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Stadtklimagutachten als Beitrag zur zukunftsorientierten Planung in Seligenstadt

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Von: Michael Hofmann

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Extremwettersituation in Seligenstadt: Starkregen im August 2019.
Extremwettersituation in Seligenstadt: Starkregen im August 2019. © zaha

Eine Stadtklimabegutachtung beschloss die Seligenstädter Stadtverordnetenversammlung in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig und ohne weitere Diskussionen.

Seligenstadt – Der Auftrag geht an das Büro Burghardt und Partner Ingenieure (BPI) in Kassel, das ein Angebot im Kostenrahmen von 46 200 Euro einreichte. Ein Großteil der Summe ist förderfähig, der Anteil der Stadt beträgt lediglich knapp 12200 Euro. Damit sprach sich das Plenum für den Vorschlag des Magistrats aus.

Bereits Anfang Oktober 2021 hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, beim Land Hessen die Modalitäten für die Erstellung einer Fließpfadkarte zu eruieren und möglichst schnell zu beauftragen. Auch eine Starkregen-Gefahrenkarte wurde bereits in Auftrag gegeben.

Die Aufgabenstellung beim Stadtklimagutachten: Starke Klimaveränderungen und extreme Ereignisse haben inzwischen auch auf die Stadtplanung einen sehr großen Einfluss. Die Stadtverordneten hatten deshalb das Amt für Stadtentwicklung damit beauftragt, eine Stadtklimaanalyse oder ein entsprechendes Gutachten für Seligenstadt zu veranlassen. Durch fachliche/wissenschaftliche Aussage des Gutachtens zur „klimatischen Ist-Situation“ sollen die Auswirkungen der Klimaveränderungen sichtbar gemacht werden und Lösungsansätze einer zukunftsorientierten Stadtplanung gefunden werden. Die Stadt Seligenstadt hat mit ihren Stadtteilen Klein-Welzheim und Froschhausen eine Gesamtfläche von 3082 Hektar.

Die zunehmende Temperaturverschiebung, insbesondere die Zunahme der Sommertage und Tropennächte sowie das verstärkte Auftreten von Extremwetterereignissen (Starkregen oder Hitzewellen), rücken immer stärker in den Fokus der Stadt- und Landschaftsplanung, argumentiert das Büro Burghardt und Partner Ingenieure. Insbesondere durch die Akkumulation der Wärme innerhalb des urbanen Umfelds könne es bereits in mittelgroßen Städten zur Ausprägung städtischer Wärmeinseln kommen, was zur verstärkten thermischen Beeinflussung von Baustrukturen (und Infrastruktur) sowie bioklimatischer Belastung für Menschen, Tiere und Pflanzen führe. „In Anbetracht der weiten voranschreitenden Klimaveränderung ist es daher eine wichtige Aufgabe der Kommunen, klimatische Aspekte bei der Stadtentwicklung zu berücksichtigen. Belastungen müssen durch eine vorausschauende Stadtplanung und die Umsetzungen von individuellen Klimaanpassungsmaßnahmen gezielt für das Umfeld abgebaut werden.“

Nach Auftragserteilung hatte das Amt für Stadtentwicklung für den Magistrat Erkundigungen eingezogen. So teilte der Deutsche Wetterdienst mit, dass er keine individuellen Stadtgutachten erstellen kann. Die Themenseite des Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie liefert „zwar interessante, aber eher allgemeine Informationen und ersetzt daher keine, auf Seligenstadt angepasste Klimaanalyse“, so der Magistrat, der daraufhin zwei Fachbüros konsultierte, nachdem die hessenENERGIE, Gesellschaft für rationelle Energienutzung mbH, beide Angebote und deren Inhalte auf deren Förderfähigkeit geprüft hatte.

Das Angebot des Büros BPI wurde im November 2021 mit einer Gesamtsumme inklusive aller optionalen Bausteine von 54 825 Euro brutto inklusive Nebenkosten angeboten. Davon entfallen 28 775 Euro auf die obligatorischen Bausteine und 26 000 Euro auf optionale Bausteine, „welche allerdings nicht alle notwendig sind und daher nicht vollumfänglich beauftragt werden sollten“, so der Magistrat. Zusätzlich zu den obligatorischen Leistungen sollten allerdings die Klimaprojektionen, ein Online-Öffentlichkeitsbeteiligungstool sowie eine Kontrollmesskampagne beauftragt werden. Außerdem stellen nach Magistratsansicht „eine Vulnerabilitätsanalyse, eine Grünvernetzungs- und Grünerreichbarkeitsanalyse sowie eine Analyse des Straßenraums sinnvolle ergänzende Untersuchungsschwerpunkt im Bereich der Stadtentwicklung dar“. Inklusive der zusätzlich zu beauftragenden Bausteine liegt das Angebot dann bei 46 200 Euro brutto.

Das konkurrierende Büro INKEK aus Kassel lag mit seinem Angebot von 47 120 Euro etwas höher als BPI, bot allerdings keine optionalen Bausteine - das gab den Ausschlag. (Von Michael Hofmann)

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