Jugendbeirat will aus der Talsohle heraus:

Stimmabgabe diesmal online

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Jugendbeirat der Stadt Seligenstadt: Maßnahmenkatalog, um Wahlbeteiligung und „Attraktivität der Mitarbeit“ zu steigern. Mit auf dem Bild: Stadträtin Bicherl, Bürgermeister Dr. Bastian und Amtsleiter Tom Heilos (Kinder- und Jugendbüro; rechts).

Seligenstadt - Ein neues Online-Wahlkonzept, Umfragen sowie die bessere öffentliche Darstellung als wichtiges Beteiligungsgremium der Stadt sollen dazu beitragen, dass der Seligenstädter Jugendbeirat aus seiner Talsohle herauskommt. Von Michael Hofmann 

Wahlbeteiligungen von kaum mehr als zwei Prozent sorgten in den vergangenen Jahren für Ernüchterung bei den Organisatoren, der Verwaltung und auch in der Politik.

Seit dem Jahr 1999 gibt es einen Jugendbeirat in der Stadt Seligenstadt. Zuletzt alarmierend geringe Wahlbeteiligungen, die von anfangs fünf oder sechs Prozent auf um die 2,5 Prozent abgestürzt waren, riefen Anfang 2016 eine besorgte Stadtverordnetenversammlung auf den Plan. Auf Initiative der FDP beauftragte das Parlament den Magistrat mit einer Art Image-Kampagne: Wahlbeteiligung und „Attraktivität der Mitarbeit“ des Jugendsprachrohrs sollen gesteigert, neue Wege der Außendarstellung gesucht werden. In einem nun vorliegenden Bericht („Stärkung des Jugendbeirats“), den die Parlamentarier kürzlich zur Kenntnis nahmen, schlägt der Magistrat im Vorfeld der Jugendbeiratswahl Anfang September eine ganze Reihe von Initiativen vor. Diese wurden bei einem Klausurtag und in einem Arbeitskreis in Kooperation mit Beiratsmitgliedern erarbeitet. Im Mittelpunkt steht ein Online-Wahlkonzept, für das eine zeitlich befristete „Wahlwebseite“ eingerichtet werden soll. Geplant ist, dass alle Wahlberechtigten vorab per Post Webadresse und Zugangscode zugestellt bekommen, der wiederum anonymisiert ist, sodass der Grundsatz der geheimen Wahl gewahrt bleibt. In der Zeit davor soll in Schulen, über die Printmedien und in den sozialen Netzwerken Jugendliche als Kandidaten geworben werden.

Neben einer guten Wahlbeteiligung gilt als zentrales Ziel die Gewinnung engagierter Mitarbeiter, „möglichst über mehrere Wahlperioden“. Zu diesem Zweck können die jungen Leute bereits auf eine ganze Reihe von Initiativen verweisen: So ist der Jugendbeirat seit einem Jahr mit einer eigenen Seite auf Facebook vertreten, die Kampagne „Respekt! Kein Platz für Rassismus“ sorgte im Zuge einer TGS-Benefizaktion mit Landrat Oliver Quilling im vergangenen Jahr für öffentliche Aufmerksamkeit und positive Resonanz.

Auch bei Schulveranstaltungen will der Jugendbeirat – wie beim Tag der offenen Tür an der Einhardschule im November 2017 - weiter Präsenz zeigen. Aktivitäten will die Jugendvertretung auch entwickeln, um den spärlichen Besuch der Beiratssitzungen anzukurbeln. Meinungsumfragen, Zukunftswerkstatt oder Jugendkonferenz sind zusätzliche Stichworte.

Weitere Idee: Da Jugendliche den größten Teil ihrer Zeit in der Schule verbringen, könnte auch dort angesetzt werden, meint der Magistrat. „Es ist daher geplant, auf die Schulen zuzugehen und über die Möglichkeiten zu sprechen, wie man den Jugendbeirat als institutionelles Beteiligungsgremium in den Politikunterricht einfließen lassen kann.“

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