"Schwerstes Unwetter seit Jahrzehnten"

Verheerende Situation in Seligenstadt - sturmgeschädigte Vereine brauchen dringend Hilfe

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Vom Sturm am Abend des 18. August niedergewalzte Waldfläche in der Nähe des Harressees: Experten von Hessen-Forst sollen im Fachausschuss die Dimension erläutern und zu möglichen Aufforstungen beraten.

Das starke Unwetter vor wenigen Wochen hat in Seligenstadt schwere Schäden hinterlassen. Die Vereine sind auf die Hilfe der Stadt angewiesen.

Seligenstadt - Beide Dringlichkeits-Initiativen stammen von der CDU-Fraktion, die sturmgeschädigte Vereine und niedergewalzte Waldflächen ins Auge fasste. Klar wurde jedoch schnell, dass die Beseitigung der Schäden im Wald wohl sehr lange dauern wird.

Viele Leidtragende des Unglücksabends

Leidtragende des Unglücksabends, so Thomas Lortz in seiner Antragsbegründung, seien neben zahlreichen Verwüstungen auf Privatgrundstücken, an Häusern und Fahrzeugen auch Vereine gewesen, deren Sportflächen oder Domizile in Mitleidenschaft gezogen worden seien. „Da müssen wir schnell reagieren, um Folgeschäden zu vermeiden.“ Es gehe darum, Schäden zu mildern, die nicht von Versicherungen oder dem Hilfsfonds des Kreises abgedeckt seien. 

Die CDU, so Lortz, denke an Zuschüsse von je 1000 Euro. Dieser Antrag fand ebenso die Billigung des Plenums wie der zweite. Darin schlägt die CDU vor, der Magistrat solle Ausgleichsflächen für Waldschäden suchen und aufforsten, schließlich seien beispielsweise im Gebiet An der Lache, im Kortenbach und um den Harressee herum die Baumbestände erheblich reduziert worden. Dabei, so Lortz weiter, könne durch Auswahl geeigneter junger Bäume „ein kommunaler Beitrag zur sauberen Luft und zum Klimaschutz“ geleistet werden.

Auch im Wald hat das Unwetter starke Schäden hinterlassen. In Hessen sind insgesamt 80.000 Kubikmeter zerstört. 

Das „schwerste Unwetter seit Jahrzehnten“

Das „schwerste Unwetter seit Jahrzehnten“, so Bürgermeister Daniell Bastian (FDP), habe die Stadt in den Ausnahmezustand versetzt. Er lobte die 200 Feuerwehrleute aus Stadt und Nachbarschaft sowie die Hilfsbereitschaft der Bürger untereinander. Am schlimmsten betroffen sei das Gebiet um Froschhausen. „15 bis 20 Prozent des Baumbestands sind zerstört, hinzu kommen viele Bäume im Stadtgebiet, die so geschädigt sind, dass sie nicht überleben.“ Bislang seien Straßen, Rad- und Fußwege freigeräumt, gleichwohl sei die Situation verheerend: „Es wird Jahre, wenn nicht Jahrzehnt dauern, bis wir nachgepflanzt haben.“ 

Der Wald, so Bastian, sei nicht nur durch das Unwetter massiv geschädigt. Die Invasion des Borkenkäfers beschäftige Hessen-Forst über die Maßen. Zahlreiche Aufforstungen seien nötig, dies habe das Unwetter verstärkt. Folge: „Eine Riesennachfrage nach Setzlingen.“ Forst-Experten, so der Rathauschef, rechneten erst gegen Jahresende mit einer Bestandsaufnahme. Er schlug vor, Forstleute in eine Ausschusssitzung einzuladen.

Finanzhilfeaktion durch das Hessische Innenministerium

Wie berichtet, hat das Hessische Innenministerium eine Finanzhilfeaktion einleitet. Zuvor hatte der Kreis Offenbach einen entsprechenden Antrag ans Land gestellt. Anträge können ab sofort beim Kreis eingereicht werden. Die Aktion richtet sich an Bürger sowie Vereine im Kreis, insbesondere Froschhausen, die von Unwetterschäden betroffen sind.

Michael Hofmann

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