„Sie hat Menschen zusammengeführt“

Seligenstadt - (paw) Für ihr ehrenamtliches Engagement im nachbarschaftlichen Umfeld zeichnet der Kreis Offenbach die Seligenstädterin Margarete Kugler mit seinem Bürgerpreis 2008 aus. In Vertretung von Landrat Peter Walter überreichte Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger am Dienstagabend im Winterrefektorium der ehemaligen Abtei die Auszeichnung, die seit 1986 vergeben wird.

Die Kommunen im Kreis waren aufgefordert, Bürger vorzuschlagen, die sich in besonderes Weise in der Nachbarschaftshilfe und Stadtteilarbeit verdient gemacht haben. „Als wir vom Aufruf des Kreises hörten, waren wir sehr schnell entschlossen unsere Frau Kugler der Jury als Kandidatin vorzuschlagen“, verriet Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams vor der Festversammlung. Die Preisträgerin habe einen Weg eingeschlagen, der in der Stadt deutliche Spuren hinterlassen hat. „Lange vor der Aktion ,Soziale Stadt' hat Margarete Kugler in ihrem Wohnumfeld Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammengeführt.“ Sie habe den Begriff Humanitas gelebt. „Das bedeutet Achtung und Liebe zu den Menschen und nicht schauen: Wer nutzt mir? Wo kann ich persönliche Vorteile erreichen? Die Fragestellung lautet vielmehr: Welche Menschen gibt es, die Hilfe brauchen.“ Dabei ließ Nonn-Adams nicht unerwähnt, dass es Exbürgermeister Karl Schmidt seiner Zeit war, der für die umtriebige Menschenfängerin ein Umfeld geschaffen habe. Mit den Worten „Ohne Menschen wie sie wäre unsere Gesellschaft ein Stück ärmer“ schloss Nonn-Adams ihre persönlichen Worte an die Bürgerpreisträgerin. Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Carsten Müller fasste Stationen aus dem Lebensweg von Margarete Kugler zusammen: „Sie wurde am 2. Juni 1940 in Ramsau in Ostpreußen geboren. Im Oktober 1944 siedelte die Familie nach Heidenheim um. Margarete Kugler besuchte in Heidenheim die Volksschule und erlernte den Beruf der Einzelhandelskauffrau. Seit 1964 ist sie mit ihrem Roland verheiratet und lebt im Stadtteil Niederfeld. Sie hat zwei Töchter und ist sechsfache Oma.“ Schon mit 14 Jahren habe Margarete Kugler sich bei der Caritas in Heidenheim engagiert. Dort begann sie mit Gitarrenkursen für Kinder und Jugendliche. Die setzte sie 1964 nach ihrem Umzug in Seligenstadt fort. Seitdem engagierte sich Margret Kugler in der Kirchengemeinde St. Marien genauso wie in der konkreten Nachbarschaftshilfe im Niederfeld. Mit einer Gruppe junger Frauen gründete sie Mitte der 80-er Jahre den Verband der Katholischen Frauen Deutschlands (kfd) im Pfarrgebiet von St. Marien. Über die Pfarreigrenzen hinaus übernahm sie schon Mitte 1970 den Krankenhausbesuchsdienst nach Frankfurt, Hanau und Offenbach. Im Jahr 1990 wurde das Netzwerk Soziale Arbeit ins Leben gerufen. Eine Initiative des Netzwerks war die Einrichtung eines wöchentlichen Frühstücks für die Bewohner im Revier, das von Margarete Kugler initiiert und heute noch von ihr organisiert wird. Es ist inzwischen zu einer festen Institution im Stadtteil geworden.“

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