Am Samstag geht die Gemeinschaftsproduktion der Vereine online

Seligenstadt sendet Fastnachtssitzung auf YouTube

Bernd Büddefeld ist Sitzungspräsident beim Heimatbund Seligenstadt.
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Bernd Büddefeld, Sitzungspräsident beim Heimatbund Seligenstadt, beantwortet Fragen zum Online-Fastnachtsprogramm.

Die Spatzen pfeifen es längst von Seligenstadts Dächern, in den sozialen Medien verbreitete sich die Nachricht in digitaler Windeseile. Am Samstag, 6. Februar, wird ab 19.11 Uhr Seligenstadts erste digitale Fastnachtssitzung auf YouTube (Kanal SchlumberschauTV) gesendet werden.

Seligenstadt – Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Heimatbund Seligenstadt, Seligenstädter Fastnachtsfreunden, kfd Seligenstadt, TGS Karneval-Abteilung und Harmonie Froschhausen. Bernd Büddefeld, Sitzungspräsident vom Heimatbund, und Michael Millitzer, Vorsitzender und Sitzungspräsident der Fastnachtsfreunde, beantworten im Folgenden unsere Fragen.

Seit mehreren Wochen schon ist in Seligenstadt ein Projekt „SchlumberschauTV“ im Gespräch. Was ist das genau?

Büddefeld: Die Schlumberschau ist eine Mischung aus Vorträgen, Tänzen, Musik und Kokolores aus Seligenstadt, ein bunter närrischer Strauß. Es ist sicher für jeden etwas dabei. Die Schlumberschau wird auf dem YouTube-Kanal gesendet. Sämtliche Beiträge sind an verschiedenen Orten der Stadt, meist außen, gedreht worden.

Millitzer: Eine Besonderheit ist, dass alle Beiträge komplett neu und ausschließlich für die Schlumberschau gedreht wurden. Das hebt uns von vielen anderen digitalen Formaten eindeutig ab.

Wie kam es dazu?

Büddefeld: Als Ende August klar wurde, dass 2021 keine Saalfastnacht in Seligenstadt möglich sein wird, haben sich die saalfastnachtstreibenden Vereine in der Heimatbundhalle zusammengefunden und sich über mögliche Alternativen ausgetauscht. In den weiteren Treffen kristallisierten sich fünf Vereine heraus, von denen auch alle Beiträge der Sendung stammen. Vertreter aus diesen Vereinen bilden das Orga-Team.

Wer hatte die Idee?

Millitzer: Schon bei den ersten Gesprächen war erkennbar, dass viele Aktive sich Gedanken über Online-Fastnacht gemacht hatten.

Büddefeld: Kurz nachdem die Whatsapp-Gruppe „No-Saal-Fastnacht“ von Michael Millitzer gegründet war, bildete sich schon der erste Ansatz, die erste Handlungslinie heraus. Viel hat sich aber seither entwickelt. Die erste Agenda ist nicht wiederzuerkennen.

Michael Millitzer ist Vorsitzender der Seligenstädter Fastnachtsfreunden.

Wie ist das Orga-Team zusammengestellt?

Büddefeld: Im Orga-Team besetzt jedes Mitglied einen Themenschwerpunkt. Das Team besteht von Beginn an aus neun Personen: Richard Biegel, Bernd Büddefeld, Traudel Höfling, Jürgen Kiehl, Michael Millitzer, Björn Schubarth, Suse Sommer, Dominik Stadler, Dirk Rollmann. Dazu kam Monika Weber für den Marketingbereich. Das Team trifft sich seit Oktober jeden Freitag im virtuellen Meeting.

Seit wann sind Sie jetzt schon an der Realisierung?

Millitzer: Das erste Treffen fand am 31. August letzten Jahres statt und mit jedem Treffen wurde die anfängliche Idee einer digitalen Fastnachtssitzung weiterentwickelt.

Von den ersten Gesprächen bis zur Vollendung: Gab es Änderungen im Plan, gar Neuausrichtungen? Oder nahm die gemeinschaftliche Fastnachtssitzung von Anfang an einen geraden Verlauf?

Büddefeld: Anfangs haben wir an einer klassischen Fastnachtssitzung „in bekannter Form“ als Digitalvariante gearbeitet. Im weiteren Verlauf sind wir dann darauf gekommen, dass es auch mal etwas anderes wäre, die Sitzung in ein anderes Format zu bringen. So haben wir beispielsweise mit der Live-Kulisse gespielt und gedreht und haben nicht die Kulisse, wie sonst üblich, auf die Bühne geholt. Das Ergebnis können alle in der Schlumberschau sehen.

Wie viele Leute machen mit? Wie groß ist das Ensemble?

Millitzer: Ungefähr 180 Personen wirken in der Schlumberschau mit. Jede Menge Aktive also.

Büddefeld: Gerne hätten wir noch mehr Fastnachter auch aus anderen Bereichen, beispielsweise aus dem Wagenbau oder aus den Fußgruppen, beteiligt. Schnell war aber klar, dass dies den Rahmen sprengen würde. Am Ende war das dann zeitlich leider nicht unter einen Hut zu bekommen.

