Stadtmusikanten sollen Schulkinder inspirieren

+
Mit von der Partie beim Kleinen Streicherfestival in Seligenstadt: das Paizo-Quartett, vor zehn Jahren in Kopenhagen gegründet.

Seligenstadt - (mho) Das Kleine Streicherfestival ist seit dem Jahr 1989 fester Bestandteil des Klosterkonzerte-Sommerprogramms in Seligenstadt - in diesem Jahr vom 1. bis 3. Juli, jeweils um 20.30 Uhr im Kreuzgang der Abtei.

Die „künstlerischen Gastgeber“ vom Münchner Henschel-Quartett feiern dabei ihr 15-Jähriges. Den „Henschels“ ist es ein Herzensbedürfnis, schon jungen Menschen die Liebe zu qualitätvoller Musik nahezubringen. Dem dient ein Konzert, das sich vornehmlich an Grundschulkinder richtet: Am Mittwoch, 1. Juli, 11 Uhr, will das Diogenes-Quartett aus München, ein aufstrebendes Ensemble der jungen Generation, in der Basilika mit Musik von Joseph Haydn ein altes Märchen neu erzählen: Die Münchner Stadtmusikanten. Dirigent Carlos Dominguez-Nieto liebt Kinder und steht im Ruf, für sie ein besonders guter Erzähler zu sein. Das will er auch in Seligenstadt unter Beweis stellen (Eintritt frei).

Mit von der Partie beim Streicherfestival ist das vor zehn Jahren in Kopenhagen gegründete Paizo-Quartett. Schon ein Jahr nach Gründung hatte es beim Internationalen Kammermusik-Wettbewerb in Trondheim den ersten Preis, den Publikumspreis und einen Spezialpreis gewonnen. 2003 folgte der erste Preis in Australien beim Internationalen Wettbewerb in Melbourne im Fach Streichquartett und der Große Preis als Sieger aller Kategorien.

Eintrittskarten (16 Euro, drei Tage 38 Euro, ermäßigt elf Euro (25 Euro) bei der Tourist-Info am Markt, im „Bücherwurm“, Buchhandlung Sprey jr, buch+design sowie in Hainstadt in der Bücherstube Klingler (telefonisch: 25323 oder 87177 oder 22282) und an der Abendkasse.

Den ersten Abend bestreitet das Henschel Quartett - Christoph und Markus Henschel (Violinen), Monika Henschel-Schwind (Viola) und Mathias Beyer-Karlshoj - einleitend mit dem Streichquartett op. 76/1 G-Dur von Joseph Haydn. Ein besonderes Ereignis ist die Präsentation des Streichquartetts Es-Dur von Max Bruch, zusammen mit Magda Stevensson vom Paizo. Die Partitur war verschollen, wurde 1991 wieder entdeckt und siebzehn Jahre später gedruckt und 2008 vom Henschel-Quartett in London uraufgeführt. Das Programm des Abends endet mit dem Streichquartett a-moll op. 132 von Ludwig van Beethoven.

Der zweite Abend gehört traditionsgemäß dem Gast. Mikkel Futtrup (Violine), Malia Nyström (Violine), Magda Stevensson (Viola) und Toke Moldrup (Violoncello) beginnen mit dem Streichquartett „Campane e silenzio“ ihres 1943 geborenen Kollegen (Violine) Boris Samsing.

Beim Streichquartett d-Dur KV 593 von Wolfgang Amadeus Mozart erhalten sie Verstärkung von den Henschels. Es ist ja charakteristisch für das Festival, dass die Ensembles nicht neben- und nacheinander spielen, sondern schon Tage vorher in gemeinsamen Proben in Seligenstadt die drei Konzertabende vorbereiten. Den Abschluss bildet das Streichquartett cis-moll op. 131 von Ludwig van Beethoven. Das Finale am Freitag, 3. Juli, leitet das Paizo-Quartett mit Allegretto und Polka von Dmitri Schostakowitsch ein. Danach interpretiert das Henschel-Quartett den 6. Satz aus Lettera amorosa „Chant d'insommie III“ von Manfred Trojahn, bevor beide Ensembles - in Abänderung der Vorankündigung - sich dem Streichoktett D-Dur op.5 von Reinhold Moritzewitsch Glière widmen. Den Abschluss bildet das Streichoktett Es-Dur op. 20 von Felix Mendelssohn Bartholdy, mit dem beide Formationen gemeinsam einem zweiten Jubilar des Jahres huldigen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare