Corona-Krise

Tierschutzverein vor großen Herausforderungen

Kaninchenfütterung: Die Betreuer des Tierschutzvereins (im Bild Nicole Fuchs) sind in diesen Tagen immer nur allein bei der Arbeit und tragen dazu Einmalhandschuhe. 
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Kaninchenfütterung: Die Betreuer des Tierschutzvereins (im Bild Nicole Fuchs) sind in diesen Tagen immer nur allein bei der Arbeit und tragen dazu Einmalhandschuhe.

Der Tierschutzverein Seligenstadt und Umgebung befürchtet wegen der Corona-Krise mehr Aufnahmen und weniger Spenden. 

Ostkreis – Die Corona-Krise trifft auch das Domizil des Tierschutzvereins Seligenstadt und Umgebung. Das Tierheim an der Friedrich-Ebert-Straße rechnet nach Angaben von Schriftführerin Margit Götz für die nächsten Wochen mit einer verstärkten Neuaufnahme von Tieren von Corona-Patienten. „Zugleich gehen die Vermittlungen zurück, auch weil das Tierheim zur Sicherheit der Tierpfleger seine Pforten für Besucher schließen musste, um die Versorgung der Tiere zu sichern.“ Weil zudem davon auszugehen sei, dass die Spenden einbrechen, stehe das Tierheim vor großen Herausforderungen, so Margit Götz weiter.

Problematisch ist neben den möglichen Neuaufnahmen von Tieren vor allem die erschwerte Vermittlung. Auch auf Anraten des Deutschen Tierschutzbunds ist das Tierheim für Besucher geschlossen. Interessenten können allerdings Einzeltermine ausmachen.

Tierheim Seligenstadt sagt wegen Coronavirus Frühlingsfest ab

Schweren Herzens hat das Tierheim sein Frühlingsfest abgesagt. Statt mit Veranstaltungen und Aktionen Spenden einzusammeln, auf die es dringend angewiesen ist, werden also vermutlich bald mehr Tiere als sonst zu versorgen sein.

„Selbstverständlich steht der Verein für alle Tiere in Not und ihre Halter ein und versucht zu helfen, wo immer es geht“, betont Götz. „Uns ist bewusst, dass viele Menschen Angst um ihre Gesundheit haben und die Corona-Krise finanzielle Probleme für manche mit sich bringt.“ Aber: „Trotz der bedrückenden Lage hoffen wir auf die Unterstützung von Tierfreunden. Denn unser Betrieb finanziert sich größtenteils aus Geld- und Zeitspenden.“

Der Tierschutzverein rät: Wer unter Quarantäne steht, darf auch nicht mehr mit seinem Hund draußen Gassi gehen. Daher sollten Halter für den Fall der Fälle vorsorgen und Nachbarn oder Freunde um Hilfe bitten.

Tierschutzverein Seligenstadt: Tiere können nicht an Coronavirus erkranken

Die Tierschützer weisen ausdrücklich darauf hin, dass es keinerlei konkrete Hinweise darauf gebe, dass Tiere das Corona-Virus übertragen oder selbst daran erkranken können. „Leider hält sich dieses Gerücht hartnäckig und stellt damit auch eine Belastung für die Tierheime dar, wenn besorgte Menschen in Erwägung ziehen, ihre Tiere vorsorglich abzugeben“, bedauert Margit Götz.

Dennoch sollte es selbstverständlich sein, die Hände nach dem Kontakt zu Haustieren mit Wasser und Seife zu waschen, rät der Tierschutzverein. Das schütze auch gegen Bakterien wie E. coli oder Salmonellen, die zwischen Haustier und Mensch übertragbar sind. 

mho

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