Gegenwind aus dem Epizentrum

Vereinigte Bürgerinitiativen und Anwohner gegen Niederfeld-Anbindung

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Kritik an der Nordring-II-Planmodifizierung zur Änderung der Trassenanbindung: „Unsere Wiesen zur Naherholung sollen Wiesen bleiben.“

Der Gegenwind kommt aus dem Epizentrum: Die Vereinigten Bürgerinitiativen Seligenstadt (VBS) sprechen sich klar gegen die von Hessen Mobil bevorzugte und vom Seligenstädter Magistrat vorgeschlagene direkte Anbindung des dritten Bauabschnitts der Umgehungsstraße ans Niederfeld aus.

  • Bürgerinitiativen in Seligenstadt sprechen sich gegen direkte Anbindung aus
  • Anschluss Niederfeld umstritten
  • Hessen Mobil bevorzugt direkte Anbindung

Seligenstadt – Eine Anbindung über die Wilhelm-Leuschner-Straße „würde das Wohngebiet zusätzlich mit erheblichem Verkehr einschließlich Schwerlastverkehr und fehlgeleiteten Fahrzeugen, bedingt durch die aktuell geplante Streckenführung, belasten“. So argumentiert die Initiative, die bereits vor einigen Jahren massiv gegen die Vorzugsvariante Bahntrasse protestierte, einen Bürgerentscheid gegen diesen Streckenabschnitt erstritt, diesen aber im September 2015 schließlich verlor. .

Die CDU brachte das Thema mit einer Infoveranstaltung im Haus der Fischerzunft „erneut auf den Tisch, stellte die Varianten des „Anschlusses Niederfeld“ an die geplante Umgehungsstraße vor. Da eine Direktanbindung der Friedrich-Ebert-Straße, wie ursprünglich vorgesehen, aufgrund eines Brückenbauwerks nicht möglich ist, ist der Anschluss über die Zeppelinstraße (Variante 1) oder über die Wilhelm-Leuschner-Straße (Variante 2) in der Diskussion.

Seligenstadt: Vereinigte Bürgerinitiativen Seligenstadt gegen direkte Anbindung

Wenn es denn unbedingt eine Anbindung geben müsse, so die VBS, dann über den derzeitigen Zeppelinstraßen-Wendehammer. Grundsätzlich aber ist die VBS noch immer gegen die Vorzugstrasse, favorisiert eine Umfahrung, damals als „Vierte Variante“ in der Diskussion – eine längere, großräumigere Streckenführung, die allerdings teils durch Naturschutzgebiet verläuft.

Gegen die Anbindung an die Wilhelm-Leuschner-Straße sprachen sich im Haus der Fischerzunft „die in großer Zahl teilnehmenden Anwohner sehr klar aus“. Weiterhin wenden sich die Bürger entschieden gegen die Umwidmung der aktuell als Naherholungsgebiet und Bolzplatz genutzten Wiesen zum Gewerbegebiet.

Als „sehr bedenklich“ bewertet Hessen Mobil den hohen Flächenverbrauch und die Oberflächenversiegelung für die Variante 2, aber auch durch den gesamten aktualisierten Entwurf des dritten Bauabschnitts. „Durch sehr großzügige Kurven für hohe Geschwindigkeiten und die neue Variante des Anschlusses Richtung Hainburg wurde die Trasse deutlich näher ans Niederfeld geführt“, so die VBS. Das habe zu Kritik bei den Anwohnern geführt.

Seligenstadt: Stadtverordnetenversammlung über direkte Anbindung

Diese Thematik beschäftigt die Seligenstädter Stadtverordnetenversammlung bei ihrer Sitzung am Montag, 10. Februar, ab 19 Uhr im Feuerwehrhaus. Dann freilich steht ein Magistratsantrag zur Änderung/Ergänzung des Bebauungsplans mit Landschaftsplan Nummer 54, Nordring II, auf dem Programm. Die Modifizierung dieses Bebauungsplans ist erforderlich, um Verkehrsführung oder Ausgleichsflächen bauleitplanungsrechtlich abzusichern. Mit ihr ist eine Erweiterung des Geltungsgebiets um eine Fläche von 2,5 Hektar verbunden.

Sollte die Stadtverordnetenversammlung dem Magistratsentwurf zustimmen, will die VBS den Anwohnern empfehlen, eine Einwendung gegen den Bebauungsplan der Stadt zu erheben. Die Einwendung sei ein kostenloses Rechtsmittel und als solches zwingend von der Stadt zu bearbeiten, argumentiert sie und legt nach: „Sollte die Stadt den Einwendungen nicht abhelfen, besteht auch die Möglichkeit eines gerichtlichen Vorgehens gegen den Bebauungsplan.“

Klar ist: Alle Einwendungen und Klagen würden zu einer erheblichen Verzögerung der weiteren Planung für den dritten Abschnitt als Ganzes führen.

Nach mutmaßlich jahrelangem Planungsstillstand bei den Straßenbaubehörden soll Seligenstadt jetzt bis ins Jahr 2027, vielleicht gar bis 2030 auf den dritten Abschnitt und die Komplettierung der Umgehungsstraße warten.

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