Wie viele sind hinter der Kamera zugange? Was sind deren Aufgaben?

Büddefeld: Die Kamera führt unser Produzent und Regisseur Björn Schubarth. Er hat alles gefilmt, gedreht, vertont, geschnitten und somit nicht nur sein Equipment, sondern auch ganz viel Knowhow investiert. Sein Zeitaufwand allein wird am Ende des Projektes mehr als 300 Stunden betragen. Aus 19 Stunden Rohmaterial werden letztlich knapp drei Stunden Schlumberschau.

Waren besondere Anstrengungen nötig, um alles coronagerecht, mit allen amtlichen Vorgaben zu Abständen und Hygiene, zu bewerkstelligen?

Büddefeld: Das Orga-Team und die Akteure haben zu jedem Zeitpunkt sämtliche Anstrengungen unternommen, um coronagerecht zu drehen. Abstand halten, Maske tragen, Hygiene beachten, lüften, Kontakte beschränken – so schwer es auch war. Natürlich wurde die Produktion mit jeder Verschärfung der Maßnahmen anspruchsvoller. Die Produktion fand zum Teil auch schon im Oktober statt, die Maßnahmen waren noch nicht so streng wie wir sie aktuell kennen.

Millitzer: Leider sind durch die scharfen Bestimmungen auch gute Ideen zur Sendung zerschlagen worden, vielleicht sehen wir diese aber im nächsten Jahr auf einer Bühne – dann wieder live.

Warum tun Sie das eigentlich? War die Fastnacht einfach ausfallen zu lassen keine Option?

Millitzer: Nein, nichts machen war keine Option, zu keiner Zeit. Wir sind halt Schlumber.

Büddefeld: Natürlich ist das neue Format absolutes Neuland für uns alle, keiner hatte bisher damit Erfahrungen gemacht. Dieses neue Format bietet aber auch neue Möglichkeiten. Wir werden alle gestärkt in die nächste Kampagne gehen.

Hand aufs Herz – wie stark drückt die Pandemie dabei auf die Stimmung?

Millitzer: Unser Ziel ist es, ein paar schöne Stunden Frohsinn und Heiterkeit in dieser Zeit zu verbreiten und Jung wie Alt daran teilhaben zu lassen.

Büddefeld: Keine Frage, uns allen fehlen die persönlichen Kontakte und wir vermissen die Fastnacht, wie wir sie kennen und lieben. Dennoch lassen wir uns nicht unterkriegen.

Sicher sind Kosten entstanden? Wie wird das Projekt finanziert?

Büddefeld: Natürlich entstehen bei solch einer aufwendigen und qualitativ hochwertigen Produktion erhebliche Kosten. Wir haben uns allerdings trotzdem dafür entschieden, die Sendung kostenfrei auszustrahlen und hoffen auf die Unterstützung mit einer Spende. Dazu haben wir ein Konto bei der Sparkasse Langen-Seligenstadt eingerichtet, eine Überweisung über Paypal ist auch möglich. (weitere Angaben am Ende des Artikels)

Millitzer: Darüber hinaus ist es uns gelungen, einige Werbepartner für die Sendung zu gewinnen. Diese Partner bilden das finanzielle Fundament für das Projekt und für diese tolle Unterstützung möchten wir uns jetzt schon herzlich bedanken.

Was muss man tun, um die „SchlumberschauTV“ auf YouTube zu sehen?

Büddefeld: Der YouTube-Kanal SchlumberschauTV ist bereits online. Einfach Youtube aufrufen und im Suchfeld SchlumberschauTV eingeben. Die Sendung kann über Smart-TV, Notebook, PC, Tablet oder Handy angesehen werden. Am 6. Februar um 19.11 Uhr geht es pünktlich los.

Millitzer: Besonders liegt uns am Herzen, dass die jüngere Generation die ältere technisch unterstützt, damit auch sie die Sendung sehen können.

Büddefeld: Das Youtube-Format „Helau to you“ von Jenny Winkler und Dominik Stadler, das seit zwei Wochen freitags ab 21.11 Uhr gesendet wird, war für uns ein willkommener Testballon. Auch um abschätzen zu können, wie die Seligenstädter wohl mitmachen werden.

Was möchten Sie dem Schlumberland zum Schluss noch auf den Weg geben?

Millitzer: Lasst Euch vom Virus nicht unterkriegen.

Büddefeld: Schmückt Häuser und hisst Fastnachtsfahnen zu der Schlumberschau, grüßt euch ab heute nur noch mit Helau, Fernseh’ an unn mitgemacht, bei de Sellestädter Fassenacht! SchlumberschauTV – Helau!

Wer die Produktion finanziell unterstützen möchte, kann dies auf das folgende Schlumberschau TV–Spendenkonto tun: DE63 50652124 0000 1302 29. Auf dem YouTube-Kanal kann auch eine Spende per Paypal erfolgen. Spendenquittungen gibt es auf Wunsch ab 50 Euro.

Weitere Informationen gibt es im Internet: unser-seligenstadt.de oder heimatbund-seligenstadt.de oder unter dem Stichwort „SchlumberschauTV“ auf Youtube.

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