Norbert Zöller: Örtlicher Anbau steht für nachhaltige Landwirtschaft

Sojabohnen aus der Einhardstadt

Mähdreschereinsatz im Griesgrund: Ortslandwirt Norbert Zöller und Enkel Jakob begutachten die Seligenstädter Sojapflanzen.
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Mähdreschereinsatz im Griesgrund: Ortslandwirt Norbert Zöller und Enkel Jakob begutachten die Seligenstädter Sojapflanzen.

Seligenstadt – Premiere in Seligenstadt: Erstmals ernten Landwirte in der Einhardstadt Sojabohnen, ein traditionsreiches Kulturgewächs und die wohl wichtigste Nutzpflanze der Neuzeit. Gleichwohl steht Deutschland im Ranking der Weltproduktion abgeschlagen auf Platz 42 mit 59 000 Tonnen. An der Spitze liegen die USA (123,7 Millionen Tonnen) und Brasilien (118 Millionen).

Am Mittwochnachmittag verrichtete ein Mähdrescher zu ungewohnter Jahreszeit seine Arbeit – auf den Feldern am Griesgrund im Anschluss an die Wohnbebauung und danach neben dem Edelweiß-Gelände. Die einheimischen Landwirte Steffen und Norbert Zöller hatten im April erstmals Sojabohnen auf Seligenstädter Gemarkung ausgesät. Auf zwei Feldern hatten viele Passanten seitdem diese ihnen neue, bislang wenig bekannte Kulturpflanze registriert und sich bei den Bauern danach erkundigt.

Sojabohnen gehören zur Pflanzenfamilie der Leguminosen (Stickstoffsammler) und werden bisher hauptsächlich in den wärmeren Regionen Nord- und Südamerikas angebaut. Sie sind sehr eiweißreich und haben hochwertiges Öl, das auch für die menschliche Ernährung einsetzbar ist.

In jüngsten Jahren werden auch in der hiesigen Region die Bedingungen für die wärmeliebende Pflanze besser. „Außerdem ist es erklärtes Ziel der hessischen Landesregierung, den Bedarf an eiweißhaltigen Pflanzen verstärkt aus inländischem Anbau zu decken, um unabhängiger von Importen zu werden“, sagt Ortslandwirt Norbert Zöller. Im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft sei es besser, Soja selbst anzubauen als die Bohnen aus Südamerika zu importieren, wo dafür immer mehr Urwald gerodet werde.

Die trockenen, heißen Tage der vergangenen Wochen haben die Bohnen gut reifen lassen, so dass sie vermutlich nicht nachgetrocknet werden müssen. Die von Zöller entnommene Probe hat mit acht bis neun Prozent Restfeuchte den richtigen Erntezeitpunkt angezeigt.

Sojabohnen sind für Menschen und für Tiere mit nur einem Magen wie Schweine oder Hühner lediglich getoastet verdaulich. Rinder und andere Wiederkäuer können die vollfetten Früchte unbehandelt fressen. mho

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