Eine solide Grundlage

Stadt und TGS unterzeichnen Absichtserklärung für Hallenbau

 Die Absichtserklärung zum Hallenbau unterzeichneten (von rechts) Wolfgang Pachali (Verwaltungsratsvorsitzender TGS), Bürgermeister Daniell Bastian, Erster Stadtrat Michael Gerheim, TGS-Vorsitzender Reinhard Krauß sowie sein Stellvertreter Ralf Mutschke.
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Meilenstein in der TGS-Geschichte: Die Absichtserklärung zum Hallenbau unterzeichneten (von rechts) Wolfgang Pachali (Verwaltungsratsvorsitzender TGS), Bürgermeister Daniell Bastian, Erster Stadtrat Michael Gerheim, TGS-Vorsitzender Reinhard Krauß sowie sein Stellvertreter Ralf Mutschke.

„Es ist ein großer Meilenstein auf dem Weg zum Hallenneubau“, sagte Bürgermeister Dr. Daniell Bastian gestern, kurz bevor er gemeinsam mit dem Ersten Stadtrat Michael Gerheim stellvertretend für die Stadt Seligenstadt die Absichtserklärung zum Neubau einer städtischen Sporthalle auf dem Jahnsportplatz unterschrieb. Für die Turngesellschaft Seligenstadt 1895 (TGS) als künftiger Hauptnutzerin setzten Vorsitzender Reinhard Krauß, sein Stellvertreter Ralf Mutschke und Verwaltungsratsvorsitzender Wolfgang Pachali ihre Unterschriften unter das wegweisende Dokument.

Seligenstadt - Mit dieser Vereinbarung wurde nach vier Jahren Verhandlung die Grundlage für die Zukunft der Sport- und Kulturtreibenden der TGS sowie anderer Sportvereine in Seligenstadt geschaffen (wir berichteten mehrfach). Doch die Zeit drängt, das betonten alle Beteiligten. „Es ist nur ein Zwischenschritt, wenn auch ein wichtiger“, sagte der Rathauschef. „Jetzt müssen wir zügig weitermachen und ein Konzept angehen.“

Bereits in der vergangenen Woche habe es ein Arbeitstreffen mit Vertretern des Sportkreises sowie dem Kreis Offenbach gegeben. „Wir sind gerade dabei, alle Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten auszuloten“, so Daniell Bastian. Demnächst werde man auch den Kreis als Schulträger nochmals ansprechen.

Stadt Seligenstadt will sich Experten vom Landessportbund mit ins Boot holen

Gleichzeitig will die Stadt mit dem Landessportbund Kontakt aufnehmen. „Wir wollen uns von dort Experten mit ins Boot holen für die Beratungen rund um den Hallenneubau“, erklärte der Bürgermeister die Pläne. „Die Stadt hat die vergangenen Jahrzehnte schließlich keine Sporthalle gebaut. Da kennen sich andere besser aus.“

„Es geht hier um Investitionen von mehr als zehn Millionen Euro“, sagte Wolfgang Pachali, Vorsitzender des TGS-Verwaltungsrats. „Deshalb werden wir auch von unserer Seite aus alles tun und mit unserer Erfahrung und unserem Personal zur Verfügung stehen – wenn es denn gewünscht ist.“

TGS-Vorsitzender Reinhard Krauß ergänzte: „Jetzt müssen schnelle Entscheidungen her. Das Ziel sollte sein, eine Fertigstellung für das Jahr 2025 anzusteuern.“ Denn mit jedem Jahr steigen auch die Kosten: Nicht nur für den Neubau, sondern auch den Erhalt der alten Halle. Aber in ein Abrissobjekt noch viel Geld zu investieren, sei nicht sinnvoll – darin waren sich beide Seiten einig. Schließlich wurde der Neubau einer Sporthalle auf dem Jahnplatz überhaupt erst notwendig, weil externe Gutachter eine Sanierung und Modernisierung der alten TGS-Halle als unwirtschaftlich bewertet hatten.

TGS-Verwaltungsratsvorsitzender Pachali: „Es ist ein notweniger Schritt“

Die Unterzeichnung der Absichtserklärung gestern bedeutet vor allem für die TGS einen historischen Einschnitt. „Nach einer 126-jährigen Unabhängigkeit ist der Verein nun in einer Abhängigkeit. Das gefällt natürlich nicht all unseren 2000 Mitgliedern“, sagte Wolfgang Pachali. „Aber es ist ein existenziell notwendiger Schritt, durch den das Vereinsangebot aufrecht erhalten und sogar ausgebaut werden kann.“

Auch Erster Stadtrat Michael Gerheim betonte die Vorteile des Projekts: „Es gibt dann nicht nur eine neue große Halle, sondern auch viele kleinere Multifunktionsräume. Dadurch ist es möglich, mehrere unterschiedliche Angebote zu machen.“ Dies sei zudem nachhaltiger und aus energetischer Sicht von Vorteil.

Neue Halle am Jahnsportplatz verfügt künftig über Verwaltungs- und Multifunktionsräume

„Oft war die große Halle von kleinen Gruppen belegt“, so der Bürgermeister. „Sie können künftig in kleinere, ihren Bedürfnissen eher entsprechende Räume ausweichen.“ Denn in der neuen Halle gebe es Verwaltungs- und Multifunktionsräume auf zwei Stockwerken – so der Plan. Gleichzeitig räumte Bastian ein, dass „nach dem Bau vermutlich trotzdem nicht alle glücklich sein werden, aber das liegt in der Natur der Dinge“.

Wolfgang Pachali wiederum legte den Fokus auf die nächsten Schritte. „Es ist klar, welche Bedürfnisse es für die neue Halle gibt, zum Beispiel wie die Voraussetzungen sein müssen, damit Handballspiele unter Wettkampfbedingungen stattfinden können“, so der Verwaltungsratsvorsitzende. „Jetzt geht es eben an die Umsetzung.“

Eine Fertigstellung 2025 hielt der Rathauschef gestern aus städtischer Sicht für ein sportliches Ziel, betonte aber, dass die Absichtserklärung „eine solide Grundlage für ein Projekt ist, das uns die nächsten Jahrzehnte, also auch nach der Fertigstellung, beschäftigt“. (Von Julia Oppenländer)

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