Sondergenehmigung fürs Fastnachtswochenende

TGS-Halle: Gutachter zeigen Mängel auf

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Blick in die TGS-Halle: Bislang keine Beanstandungen, jetzt wird die Nutzung eingeschränkt.

Seligenstadt – Für die Fastnachtsveranstaltungen am Wochenende ist die Seligenstädter TGS-Halle abgesichert, danach finden Großveranstaltungen nur noch mit ausdrücklicher behördlicher Genehmigung statt.

Auf diesen Nenner lässt sich das sogenannte Bestandsgutachten bringen, mit dem die Turngesellschaft (TGS) die Firma Schlitt Ingenieure GmbH beauftragt hatte. Tenor: Die TGS-Halle zeigt Mängel, die weiterer Prüfungen bedürfen.

Die Turngesellschaft hatte im Zuge der Beratungen zur Neugestaltung der Sportstättensituation in Seligenstadt ein Bestandsgutachten in Auftrag gegeben, um den vor rund 47 Jahren erstellten Sporthallenkomplex extern bewerten zu lassen. Außerdem sollten Möglichkeiten und Kosten ermittelt werden, wie die Halle verändert werden müsste, um den aktuellen Anforderungen und Auflagen zu entsprechen.

Obwohl die Sporthalle regelmäßig geprüft und bislang keine Beanstandungen ausgesprochen wurden, zeigt das Gutachten Mängel auf, die erneut untersucht und gegebenenfalls beseitigt werden müssen. Diese Ergebnisse hat die TGS mit allen Vereinsgremien beraten und Entscheidungen getroffen: Bis auf weiteres werden ohne behördliche Ausnahmegenehmigung keine Großveranstaltungen in der TGS-Halle durchgeführt. Bei den Mängeln handelt es sich im Wesentlichen um Defizite bei der Brandschutzsicherung (Brandschutztüren, Brandabschottungen), mit deren Behebung inzwischen Fachhandwerker beauftragt sind. Nach einer Begehung Mitte Februar mit einem Brandschutzexperten, dem Stadtbrandinspektor sowie mit der Kreisbehörde für vorbeugenden Gefahrenschutz „wurde ein Maßnahmenkatalog definiert, der die sichere Durchführung der Großveranstaltung am Fastnachtswochenende ermöglicht“, so TGS-Präsident Peter Eiles. Dazu gehört die Einrichtung eines Brandsicherheitsdienstes durch die Feuerwehr, der Einsatz von ausgebildeten Brandschutzhelfern, die Vermeidung von Rauch- und Brandherden und das Verbot von Pyrotechnik, offenem Feuer oder Licht. „Uns geht die Sicherheit unserer Mitglieder und Gäste vor allen anderen Interessen“, versichert Eiles.

Für den Frühlingsball der Tanzsportabteilung TSA RotWeiß, der am 21. März stattfinden soll, bemüht sich die TGS, wie beim Fastnachtswochenende, ebenfalls um eine Sondergenehmigung.

Beim Spielbetrieb Basketball, so Christian Stegmann, der Vorsitzende Ballsport, „sind wir gerade dabei die diese Runde noch anstehenden Spiele präventiv in andere Hallen umzulegen. Über Basketball hinaus steht auch noch ein Faustballturnier an, welches wir bereits von der TGS in die Einhardhalle - und dafür einen Handballspieltag von der Einhardhalle nach Zellhausen - verlegen konnten.“

Der Verein, so schreibt die TGS in einer Pressemitteilung, sei froh, dass er den Trainingsbetrieb nach Einschätzung der Experten gefahrenlos, ohne Einschränkungen und Sicherheitsbedenken fortsetzen könne. Die TGS habe bisher ihre Sporthalle immer entsprechend den gesetzlichen Vorgaben prüfen lassen, alle notwendigen Genehmigungen lägen vor. Er werde Mitglieder und Gäste keinerlei Risiken aussetzen, „weshalb wir direkt weitere Schritte zur externen Prüfung eingeleitet haben. Wir werden alles unternehmen, um so schnell wie möglich die noch offenen Fragen für künftige Veranstaltungen klären und - sollten sich potenzielle Mängel bestätigen - diese schnellstmöglich beseitigen“, sagt der Präsident.

Ausgepowered! Darauf sollen Jugendliche beim Training achten

Die TGS spricht indes im Zusammenhang mit der generellen Erörterung der Sportstättensituation in der Stadt Klartext: „Das Bestandsgutachten sollte allen die Augen öffnen. Eine vor 47 Jahren gebaute Sporthalle entspricht nur bedingt - und nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand - den aktuellen Anforderungen. Wir brauchen eine zukunftsweisende Lösung für den Sportstättenbedarf. Das sind wir den über 1 000 Kindern und Jugendlichen, die regelmäßig in der Halle trainieren, Wettkämpfe betreiben, musizieren oder – wie jetzt aktuell – Fastnacht feiern, schuldig.“ (mho)

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