrod (48), der in Aschaffenburg wohnt, aber als Elektromeister bei den Stadtwerken Seligenstadt beschäftigt ist, an jenem Tag auf den Einsatzort aufmerksam gemacht worden. Bei der Kernstadt-Feuerwehr gehört er tagsüber während der Arbeitszeit zum Team, in Aschaffenburg ist er zudem ehrenamtlicher Zugführer der Hauptfeuerwache.

Da Schrod zu dieser Zeit im Bürgerhaus Klein-Welzheim beruflich zu tun hatte, war er in kurzer Zeit zum Ort des Geschehens geeilt. Im Hof angelangt, sah er bereits dichten Rauch unter dem Dach des Gebäudes hervorquellen, aber keinen Menschen weit und breit. Schrod klingelte, fand aber schnell heraus, dass auch keiner der Bewohner die drohende Gefahr bemerkt hatte. Danach überlegte er nicht lange, riskierte Gesundheit, wenn nicht Leben, um die Bewohner aus dem Haus zu holen: Eine Frau und ihre behinderte Tochter aus dem Dachgeschoss, einen Bewohner aus dem ersten Stock, ein älteres Ehepaar im Erdgeschoss.

Zur Kontrolle ging Schrod noch einmal ins brennende Haus, stieg bis zum Dach hinauf - und fand eine weitere Mutter und ihre Tochter. So konnten schließlich alle Bewohner gerettet werden. Doch damit nicht genug: Schrod leitete zudem den ersten Löscheinsatz der Feuerwehr, stellte dann noch im Keller des brennenden Hauses Strom und Gas ab. Dabei zog er sich eine schwere Rauchvergiftung zu, wie die Ärzte in der Asklepios-Klinik anschließend feststellten. „Ich habe getan, was getan werden musste“, sagte er bescheiden.  

paw

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