„Sensationelles Angebot“

Stadtparlament stimmt Anhebung der Kita-Verpflegungskosten zu

Die Verpflegungskosten für die städtische Kita und die Krippe steigen monatlich um je drei Euro. Das beschloss die Stadtverordnetenversammlung mit Mehrheit.
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Die Verpflegungskosten für die städtische Kita und die Krippe steigen monatlich um je drei Euro. Das beschloss die Stadtverordnetenversammlung mit Mehrheit. (Symbolfoto)

Die Verpflegung für die Kinder der städtischen Kita Käthe Münch und der Kinderkrippe Minimäuse wird teurer. Auf Antrag des Magistrats stimmte die Stadtverordnetenversammlung kürzlich mit großer Mehrheit, allerdings gegen das Votum der CDU, einer Satzungsänderung zu.

Seligenstadt – Demnach werden die Kosten für Kita (bisher 67 Euro) und Krippe (bisher 69 Euro) monatlich um je drei Euro angehoben. Der Entscheidung ging eine Art Grundsatzdiskussion voraus. CDU-Politiker Matthias Eiles machte darauf aufmerksam, dass die Stadt Seligenstadt mit ihren Sätzen an der Spitze des Kreises stehe. Die Übernahme der nun ermittelten Zusatzkosten in Höhe von rund 5 000 Euro sei eine zumutbare Belastung für die Stadt.

Bürgermeister Daniell Bastian (FDP) reagierte erstaunt. Über viele Jahre hinweg habe in der Stadtverordnetenversammlung Konsens bestanden, das Essensgeld für die Kinder kostendeckend zu erheben. Weil eine Gebührensatzung eben kostendeckend sein solle. Es sei bedauerlich, dass die CDU diese Linie nun verlasse. Nach Bastians Worten gibt es zwei Möglichkeiten: „Wir kaufen möglichst billige Lebensmittel und speisen die Kinder damit ab“. Alternativ sorge die Stadt mit ihren Sätzen für qualitativ gute Ernährung des Nachwuchses. Für Eltern, die das Geld nicht aufbringen können, so Bastian weiter, treten ohnehin der Kreis Offenbach als Sozialhilfeträger ein, übernehme Kita-Beiträge und Betreuungsgelder, sodass das Essen auf diesem Weg bezahlt werde. Wenn die Stadt die Verpflegung aus Steuergeldern subventioniere, dann subventioniere sie Eltern, „deren Kinder zuhause ja auch verköstigt werden müssten. Jetzt also bitte nicht das Argument, wir seien zu teuer.“ Unterstützung erhielt Bastian von FWS-Politiker Matthias Rupp, der von einem „sensationellen Angebot“ sprach, schließlich errechne sich ein Betrag von 3,50 Euro für Essen und Getränke pro Kind und Tag.

In seiner Begründung verweist der Magistrat darauf, dass die Verpflegungsgelder für die Kindertagesstätte Käthe Münch und die Kinderkrippe Minimäuse schon seit drei Jahren nicht mehr kostendeckend seien. Diese Gebühren werden auf Grundlage der tatsächlichen Selbstkosten einschließlich anteiliger Betriebskosten (Hauswirtschaftskräfte) für das Gesamtjahr kalkuliert und in gleichen monatlichen Pauschalen erhoben. Benötigt werden künftig 70 und 72 Euro pro Kind und Monat. Dies ergebe sich aus der Kalkulation für 2020 und sei der Preiserhöhung in Verbindung mit einem Caterer-Wechsel zu Jahresbeginn geschuldet. Die entsprechende Anhebung sei mit den Elternbeiräten erörtert worden.

Des Weiteren wurde bei der Zubuchung der Verpflegungsgebühr der Pauschalbetrag für Kinder aus dem Bereich Halbtagsbetreuung (ohne Mittagsbetreuung) angepasst, um in begründeten Ausnahmefällen, etwa bei Ausflügen, am Essen teilnehmen zu können. Dieser wurde von 3,20 auf 4 Euro erhöht, da bei Waldtagen auch die Lieferung in den Wald einkalkuliert ist.

Mit ihrer Verpflegungsgebühr pro Kind und Monat liegt die Stadt Seligenstadt im oberen Gebührenbereich im Kreis Offenbach. Die Stadt Dietzenbach erhebt beispielsweise 75 Euro, in Rödermark und Mühlheim werden derzeit 70 Euro für die monatliche Verpflegungsgebühr veranschlagt. Andere Kommunen liegen teilweise bis zu zehn Euro pro Kind und Monat unter diesem Betrag, weil dort die Kosten für die Hauswirtschaftskräfte nicht oder nicht in vollem Umfang umgelegt werden. Der Anteil der Kosten für die Hauswirtschaftskräfte beträgt in Seligenstadt derzeit 28 Prozent der Verpflegungsgebühr. (VON MICHAEL HOFMANN)

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