Gute landwirtschaftliche Praxis

Zwischenfruchtanbau: Seligenstadt peilt die 100-Hektar-Marke an

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Ortslandwirt Norbert Zöller (r.): Zwischenfrucht auf 93 Hektar Ackerfläche.

In der Hochphase der Glyphosat-Debatte hatte die Stadtverordnetenversammlung Mitte 2018 den Landwirten 3 000 Euro zur Unterstützung des Zwischenfruchtanbaus im neuen Etat bereitgestellt.

Seligenstadt –  Dieser Tage informierten die Landwirte Parlamentarier aus Mainhausen und Seligenstadt über die Situation. Allein in der Einhardstadt werden fast 100 Hektar so bewirtschaftet.

Erster Stadtrat Michael Gerheim, der Mainhäuser Beigeordnete Thorsten Reuter und Politiker beider Kommunen trafen sich kürzlich am Feldkreuz Schachenweg mit Vertretern der Landwirte. Nach einer musikalischen Begrüßung durch die Jagdhornbläser kamen die Landwirte schnell zum Thema. „Während wir aktuell nicht so gut auf das Agrarpaket der Bundesregierung zu sprechen sind, das ohne unsere Beteiligung beschlossen wurde, sind wir auf kommunaler Ebene einen guten Schritt weiter, hatten im Vorfeld des Stadtverordnetenbeschlusses Gespräche mit allen Beteiligten geführt“, so Ortslandwirt Norbert Zöller. Ein Ergebnis ist der vermehrte Zwischenfruchtanbau, den man sich in der Praxis anschauen kann: Allein auf Seligenstädter Markung stehen derzeit auf einer Ackerfläche von 93 Hektar Pflanzenarten als Zwischenfrucht. „Damit sind wir sehr nahe an den ursprünglich angepeilten 100 Hektar. Vielleicht schaffen wir diese Marke nächstes Jahr“, so Stadtrat Gerheim.

Gemeinsam mit Mainhausen, wo sich die Jagdgenossenschaft finanziell mit einbringt, wurde die 100-Hektar-Marke auch in diesem Jahr locker überschritten.

Der Zwischenfruchtanbau gehört seit Jahren zur guten landwirtschaftlichen Praxis. Durch die Aussaat von Pflanzen, die nicht direkt für Nahrungs- oder Futterzwecke angebaut werden, verfolgen die Landwirte mehrere Ziele: Durch Beschattung wird Unkraut unterdrückt, das Bodenleben gefördert, Bodenverdichtungen werden aufgelockert. Nach der Einleitung am Schachenweg folgte eine Rundfahrt durch Mittelfeld, Griesgrund, Sandrain, Diebweg, Zierlache, über die Kurze Dohne nach Zellhausen und dann zum Waldhof der Familie Deller. Wahrend dieser Rundfahrt wurden an mehreren Stellen Stopps eingelegt. Auf Zellhauser Markung ergänzte Gerhard Deller, der sich über seine blühenden Felder hinter dem Kolping- oder Edelweis-Domizil freute: „Zwischenfrucht bietet Nahrung und Deckung für Wildtiere, blühende Felder im Herbst sind Nahrung für Bienen und Insekten. Erhebliche Mengen Kohlendioxid werden in Sauerstoff umgewandelt“.  

mho

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