Stadtwerke-Bilanz:

Leitungen aus Vorkriegszeit

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Baustelle Goethestraße in Klein-Welzheim: Der Austausch von 320 Laufenden Metern Mischwasserkanalisation samt Kontrollschächten kostete 820.000 Euro.  

Seligenstadt - Ein positives Resümee für das abgelaufene Jahr zieht der Eigenbetrieb Stadtwerke Seligenstadt. Im Mittelpunkt standen diverse Sanierungsarbeiten (Kanal, Kläranlage) sowie Maßnahmen zur Phosphorreduzierung auf der Kläranlage.

Abgeschlossen in diesem Jahr haben die Stadtwerke die Kanalinnensanierungen, die so genannten „Inlinersanierungen“. Betroffen hiervon war im Schwerpunkt die Stadt Seligenstadt mit ihrem Stadtteil Klein-Welzheim. Die von den Stadtwerken festgelegten Sanierungen beruhen auf Grundlage der letzten Kanal- TV-Untersuchungen. Kostenpunkt: insgesamt etwa 178.000 Euro.

Im Arbeitsprogramm für die Kläranlage Seligenstadt standen Sanierung und Optimierung der Zwischenspeicherbecken und der beiden Nachklärbecken ganz vorn auf der Liste. Bereits im Frühjahr konnte das im Spätsommer 2017 begonnene Sanierungs- und Optimierungspaket an den Zwischenspeicherbecken abgeschlossen werden (Kosten: etwa 260.000 Euro), anschließend wurden beide Nachklärbecken (Rundbecken) saniert und optimiert. Im Zuge dieser Betonsanierungsarbeiten auf 1200 Quadratmetern Fläche erhielten die Nachklärbecken neue Laufbahnen aus Edelstahl, eine neue Edelstahlabdeckung der Ablaufrinnen, die Mittelbauwerke erhielten neue Einströmhauben. Die Gesamtkosten betrugen 550.000 Euro.

Bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in Hessen sollen schwerpunktmäßig auch Kläranlagen Maßnahmen zur Phosphorreduzierung umsetzen. Danach forderten die Aufsichtsbehörden auch für die Seligenstädter Kläranlage verbesserte Ablaufwerte für den Parameter Phosphat im Zuge der Phosphateliminie-rung. Der Überwachungswert (bisher 1,0 mg/l) darf ab 2019 nur noch 0,7 mg/l betragen. Einbau von geeigneten Mischeinrichtungen sowie Optimierung/Erweiterung der Mess-, Steuerungs- und Elektrotechnik machen dies möglich, kosteten aber Geld: „Die Kosten der Aufrüstung betrugen etwa 194.000 Euro Euro. Allerdings können diese Kosten gemäß dem Abwasserabgabengesetz mit der jährlichen Abwasserabgabe der letzten drei Jahre verrechnet werden. Von daher werden die Stadtwerke etwa 176.000 Euro mit den Aufrüstungskosten verrechnen können“, so die Stadtwerke-Betriebsleitung. Und: „Erste Ergebnisse zeigen, dass die Kläranlage Seligenstadt den ab 1. Januar 2019 festgesetzten Phosphat-Grenzwert von 0,70 mg/l sicher einhalten wird. Für den Parameter Ortho-Phosphat dagegen sind womöglich weitere Maßnahmen in den Jahren 2019 bzw. 2020 erforderlich, so dass die Stadt für die komplette Umsetzung der P-Elimination eine Verlängerung der Umsetzungsfrist bis zum 31. Dezember 2020 beim Regierungspräsidenten beantragt hat.

Kostenintensiv und nicht unproblematisch war der Austausch von 320 Laufenden Metern Mischwasserkanalisation mit Kontrollschächten in der Klein-Welzheimer Goethestraße. Vor dem Hintergrund, dass die Wasserleitungen über 70 Jahre alt sind, wurde im Zuge der Maßnahme die komplette Trinkwasserversorgung (500 Meter) ausgetauscht, auch unter dem Aspekt der ohnehin erforderlichen Verkehrssicherungsmaßnahmen und des kompletten Ausbaus des Straßenkörpers. Die Kosten liegen bei rund 820.000 Euro.

Nach der Eigenkontrollverordnung (EKVO) war bei der Kanaluntersuchung mit Hilfe von TV-Kameras der Stadtteil Froschhausen an der Reihe. Insgesamt wurden etwa 16.300 Meter Kanalleitungen auf ihren Zustand untersucht. Hinzu kamen 446 Schächte und Schachtbauwerke. Die Kosten der Befahrungen einschließlich Auswertung für den Stadtteil Froschhausen betragen etwa 126.000 Euro.

Mit der im Frühjahr 2019 geplanten Wiederherstellung der Pflasterflächen soll die Sanierung der kompletten Trinkwasserversorgung in der Schafgasse, Stadtmühlgasse und Steinheimer Straße zum Abschluss kommen. Grund der Sanierungen, die im Juli begann und Mitte November zum vorläufigen Abschluss kam, war vor allem das Alter der Wasserleitungen, von denen große Teile in den Vorkriegsjahren verlegt wurden. So genannte Inkrustierungen (natürliche Mineralien, die sich an der Innenseite der Rohre ablagern und den Querschnitt der Leitung verengen) hatten die Leistungsfähigkeit der Wasserleitungen stark eingeschränkt. In der sogenannten grabenlosen Bauweise wurden fast 300 Meter Wasserleitungen saniert, so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian, der die Kosten mit 320.000 Euro angibt.

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Das Tiefbauamt der Stadt Seligenstadt führt derzeit die grundhafte Erneuerung des Kreuzungsbereiches Fontanestraße/Steinerstraße/Südring aus. Vor dem Hintergrund, dass auch diese Wasserleitungen fast 60 Jahre alt sind, sowie unter dem Aspekt der ohnehin erforderlichen Verkehrssicherungsmaßnahmen haben die Stadtwerke im Vorgriff die komplette Trinkwasserversorgung austauschen lassen. Das betraf insgesamt 250 Meter Wasserleitungen. Die Kosten der Maßnahme für die Stadtwerke einschließlich Beseitigung der Kanalschäden betragen etwa 260.000 Euro. Die Maßnahme ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Tiefbauamt der Stadt und dem Eigenbetrieb Stadtwerke. Das Tiefbauamt hat weiterhin im Zuge der Maßnahme die Straßenbeleuchtung erneuert.

Kläranlage, Kanalinnensanierungsmaßnahmen, der Kapellenplatz (Kanal und Wasser) sowie das Gewerbegebiet „Südlich der Dudenhöfer Straße“ (Erschließung) stehen im neuen Jahr im Mittelpunkt. (mho)

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