Deutlicher Qualitätssprung

ÖPNV: Seligenstadt steckt Millionen in Modernisierung des Bahnhofsareals

Start der Bauarbeiten auf dem Seligenstädter Bahnhofsgelände
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Start der Bauarbeiten auf dem Seligenstädter Bahnhofsgelände.

Startschuss zur Modernisierung des Bahnhofsareals in Seligenstadt: Nach letzten Vorarbeiten wird die Umgestaltung in einen modernen ÖPNV-Verknüpfungspunkt konkret.

Seligenstadt – Ein Blick zurück: Im Juni 2019 hatte die Stadtverordnetenversammlung mit ihrem Beschluss zur Umsetzung einer Vorzugsvariante die Weichen für die Modernisierung gestellt. Dies nach zahlreichen Abstimmungsgesprächen zwischen Stadt Seligenstadt, Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach, Deutscher Bahn, Grundstückseigentümer und Investor Karl-Ludwig Toth sowie den Versorgungsträgern für Gas und Strom.

Dazu gehört auch ein Grundstückstausch mit Toth im Wege einer Umlegung. Ende 2020 legte Hessen Mobil (Straßen- und Verkehrsmanagement Darmstadt) den Zuschussbescheid zur Verkehrsinfrastrukturförderung vor, sodass diese Variante in Seligenstadt umgesetzt werden kann.

Bahnhofsareal in Seligenstadt: Bürgermeister spricht von deutlichem Qualitätssprung

Start ist dieser Tage mit der Einrichtung der Baustelle und der Verkehrsumleitung. Seligenstadts Bürgermeister Daniell Bastian (FDP) spricht von einem deutlichen Qualitätssprung dank der Modernisierung, von der Bürger ebenso wie Gäste der Stadt profitieren. „Die Fertigstellung aller vier Bauphasen ist bei entsprechender Witterung für März 2022 geplant. Nach Abschluss der Straßenbauarbeiten steht den Bürgern ein leistungsfähiger und moderner ÖPNV-Verknüpfungspunkt zur Verfügung“, so Erster Stadtrat Michael Gerheim (SPD).

Nördlich des Bahnhofsgebäudes in Seligenstadt wird eine Bucht mit zwei Haltepunkten für Gelenkbusse nach Zellhausen und Aschaffenburg eingerichtet. Für die Fahrtrichtung Obertshausen, Weiskirchen und Langen sind zwei Haltestellen auf der Ostseite mit Halt auf der Fahrbahn eingeplant. Grundsätzlich geschehe der Ausbau barrierefrei mit Bushalteborden und taktilen Leitelementen.

Blick von oben auf das langgestreckte Bahnhofsareal (Mitte): 3,5 Millionen Euro investiert die Stadt in den Umbau zum ÖPNV-Knoten.

Am Bahnhofsareal in Seligenstadt ist eine moderne Fahrradanlage vorgesehen

Weiterhin ist am Bahnhof in Seligenstadt eine großzügige Bike&Ride-Anlage mit Fahrradbügeln und -boxen vorgesehen. Radfahrer werden im Abschnitt der Eisenbahnstraße von der Würzburger Straße bis zum geplanten Fahrbahnteiler über beidseitig angelegte Schutzstreifen geführt. Im weiteren Verlauf Richtung Frankfurter Straße können sie den Gehweg zwischen der Busbucht und der Fahrradabstellanlage (für Radfahrer frei) oder die Fahrbahn nutzen.

Vier Phasen beim Umbau

Das umfangreiche Modernisierungsprojekt des Seligenstädter Bahnhofareals ist in vier Bauphasen unterteilt. Mit der Fertigstellung wird im März 2022 gerechnet.

Erste Phase (bereits angelaufen): Eisenbahnstraße, Abschnitt Würzburger Straße bis Rektor-Weil-Straße;

Zweite Phase: Eisenbahnstraße, Abschnitt Würzburger Straße bis Bahnhofstraße;

Dritte Phase: Eisenbahnstraße, Abschnitt Bahnhofstraße bis Wolfstraße;

Vierte Phase: Eisenbahnstraße, Abschnitt Wolfstraße bis Frankfurter Straße.

Auf der Eisenbahnstraße zwischen Bahnhofstraße und Wolfstraße entsteht in Seligenstadt ein Fahrbahnteiler als Querungshilfe. Südlich des Bahnhofs sind eine weitere Fahrradabstell- und eine Park&Ride-Anlage mit ausreichend Pkw-Stellplätzen gemäß Bedarfsermittlung von 2018 geplant – inklusive Behindertenparkflächen und WC-Anlage. Die Gas- und Stromversorgungsstationen gegenüber der Einmündung Würzburger Straße werden versetzt und technisch auf den neuen Stand gebracht – sie sollen deutlich kleiner ausfallen. Die Stromstation wurde bereits im Vorgriff von den Energienetzen Offenbach umgebaut.

Bahnhofsareal in Seligenstadt: E-Auto-Fahrer sollen nicht zu kurz kommen

Die ersten vier Park&Ride-Plätze sind für Elektrofahrzeugen vorgesehen. Bei entsprechender Nachfrage können weitere Plätze mit Ladestation ausgestattet werden. Auf Wunsch der Kreisverkehrsgesellschaft wird eine Buswendeanlage mit Warteposition im Süden des Bahnhofs eingerichtet. Dazu waren umfangreiche Abstimmungen mit der Bahn erforderlich, die nach Angaben des Bürgermeisters lange Zeit in Anspruch genommen haben.

Im Zuge der Vorplanung hat die Stadt östlich der Eisenbahnstraße alle Linden erhalten können, während auf der westlichen Seite vor allem durch die Nähe zu Versorgungsleitungen ein Versetzen teilweise nicht möglich gewesen sei. Zwei Hainbuchen wurden an andere Stellen im Stadtgebiet umgepflanzt, auch drei Linden vom alten P&R-Platz können versetzt werden. „In die Erhaltung durch Umpflanzung und Anwuchspflege haben wir knapp 35.000 Euro investiert“, betont Bastian. Durch die Arbeiten unmittelbar betroffene Anlieger werden von der Firma informiert. Alle aktuellen Baumaßnahmen der Stadt finden sich hier. (Michael Hoffmann)

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