Kinderbuch-Autor aus Seligenstadt

Spielraum für Träumereien

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Hans Lechner aus Seligenstadt hat sein erstes Kinderbuch mit dem Titel „Die Zaubermedizin“ veröffentlicht.

Seligenstadt - Hans Lechner ist schon immer gerne auf Reisen gegangen, wollte andere Länder und Kulturen kennenlernen. Vor knapp zehn Jahren hatte er sich überlegt, diese Erfahrungen „in einer Form aufzuarbeiten, die Kinder interessieren könnte“. Von Katrin Stassig

Eine Art Reiseführer für Kinder, so lautete die ursprüngliche Idee. Herausgekommen ist schließlich ein Kinderbuch, das von einer fiktiven Geschichte getragen wird, die angefüllt ist mit Fakten über den Handlungsort oder landestypische Gebräuche und historischen Anekdoten.

„Die Zaubermedizin“ spielt an der Algarve in Portugal und erzählt von den Schwestern Isabel und Rosalina, deren Mutter mit einer rätselhaften Krankheit das Bett hüten muss. Von einer alten Wahrsagerin erhalten die beiden kleinen Mädchen einen Hinweis auf eine geheimnisvolle Medizin, mit deren Hilfe die Mutter gesund werden könnte. Suchen müssen sie in der Nähe des Leuchtturms am Cabo de São Vicente. Dorthin fahren sie mit ihrem Großvater, der vom Geheimnis seiner Enkelinnen nichts ahnt... Nebenbei erfährt der Leser etwas über den Leuchtturm, die Küstenlandschaft oder typisch portugiesische Gerichte. Kinder, die das Buch lesen, so Lechners Vorstellung, können später beim gemeinsamen Urlaub mit ihren Eltern auf den Spuren der Protagonisten wandeln und die realen Schauplätze besichtigen.

Erstes Kinderbuch

Die Geschichte, aus der schließlich sein erstes Kinderbuch geworden ist, hat Hans Lechner vor etwa zehn Jahren schon aufgeschrieben. Dann kam er nicht so recht weiter, die Idee verschwand eine Weile in der Schublade, bis er sie wieder herausholte und komplett überarbeitete. Auch dank der Möglichkeiten des Internets gestaltete sich die Recherche zu den Hintergundinformationen nun sehr viel leichter. Außerdem war er immer wieder vor Ort, hat nachgeprüft, dass alle genannten Fakten auch korrekt sind. Dass sein erstes Buch an der Algarve spielt, ist kein Zufall. „Portugal ist eines meiner Lieblingsländer“, sagt Lechner. Er ist mehrmals im Jahr dort, beruflich oder privat, hat dort Freunde und Bekannte.

Der 47-Jährige stammt aus aus der Nähe von Hildesheim in Niedersachsen. Über Stationen in Heidelberg und Offenbach kam er vor sechs Jahren mit seiner Familie nach Seligenstadt. Schon in jüngeren Jahren zog es ihn in die entlegendsten Ecken der Welt; er arbeitete zum Beispiel ein Jahr lang als Tauchlehrer auf den Malediven. Auch später war es sein Ziel, in einem Beruf tätig zu sein, in dem er international unterwegs sein kann. Heute arbeitet Lechner in der Eventbranche, kümmert sich um das Lichtdesign für Veranstaltungen „von der Geburtstagsfeier bis zur Gala“. „In meinem Beruf kommt es sehr viel auf Fakten an, da ist wenig Spielraum für Träumereien“, sagt der Autor. Das Schreiben hat ihm schon zu Schulzeiten Spaß gemacht, erinnert er sich. Tipps und ein erstes Feedback kamen bei der Arbeit an seinem Buch von Freunden – und von seiner sechsjährigen Tochter Leona Estelle, der die Geschichte gewidmet ist. „Es gefällt ihr gut“, erzählt er. „Sie hat sich nicht gelangweilt.“

Bei der Suche nach einem Verlag hat der Seligenstädter zunächst die üblichen Absagen erhalten. Sein Buch ist schließlich im Frankfurter R.G. Fischer-Verlag erschienen. Dieser ermöglicht unbekannten Autoren eine Veröffentlichung über einen Publikationszuschuss.

Frankfurter Buchmesse 2013: Impressionen

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„Die Zaubermedizin - Eine Geschichte aus dem Süden Portugals“, R.G. Fischer Verlag, 112 Seiten, 12,80 Euro.

www.hans-lechner.de

Farbige Illustrationen ergänzen die Geschichte um die „Zaubermedizin“, die Bilder – kleine Kunstwerke – stammen von einem guten Freund. Bei der Gestaltung seines Buches hatte Lechner ein großes Mitspracherecht. Er habe viel gelernt, über Ausdruck und Form bis hin zum Druck. „Allein dafür hat es sich gelohnt.“ Jetzt hofft er, dass sein Werk sich gut verkauft. Falls das der Fall sein sollte, könnte er sich eine ganze Serie vorstellen. Ein zweites Buch könnte zum Beispiel in Italien spielen, vielleicht im Zirkusmilieu.

Eine kleine Botschaft verfolgt er auch. „Wir sind Europa. Die Menschen in unseren Nachbarländern sind nicht so viel anders als wir, haben die gleichen Gedanken und Wünsche.“ Bei Kindern sei das zum Beispiel der Wunsch nach einer glücklichen Familie. Sollte es weitere Bücher geben, könnte Lechner sich auch eine Geschichte aus Asien vorstellen, zum Beispiel aus Sri Lanka, der Heimat seiner Frau. „Die Zaubermedizin“ ist für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren geeignet, über den örtlichen Buchhandel erhältlich oder kann online bestellt werden.

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