Bilanz und neue Projekte

Stadtwerke investieren Millionen

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Für Kanalarbeiten rund um den Roten Brunnen haben die Stadtwerke rund 50.000 Euro ausgegeben.

Seligenstadt - Die Stadtwerke Seligenstadt haben im vergangenen Jahr zahlreiche Projekte zum Abschluss bringen können. Zeit, die Hände in den Schoß zu legen, bleibt dennoch nicht. So kündigt das Unternehmen weitere umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an.

Zu den erledigten Arbeiten gehört beispielsweise die Umsetzung des Gasverwertungskonzeptes in der Kläranlage in Seligenstadt. Seit dem Jahreswechsel 2011/2012 werden neben den Faultürmen und Betriebsgebäuden auch der Bauhof und das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke über Fernwärmeleitungen versorgt, heißt es in einem Bericht des Unternehmens. Selbst erzeugte überschüssige Gasmengen, die nicht der neuen Heizungsanlage zugeführt werden (besonders in Sommermonaten und Übergangszeiten) werden dem neuen Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Erzeugung von Strom zugeführt. Dieser Strom deckt laut Bericht einen großen Teil des Strombedarfs in der Kläranlage.

Die Ausgaben einschließlich eines vierjährigen Wartungsvertrages für Heizungsanlage und BHKW betragen etwa 600.000 Euro. Die jährliche Kostenersparnis liegt bei bis zu 50.000 Euro. „Hinzu kommt, dass auch die Abwärme des Anfang März 2012 in Betrieb genommenen Blockheizkraftwerkes für die Beheizung des Betriebsgebäudes auf der Kläranlage und des Bauhofes genutzt werden“, erläutert Stadtwerke Chef Normann Otto. So sei eine optimale Ausnutzung der produzierten Energie gewährleistet. 750.000 Euro wollen die Stadtwerke in diesem Jahr investieren, um die Schlammbehandlung zu optimieren. Die vorhandenen Maschinen sind nach rund 17 Jahren Betrieb verschlissen und reparaturanfällig

Kanalinnen- und Kanalschachtsanierungen

Mit 112.000 Euro Kosten schlugen Kanalinnen- und Kanalschachtsanierungen in Seligenstadt und Klein-Welzheim zu Buche. Weiterhin haben die Stadtwerke im Zuge der 2012 ausgeführten Umgestaltungs- und Pflasterarbeiten am „Roten Brunnen“ den dortigen Regenwasserkanal ausgetauscht. Ein neuer Kanalschacht und 45 Meter Hauptleitungen kosteten etwa 50.000 Euro.

Ein großes Thema bleibt auch in den kommenden zwei Jahren das neue Abwasserpumpwerk an der Steinheimer Straße. Im vergangenen Jahr hatte sich die Betriebskommission der Stadtwerke mit der technischen Einrichtung beschäftigt und Beschlüsse gefasst. Die Bruttokosten belaufen sich demnach auf rund vier Millionen Euro. „Das bedeute eine Kostensteigerung gegenüber der Vorplanung aus 2009 von etwa einer Million Euro“, sagt Otto. Die Mehrkosten resultierten im Wesentlichen aus den Auflagen der Aufsichtsbehörde zur Absicherung gegen Mainhochwasser und zur Ausstattung des runden Regenüberlaufbeckens nach den derzeitigen Vorschrif-ten. Mit den Arbeiten wird voraussichtlich im Herbst begonnen, eine Sicherstellung der Finanzierung vorausgesetzt. „Die äußerst schwierige Maßnahme muss im laufenden Betrieb umgesetzt werden und wird daher etwa eineinhalb bis zwei Jahre in Anspruch nehmen“, so der Stadtwerke-Chef.

Ausbau der Einhardstraße

Das Bauamt plant derzeit den grundhaften Ausbau der Einhardstraße sowie den Bau von vier Kreiseln im Bereich der Würzburger Straße. In der Einhardstraße werden dann auch die Stadtwerke aktiv, die auf Grundlage des Generalentwässerungsplans etwa 315 Meter Mischwasserkanalisation mit Kontrollschächten erneuern müssen. Kanalhausanschlüsse werden zunächst auf ihren Zustand untersucht und - wenn erforderlich - ebenfalls ausgewechselt. „Vor dem Hintergrund, dass die Wasserleitungen über 50 Jahre alt sind, taucht gleichwohl die Frage der Sanierung auf“, meint Otto. Die Stadtwerke werden daher die komplette Trinkwasserversorgung austauschen, insbesondere unter dem Aspekt der Verkehrssicherungsmaßnahmen und des kompletten Ausbaus des Straßenkörpers. Die Betriebskommission hat dazu bereits grünes Licht erteilt. Die Kosten werden bei etwa 1,2 Millionen Euro liegen, die Arbeiten beginnen in der Jahresmitte.

Gemäß einer Rohrnetzanalyse von 2011 für das städtische Wasserversorgungsnetz ist zur Erhöhung der Versorgungssicherheit und Verbesserung der Druckverhältnisse für das Gebiet westlich der Bahnlinie eine Bahnquerung zwischen Eisenbahnstraße und Dudenhöfer Straße erforderlich. Weiterhin sollen die vom Durchmesser zu kleinen Zubringerleitungen vom Wasserübergabeschacht in der Eisenbahnstraße in Richtung Frankfurter Straße (stadteinwärts) und Eisenbahnstraße (Richtung Bahnhof) ausgetauscht werden. 220.000 Euro sind dafür vorgesehen. Die Bauarbeiten beginnen nach Fastnacht dauern etwa zwei Monate.

Einführung der getrennten Abwassergebühren

Die Einführung der getrennten Abwassergebühren ab 1. Januar 2014 bescherte den Stadtwerke-Mitarbeitern viel Arbeit. Neben vier Infoveranstaltungen für die Bürger bot das Unternehmen acht Sprechstunden an und richtete eine kostenlose Telefonhotline ein, um die vielen Fragen zu beantworten. Derzeit werden die bereits vorliegenden Erfassungsbögen ausgewertet. Nach Ermittlung der öffentlichen und privaten versiegelten Flächen werden die Abwassergebühren, ge-trennt nach Schmutz- und Niederschlagswasserbeseitigung, neu kalkuliert und eine neue Entwässerungssatzung bis Mitte des Jahres erarbeitet. Sie wird dann den städtischen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt.

sig

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