Noch Geduld notwendig

Seligenstädter Waldkindergarten: „Da ist einiges passiert“

Seligenstadt - Mit dem Betrieb eines Waldkindergartens will die Stadt Seligenstadt ihr Angebot um eine interessante Alternative erweitern. Doch der Start des Projekts verzögert sich.

Zu früh gefreut: Noch im Februar kündigte das Seligenstädter Amt für Kinder, Senioren, Sport und Kultur an, in Kürze werde eine Waldkindergartengruppe auf dem Forstgelände hinter den Tennisplätzen der Sportfreunde eröffnet. Damit sollte das Betreuungsangebot in der Stadt Seligenstadt um eine interessante Alternative ergänzt werden. Doch „Die wilden Buchfinken“ müssen sich wohl noch etwas in Geduld üben. Nach Angaben von Bürgermeister Dr. Daniell Bastian sind die Verhandlungen der Stadtverwaltung mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Obertshausen als bewährter und renommierter Trägerin ins Stocken geraten. Bei der Awo, so der Rathauschef kürzlich im Ausschuss Bildung, Soziales und Kultur, sei im Nachgang zur Trägervereinbarung mit der Stadt Seligenstadt zuletzt doch „einiges passiert“. Die Awo und die erfahrene Leiterin Asha Scherbach, erfolgreiche Initiatorin des Waldkindergarten-Projekts, hätten sich getrennt. Scherbach habe eine eigene Initiative gegründet, die ebenfalls auf diesem Gebiet der Naturpädagogik arbeite. Zufall oder nicht - die Internetseite der Awo war am gesamten Wochenende nicht aufrufbar.

Die Stadt Seligenstadt, so Bürgermeister Bastian weiter, werde das Gespräch mit der Awo Obertshausen suchen. Wann die Waldkinder mit ihren Exkursionen in die Natur starten können, sei derzeit nicht zu sagen.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte im Herbst 2017 die Gründung eines Waldkindergartens unter der Trägerschaft der Awo Obertshausen beschlossen. Die Einrichtung eines Waldkindergartens für 20 Mädchen und Jungen könnte weitere, dringend benötigte Betreuungsplätze in Seligenstadt schaffen und eine neue pädagogische Form anbieten, meinten die Stadtverordneten damals - und sie sollten recht haben. Bei einem ersten Infoabend im Rathaus kurze Zeit später zeigten zahlreiche Besucher Interesse an einer solchen Kindergarteneinrichtung. Es kamen nicht nur viele Eltern, sondern auch Erzieherinnen und Kita-Leitungen aus der Umgebung.

Im Waldkindergarten verbringen die Kinder und ihre Erzieherinnen den Alltag außerhalb von Gebäuden und spielen mit Naturgegenständen. In Deutschland ist jedoch auch eine beheizbare Unterkunft wie Bauwagen oder Waldhütte in der Nähe vorgeschrieben, in der sich die Kita-Mitglieder bei sehr schlechtem Wetter aufhalten können. (mho)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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