Stellungnahme der Flüchtlingshelfer

Stadträtin weist Kritik an Informationspolitik zurück

Seligenstadt - Zu unserer Berichterstattung vom Samstag über einen angeblichen sexuellen Übergriff durch einen Flüchtling auf eine Minderjährige äußert sich der Arbeitskreis (AK) „Willkommen in Seligenstadt“ in einer Stellungnahme.

Darin heißt es, der AK und seine Helfer „haben Übergriffe nicht vertuscht und werden Übergriffe auch weiterhin nicht vertuschen“. Der Schutz von (potenziellen) Opfern, von Flüchtlingen, Bürgern und Helfern sei nur möglich, „wenn Grenzen deutlich gemacht und klar kommuniziert werden“. „Wir werden unsere präventiven Maßnahmen verstärken“, schreibt der Arbeitskreis weiter. Dazu finden, wie berichtet, Gespräche mit dem Bürgermeister, der Polizei und den Helfern statt. Der AK kritisiert in seiner Stellungnahme die Informationspolitik des zuständigen Dezernats von Erster Stadträtin Claudia Bicherl (CDU). Es sei nicht hinnehmbar, „dass weder Bürgerversammlungen stattfinden noch eine Information der Bürger erfolgt, dass der Bevölkerung keine Zahlen, Daten und Fakten geliefert werden“. Das Verschweigen von Problemen schaffe diese nicht aus der Welt, schüre vielmehr Ängste und lasse Raum für Spekulationen.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Erste Stadträtin Bicherl verweist auf Nachfrage auf die Homepage der Stadt. Dort veröffentlicht das Amt für Soziale Infrastruktur den Sachstand zur Flüchtlingssituation. Dort stehe alles, was ihr bekannt sei und was öffentlich mitgeteilt werden könne. Die Zahlen vom November sollen – im Nachgang zur Magistratssitzung vom gestrigen Montag – zeitnah aktualisiert werden. Noch nicht berücksichtigt sind die neuen Wohncontainer an der Einhardstraße. Laut Bicherl muss Seligenstadt nach derzeitigem Stand in diesem Jahr mit 350 neuen Flüchtlingen rechnen. Ihr Dezernat sei voll und ganz damit beschäftigt, Unterkünfte für die Asylbewerber zu organisieren – ohne zusätzliches Personal zur Verfügung zu haben.

Was die angeblichen Belästigungen angeht, so Bicherl, habe sie davon auch erst über den Facebook-Beitrag erfahren. Von einem sexuellen Übergriff habe sie nichts gewusst.

kd

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion