Schlichte Umstellung als Lösung

Ärger über Schließzeiten am Seligenstädter Bahnübergang

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Ewige Warterei am Bahnübergang Frankfurter Straße: Bringt der Tausch der Abfahrtsgleise die Lösung? 

Seligenstadt - Weitere Versuche, die Staus am Bahnübergang Frankfurter Straße ein wenig einzudämmen und die Taktung der Züge nach Frankfurt zu verbessern, unternahm dieser Tage die Seligenstädter Stadtverordnetenversammlung.

Die Schließzeiten am Bahnübergang Frankfurter Straße stellen an einem der Hauptverkehrsknotenpunkte Seligenstadts ein tägliches Ärgernis dar, klagen die Koalitionsparteien SPD, FDP und FWS in einem gemeinsamen Antrag. Der Magistrat, so ihr Wunsch, soll in Gesprächen mit der DB Netz AG Möglichkeiten zur Reduzierung der Schließzeiten erörtern - eine Forderung, der sich alle Parlamentsfraktionen in der Sitzung des Plenums dieser Tage einstimmig und ohne weitere Diskussionen anschlossen. Und die Seligenstädter haben da auch schon eine Idee: So soll geprüft werden, ob durch einen Tausch der Abfahrtsgleise (Bahnsteige) in Fahrtrichtung Hanau und in Fahrtrichtung Babenhausen die erhoffte Verkürzung ermöglicht werden kann.

Züge Richtung Hanau und Frankfurt würden so noch vor dem Hauptsignal am Bahnsteig 2 halten. „Es bliebe noch genügend Abstand, dass auch bei einer Zwangsbremsung der Zug in jedem Fall vor dem Bahnübergang Frankfurter Straße zum Stehen käme. Der Bahnübergang bräuchte erst geschlossen werden, wenn der Zug gehalten hat, die Fahrgäste aus- und eingestiegen sind und der Zug zur Abfahrt bereitsteht. Gleiches gälte für die Gegenrichtung.“ Der Magistrat soll nun in Gesprächen auf den zuständigen Konzernbereich einwirken, dass dieser die entsprechende Haltebeschilderung tauscht. Ein weiteres Thema betrifft die nach Ansicht der Seligenstädter unzureichende Taktung der Züge nach Frankfurt. Viele Pendler aus Seligenstadt, die morgens Richtung Frankfurt auf die Arbeit müssen, kennen die Situation zu gut: volle Züge der VIAS und Stau auf der Autobahn A3.

„Mit den drohenden Dieselfahrverboten in Offenbach und Frankfurt kommen weitere Belastungen auf die Pendler zu“, so die SPD-Fraktion, die zusammen mit den Koalitionspartnern FDP und FWS fordert, dass die „Züge häufiger direkt, ohne Umsteigen, nach Offenbach und Frankfurt fahren. Dadurch wird die Bahn attraktiver und die Straße entlastet.“ Allerdings rechnen die Beteiligten mit schwierigen Verhandlungen, die sich hinziehen können, denn „der öffentliche Nahverkehr, die Schiene, aber auch die Straßen sind vom Land abhängig und müssen unterstützt und ausgebaut werden.“ Erschwerend komme „die ausufernden Zeitplanung des dritten Abschnitts der Seligenstädter Umgehungsstraße“ hinzu, die, so SPD-Politiker Marius Müller, noch gut zehn Jahre auf sich warten lassen könnte.

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Diese wiederum inhaltlich unstrittige Initiative geriet im Plenum in die Diskussion, als die CDU im Koalitionspapier formale Fehler monierte (Oliver Steidl: „Die Stadtverordnetenversammlung beschließt keine Begründungen“) und einen modifizierten Antrag präsentierte. Auf diesen reagierte die Koalition mit einer erneuten Änderungsinitiative auf CDU-Grundlage. Nicht zum ersten Mal, wie die CDU kritisierte. Künftig, so Steidl, weder die Union ihre Anträge eben kurz vor Schluss einreichen, „denn dann können Sie sie nicht mehr kopieren.“ Letztlich kam ein zustimmungsfähiger Kompromiss zum Tragen, der Elemente beider Initiativen enthält und bei dem sich lediglich die Grünen des Votums enthielten.

Demnach soll der Seligenstädter Magistrat mit RMV und weiteren zuständigen Gremien Gespräche aufnehmen, um eine kürzere Taktung der Zugverbindungen von Seligenstadt nach Frankfurt und umgekehrt zu erreichen. „Zugleich sind Möglichkeiten zu klären, die Gesamtfahrzeit zwischen Seligenstadt und Frankfurt zu minimieren. Weiterhin ist im Gespräch zu prüfen, ob ggf weitere Waggons zu einzelnen Fahrzeiten benötigt werden.“ Um dem Umstieg auf die klimaschonende Alternative Bahn attraktiver zu machen, so die Meinung unisono, sei „eine noch regelmäßigere Verbindung unter 40 bis 45 Minuten Grundvoraussetzung.“ Viele Verbindungen dauerten dagegen 60 Minuten oder länger. Dies gelte es zu optimieren. (mho)

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