Steigende Schülerzahlen

Neubau an Alfred-Delp-Schule wird noch größer

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Im Gespräch an der Alfred-Delp-Schule (von links): Kerstin Assmann-Schulz, Anna Tifrassi, Gabriele Adam, Frank Lortz, Manfred Raab und Hildegunde Gier.

Froschhausen - Die Alfred-Delp-Schule in Froschhausen ist nach der Walinusschule in Klein-Welzheim die zweitkleinste Grundschule in Seligenstadt. Von Katrin Stassig 

Anders als in Welzheim steigt in Froschhausen die Zahl der Schüler jedoch rapide an, sodass über kurz oder lang zusätzliche Räume nötig sind. Der geplante Erweiterungsbau für die Betreuung war eines der Gesprächsthemen beim Besuch von Landtagsvizepräsident Frank Lortz (CDU) an der Grundschule.

Der zehnte Schulbesuch von Frank Lortz in diesem Jahr ist ein Heimspiel für den Landtagsvizepräsidenten. An der Alfred-Delp-Schule in Froschhausen hat der heute 65-Jährige Anfang der 60er Jahre einst selbst die Schulbank gedrückt. Damals bezog die Grundschule den Neubau an der Schulstraße, der 1962 errichtet wurde. Größere Bauarbeiten stehen auf dem Gelände auch in den nächsten Jahren an. Die Stadt Seligenstadt plant bekanntlich einen Erweiterungsbau für die Betreuung der Schulkinder. Und der soll, mit Blick auf die Zahlen aus dem Schulentwicklungsplan, um einiges größer ausfallen als ursprünglich vorgesehen.

Denn für die nächsten fünf Jahre prognostiziert der Plan einen Anstieg um etwa 100 Schüler auf dann über 200. Nächstes Jahr gibt es an der Grundschule drei erste Klassen, nachdem es über Jahre oft nur eine war. „Vor diesem Hintergrund haben sich die zuständigen Mitarbeiter der Verwaltungen der Stadt Seligenstadt und des Kreises Offenbach darauf verständigt, die Räumlichkeiten für den geplanten Erweiterungsbau der Schulkinderbetreuung um 95 Quadratmeter auf 305 Quadratmeter zu vergrößern“, heißt es in einer Vorlage des Magistrats, die den Stadtverordneten derzeit zur Beratung vorliegt. Damit sollen an der Grundschule die räumlichen Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung zur Ganztagsschule bzw. den „Pakt für den Nachmittag“ geschaffen werden.

Da der Bau größer ausfällt, sind zusätzliche Mittel nötig: Weitere 400.000 Euro für den Haushalt 2019, gegebenenfalls zum Teil als Verpflichtungsermächtigung für 2020, sind einzuplanen. Dafür ist ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung notwendig. Die Gesamtkosten erhöhen sich damit auf 1,08 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt größtenteils über das Kommunale Investitionsprogramm (KIP).

Die Schulgemeinde verfolgt die Pläne naturgemäß mit Interesse; der Neubau ist auch Thema beim Gespräch mit Landtagsvize Lortz am gestrigen Donnerstag. Schulleiterin Gabriele Adam, Betreuungsleiterin Kerstin Assmann-Schulz und Manfred Raab für den Förderverein hoffen, dass sie beim Entwurf mitreden dürfen. Schließlich sei aus pädagogischer Sicht viel zu beachten, damit das Gebäude dann sinnvoll genutzt werden kann. Für die Bauzeit gibt es auch schon eine Lösung: Vorübergehend kann die Betreuung ins Maximilian-Kolbe-Haus umziehen.

Derzeit sind 60 Kinder angemeldet, teilweise bis 17 Uhr, ab dem kommenden Schuljahr werden es fast 70 sein. Der Förderverein gibt dann die Trägerschaft an den Kreis Offenbach ab – und wird sich künftig mehr auf die eigentliche Förderung in Form finanzieller Unterstützung der Schule konzentrieren. Mit dem Anstieg der Schülerzahlen werden in künftigen Jahren wohl doppelt so viele Schüler wie aktuell die Betreuung besuchen.

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Positiv sind die Rückmeldungen von Eltern und Kindern nach dem Wechsel des Caterers, obwohl der Beitrag für das Mittagessen damit gestiegen ist. Dass kein Schweinefleisch auf dem Speiseplan steht, hat auch nicht zu einem Aufschrei geführt. „Zumal das ja nicht als das gesündeste Fleisch gilt“, sagt Elternbeirätin Anna Tifrassi.

Insgesamt sei die Zufriedenheit der Eltern hoch. Allerdings sei zu beobachten, dass ein zunehmender Teil der Mütter und Väter kaum Interesse für Schulprojekte oder Mitarbeit zeige. „Es gibt Kinder, die allein zum Schulfest kommen, weil die Eltern schlicht keine Lust haben.“ Zwei Extreme beobachtet auch Manfred Raab. Auf der einen Seite die Helikoptereltern, die ihr Kind am liebsten bis in den Klassenraum begleiten würden, auf der anderen Seite diejenigen, denen alles egal ist.

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Dass die Zahl der Eltern zunimmt, die ihrem Erziehungsauftrag nicht nachkommen oder dem nicht gewachsen sind, sehen auch Kerstin Assmann-Schulz und Rektorin Adam mit Sorge. Diese Eltern seien kaum noch zu erreichen, die Jugendämter überlastet, die Leidtragenden letztlich die Kinder.

Eine weitere Herausforderung ist die Lehrerversorgung. Ein Dutzend Stunden sind an der Alfred-Delp-Schule für das kommende Schuljahr noch offen, derzeit arbeitet Gabriele Adam mit dem Schulamt an einer Lösung. Das Problem ist bekannt: Es gibt zu wenig Grundschullehrer. „Der Markt ist leer“, sagt Hildegunde Gier vom Staatlichen Schulamt Offenbach. Es gebe genug Stellen und genug Geld, aber zu wenig geeignetes Personal.

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