Wenn auf der A3 gar nichts mehr geht...

ADAC-Staubilanz 2016: Über B469 in den Bypass

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Die Autobahn A3 steht an der Spitze der deutschen Top-10-Staustrecken: Im Ernstfall wählen viele Autofahrer die Variante über die B469 in Richtung Mainhausen und Seligenstadt.

Ostkreis - Viele Autofahrer haben es im vergangenen Jahr am eigenen Leib zu spüren bekommen, jetzt liefert der ADAC das Zahlenmaterial dazu: Im A3-Abschnitt zwischen Obertshausen und dem Offenbacher Kreuz ging bestürzend oft gar nichts mehr. Von Michael Hofmann

1366 Staumeldungen hatten auch rund um die Einhardstadt Konsequenzen: Dank Navitechnik und einiger Umfahrungsvarianten sind die Landesstraßen L 2310, L 3065 oder L  3416 bei dieser Gelegenheit regelmäßig verstopft, oft schon über die zuführende Untermain-Hauptschlagader B 469 (Amorbach-Mainhausen). Ob bereits dreispurig ausgebaut, Baustelle oder noch zweispurig: Auf der Autobahn A3, Spitzenreiter der deutschen Top-10-Staustrecken, mussten die Verkehrsteilnehmer im vergangenen Jahr viel, viel Geduld aufbringen: Nach der ADAC-Staubilanz 2016 sind die Anschluss-Stellen Würzburg-Kist, -Heidingsfeld oder -Randersacker enorm stauanfällig. Bedeutet nach ADAC-Angaben: 10.451 Kilometer Stillstand. Auch bundesweit gibt es statistisches Material: rund 694.000 Verkehrsbehinderungen (1 901 pro Tag) bedeuten einen Anstieg um 20 Prozent im Vergleich zu 2015 (568.000 Staus). Umgerechnet kaum glaubliche 1,378 Millionen Kilometer, die den Verkehrsteilnehmern 419.000 Stunden Stillstand bescherten. ADAC-Begründung: viele Baustellen und Verbesserung der Erfassungssystematik.

Zwischen Obertshausen und Offenbacher Kreuz gab es 2016 exakt 1366 Staumeldungen, will sagen, 637 Stunden Verkehrsfluss-Beeinträchtigung und/oder 2 997 Kilometer Stau. Kaum besser im Abschnitt Hanau bis Obertshausen (1225 Staus, 3 156 Kilometer Länge, 806 Stunden). Dreingaben für die morgendlichen und abendlichen Ostkreispendler: Auch auf der A 45 gab es zwischen den Anschluss-Stellen Mainhausen und Seligenstadt 417 Beeinträchtigungen, konkret: 245 Stunden Stau mit einer Gesamtlänge von 603 Kilometern.

Wir erinnern uns: „Es geht um zehn Autobahnkilometer, die es in sich haben, gleichwohl zeigt sich ein Silberstreif am Horizont: Mit der Verabschiedung des neuen Bundesverkehrswegeplanes hat der Bundestag Anfang Dezember 2016 den achtspurigen Ausbau der A 3 zwischen Anschlussstelle Hanau und Offenbacher Kreuz endgültig beschlossen. Politiker und Wirtschaftsvertreter sprechen von einem Meilenstein“, schrieb die OP-Politikredaktion damals.

Bereits im September hatte der Kreistag Offenbach mit einem gemeinsamen Antrag von FDP, CDU und SPD gefordert, die Autobahn A 3 auf der Strecke von der Anschlussstelle Frankfurt-Süd bis zur Anschlussstelle Hanau auszubauen. Das soll per sogenanntem vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan 2030 festgeschrieben und zugleich sollen notwendige Lärmschutzmaßnahmen eingeplant werden. Die Seligenstädter Stadtverordnetenversammlung drängte gleichzeitig auf einen erweiterten A3-Ausbau bis auf Höhe des Stadtgebiets. Mit den Stimmen der Koalition aus SPD, FDP und FWS sowie der CDU wurde eine entsprechende Resolution verabschiedet, die freilich ohne Wirkung blieb.

Wo Autofahrer am längsten im Stau stehen

Es sei „fünf vor zwölf“, was die Zustände auf der A3 betreffe, hieß es zuletzt bei vielen Kommunalpolitikern in der Region. Der Ausbau der Autobahn vom Offenbacher Kreuz bis zur Anschlussstelle Hanau müsse schnellstmöglich realisiert werden, sonst drohe – auch mit Blick auf die schnell wachsende Bevölkerungszahl in Rhein-Main – ein Infarkt für die Hauptstrecke. Die Warnungen sind gehört worden: Aus Berlin kamen positive Signale.

Bis 2019, so hofft indes die Autobahndirektion Nordbayern (Nürnberg), soll die Fernstraße zwischen dem Biebelrieder Kreuz östlich von Würzburg bis nach Aschaffenburg und weiter nach Frankfurt/Main ausgebaut sein. Der Vizepräsident der Behörde, Helmut Arndt, sieht den Ausbau der A 3 auf der 94 Kilometer langen Strecke jedenfalls in der Zielgeraden – vorausgesetzt, die Bundesregierung macht das Geld für die noch auszubauenden Abschnitte im Spessart locker. Es geht um 240 Millionen Euro, so Recherchen der Tageszeitung Main-Echo (Aschaffenburg). Inzwischen sind mehr als die Hälfte der 94 Kilometer langen Strecke zwischen Aschaffenburg und dem Biebelrieder Kreuz bei Würzburg sechsspurig ausgebaut. Auf weiteren 13 Kilometern sind die Arbeiten in vollem Gang und sollen – geht es nach der Autobahndirektion Nordbayern – bis spätestens 2018 abgeschlossen sein.

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