Textiltage-Veranstalterin Ingeborg Dittler mag Vertrag des Kreises Offenbach nicht akzeptieren

„Die wollen mich nicht mehr“

+
Fröhliche Gesichter aus fröhlicheren Tagen: Quilt-Expertinnen zeigten währen der Textiltage im Landschaftsmuseum ihn Können. Die Veranstaltung 2013 ist abgesagt, Organisatorin Dittler glaubt, der Kreis will sie nicht mehr im Kloster haben.

Seligenstadt - Ingeborg Dittler ist enttäuscht. Die Diplom-Museologin und Veranstalterin der „Seligenstädter Textiltage“ im Landschaftsmuseum, muss die für 2013 geplante Ausstellung absagen. Grund: Ein ihrer Meinung nach unzumutbarer Vertrag über die Nutzung als Ausstellungsort durch den Kreis.

Die vertraglichen Änderungen, die der Kreis Offenbach für die Textiltage durchsetzen will, lassen sich knapp zusammenfassen: Für die Veranstalterin Dittler wird es teurer, sie bekommt weniger Fläche für ihre Aussteller und muss zudem ein kurzfristiges Kündigungsrecht akzeptieren. „Vor diesem Hintergrund macht die ganze Veranstaltung keinen Sinn mehr“, sagt eine frustrierte Ingeborg Dittler.

Mündlich habe sie vom zuständigen Fachmann des Kreises Offenbach erfahren, dass im kommenden Jahr Umbauarbeiten im Museum anstünden, daher könne man ihr keine gleichbleibend große Ausstellungsfläche wie in den vorherigen Jahren zuweisen. Vollends verwirrt ist die Situation, da Landrat Oliver Quilling ihr in einem persönlichen Gespräch gesagt habe, dass er von einem Missverständnis zwischen Kreis und ihr als Veranstalterin ausgehe und er die daraus resultierende Absage der Textiltage bedauere.

Viel zu großer Aufwand

 „Nur: Wenn ich lediglich 25 statt wie zuvor 50 Textilkünstler und Handwerker einladen kann, lohnt sich alles nicht mehr“, sagt Ingeborg Dittler. Der Aufwand, die Aussteller anzuschreiben, Werbung und Pressearbeit zu betreiben, die ganze Veranstaltung vorzubereiten sei viel zu groß. Auch wenn sie nach mehrmaligem Nachhaken jetzt einen Vertrag für die Nutzung der Räume am 5. und 6. Mai habe, macht die Veranstaltung auch finanziell keinen Sinn. „Obwohl ich damit als Veranstalterin definitiv nicht reich geworden bin.“

Bislang musste sie pro Besucher den Betrag von einem Euro zahlen. Der neue Vertrag sieht zusätzliche Gebühren für Auf- und Abbau vor sowie Gelder für die Reinigung. Zudem besteht laut Vertrag kein Anspruch auf die Einhaltung des Termins, er kann mit einer Frist von zwei Wochen zum Monatsende gekündigt werden. Das Recht einer fristlosen Kündigung aus wichtigen Gründen ist ebenfalls formuliert. „Wie soll ich bei solchen Rahmenbedingungen meine Aussteller absichern?“ fragt Ingeborg Dittler. Sie vermutet hinter all dem einen ganz anderen Grund: „Die wollen mich nicht mehr im Kloster haben.“ Und dies trotz des Publikumserfolgs der vergangenen Jahre mit 400-prozentiger Zuschauer-Steigerung. Eine Stellungnahme des Kreises Offenbach lag bis Redaktionsschluss nicht vor. 

th

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare