Waldwoche in Froschhausen

Verzögerung bei Sanierung: Mit Fantasie ins neue Schuljahr

Gestapeltes Mobiliar unter Schutzfolien: An der Alfred-Delp-Schule in Froschhausen ist Unterricht wohl erst übernächste Woche wieder möglich.
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Gestapeltes Mobiliar unter Schutzfolien: An der Alfred-Delp-Schule in Froschhausen ist Unterricht wohl erst übernächste Woche wieder möglich.

Natur erleben statt Schulbank drücken: Weil die energetische Sanierung der Alfred-Delp-Schule in Froschhausen während der Ferien nicht abgeschlossen werden kann, bieten die Lehrerinnen und Lehrer den 150 Mädchen und Jungen eine Waldwoche.

Ostkreis – Als Ersatz hat das Kollegium um Schulleiterin Gabriele Adam Räume im Bürgerhaus, bei der Kirchengemeinde und den Vereinen organisiert, so dass die Kinder bei schlechtem Wetter gemäß den Hygieneregeln untergebracht werden können. Die Einschulungsfeier für die Abc-Schützen findet entweder auf dem Schulhof oder in der Sporthalle statt. Jedes Kind darf bis zu drei Angehörige mitbringen. „Der Zeitplan für die Sanierung war sportlich“, sagte Kreissprecherin Ursula Luh gestern auf Anfrage. Dies sei der Schulleitung bekannt gewesen. Erst beim Öffnen der Fassaden seien Mängel entdeckt worden. Die Handwerker hätten mit der Behebung noch die nächste Woche zu tun, danach könnten die Kinder in ihre Klassenzimmer zurückkehren. „Lärm- und schmutzintensive Restarbeiten“ werden laut Luh in den Herbstferien erledigt.

Erfinderisch in Notzeiten musste auch die Seligenstädter Einhardschule sein, um alle unterrichten zu können. Da sich unter den knapp 80 Lehrern derzeit sieben Risikofälle befinden, hat Schulleiter Dieter Herr mit seinen Kollegen ein Videosystem entwickelt. So sitzt der Lehrer in einem Raum allein, während seine Klasse im Nachbarzimmer ihn über Beamer sieht. Die Schüler sind wiederum über zwei Kameras mit dem Lehrer verbunden. „Es ist ein internes System, es läuft nicht über das Internet, und es wird auch kein Unterricht aufgezeichnet“, sieht Herr die Datenschutzrichtlinien berücksichtigt.

Für Susanne Heintz, Rektorin der Hainburger Johannes-Gutenberg-Schule, werden es drei spannende Wochen. Mit Blick auf steigende Infektionszahlen beobachtet sie die Entwicklung nicht ohne Sorge. Viele Familien kämen erst am Wochenende aus dem Urlaub, und es sei vollkommen unklar, ob und was sie sich „eingefangen“ hätten.

Dass zur Einschulung nur drei Familienmitglieder kommen dürfen, findet Heintz nicht so schlimm. Dieser Tag werde überbewertet, vor 30 Jahren seien das auch nur Angelegenheiten für engste Angehörige gewesen. Schade findet die Rektorin hingegen, dass die Abc-Schützen nicht in gewohnter Form von den Kameraden der höheren Klassen begrüßt werden können. Nun wenden die sich mit einer eigens produzierten Videobotschaft an die Neuen.

Jutta Schneider, Chefin der Anna-Freud-Schule in Mainflingen, möchte für ihre 130 Schützlinge die Spielräume nutzen, die das hessische Kultusministerium im gestern veröffentlichten Hygieneplan lässt. Am heutigen Freitag bespreche sie mit ihren Kollegen ein Konzept, das es den Mädchen und Jungen ermöglicht, sich in den Pausen ohne Maske auf dem Hof zu bewegen. Das werde noch mit den Eltern abgestimmt und solle bereits ab Montag greifen.

Eine Herausforderung ist die Hortbetreuung, da Personal fehlt, um die Kinder wie gefordert nach Jahrgängen zu trennen. Auch die Versorgung von bis zu 90 Schülern mit Essen stellt die Schule vor eine schwere Aufgabe. Von Oliver Signus

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