Tagesstätte im Gewerbegebiet

Stadtverordnete beschließen Änderungen bei Bebauungsplan 63 in Seligenstadt

Gewerbegebiet Südlich der Dudenhöfer Straße: Der Bebauungsplan, teils überholt, wird modifiziert.
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Gewerbegebiet Südlich der Dudenhöfer Straße: Der Bebauungsplan, teils überholt, wird modifiziert.

Änderungen im Bebauungsplan 63, Gewerbegebiet Südlich der Dudenhöfer Straße, beschloss die Seligenstädter Stadtverordnetenversammlung dieser Tage mit großer Mehrheit: Neben der Koalition aus SPD, FDP und FWS stimmte auch die CDU-Opposition zu, nur die Grünen sprachen sich dagegen aus.

Seligenstadt - Nach Angaben des Magistrats haben die bisherige Bebauung und die Entwicklung des Gewerbegebiets vor der Stadt gezeigt, „dass gewisse Festsetzungen im Plan überholt sind und ohne städtebauliche Bedenken angepasst werden können“. Dazu zählen die Modifizierung der verkehrstechnischen Erschließung und die Ausweisung eines geringen Teils im südöstlichen Teil als Fläche für Gemeinbedarf zur Errichtung einer Kindertagesstätte.

Zudem zeige die aktuelle Nachfrage (zum Beispiel Ausschluss von Schank- und Speisewirtschaften, Schnellgaststätten, Boardinghouse) erste Konflikte, die ebenfalls überprüft werden könnten. Die für die Änderung des Bebauungsplans notwendigen Mittel sind im Haushalt 2020 vorhanden.

„Zustimmung nach einigem Bedenken“ signalisierte CDU-Fraktionschef Joachim Bergmann. Die Änderungen seien nötig, um die Westring-Besiedlung überhaupt erst zu ermöglichen.

Bürgermeister Daniell Bastian (FDP) hatte zu Beginn darauf hingewiesen, „dass wir heute nichts abschließend festlegen. Wenn der Entwurf im nächsten Jahr vorliegt, können wir gemeinsam an der Sache arbeiten.“

Für die Grünen waren freilich die Streichung zahlreicher Baumstandorte sowie der „unnötige und teure“ Ausbau von Parkplätzen Ablehnungsgründe. Adina Biemüller forderte „dringend Nacharbeit“ ein.

Der Magistrat erinnert in der Vorlage an die rege Nachfrage nach Gewerbefläche sowie die verkehrstechnisch gute Lage mit A3-Anbindung, die 2003 zur Aufstellung des Bebauungsplans 63 führten. Entwicklung und Erschließung folgten abschnittsweise, die Franz-Hell-Straße zwischen Dr.-Hermann-Neubauer- und Westring wurde als erforderliche zweite Zufahrt angelegt.

Außerdem wurde an der Kreuzung Dr.-Hermann-Neubauer-Ring/Franz-Hell-Straße eine Stichstraße zur Erschließung des Wohngebiets Südwestlich des Westrings gebaut. Eine zweite Erschließung soll es in Verlängerung der Maximilian-Fratscher-Straße geben. Beide sollen den erwarteten Verkehrsabfluss aus dem Wohngebiet erleichtern, so dass der Westring eine geringere Verkehrsbelastungen erfährt.

Die inzwischen erkennbare Bebauung des Gewerbegebiets hat aufgezeigt, dass die vorhandenen Grundstücke hauptsächlich für Dienstleistungen und nicht störendes Gewerbe genutzt werden. Produzierendes Gewerbe wird nur auf einzelnen Grundstücken ausgeübt. Daher, so der Magistrat weiter, könne eine Kindertagesstätte eingeplant werden.

Ergeben haben sich nach Angaben des Magistrats auch Modifizierungserfordernisse beim Planwerk. So bestand zum Zeitpunkt der Bebauungsplanaufstellung in diesem Gebiet noch der landwirtschaftliche Betrieb Neubauer mit einer intensiven Tierhaltung, so dass bestimmte Nutzungen ausgeschlossen waren. Inzwischen ist die agrarische Nutzung aufgegeben worden, so dass im Änderungsverfahren die entsprechenden textlichen Festsetzungen angepasst werden können. Von Michael Hofmann

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