„Städtebauliche Lösungsansätze“

+

Seligenstadt - Auf der Suche nach einer konsensfähigen Lösung im Konflikt um den Bahnhofsumbau sind Seligenstadts Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams und ihr Bauamt fündig geworden. Von Michael Hofmann

Ein so genannter qualifizierter Bebauungsplan für einen deutlich erweiterten Geltungsbereich soll unternehmerische Interessen und städtebauliche Aspekte unter einen Hut bringen.

In Abweichung von der ursprünglich einhelligen Magistratsentscheidung hat Nonn-Adams jetzt im Bauausschuss vorgeschlagen, das gesamte Bahnhofsgebiet (vom P+R-Platz an der Frankfurter Straße bis zum Grundstück Giselastraße 29a) über einen qualifizierten Bebauungsplan (dazu auch Info-Kasten) städtebaulich zu gestalten. „Dies zum Wohl der gesamten Stadt, das Stadtverordnete, Magistrat und Bürgermeisterin stets im Auge haben müssen.“ Zudem stellte die Bürgermeisterin diese Vorschläge Vertretern der Bürgerinitiative (BI) „Stoppt die Stadtbildzerstörung“ vor.

Fakten zur Ertüchtigung des Bahnhofsgeländes

Ihr sei es wichtig, die Fakten zur Ertüchtigung des Bahnhofsgeländes in aller Sachlichkeit zu besprechen“, sagte Nonn-Adams. Genau dies sei in diesem als ausgesprochen konstruktiv empfundenen Gespräch mit BI-Sprecher Klaus Sulzmann und Reinhard Ehlerding, BI-Mitglied und genau wie Sulzmann Anwohner des Bahnhofsgeländes, geschehen. Nonn-Adams sagte, sie habe ausführlich die Historie erläutert und die einhellige Auffassung des Magistrats dargestellt, dass eine Neugestaltung des heruntergekommenen Bahnhofsgeländes zu begrüßen und deshalb ins Verfahren mit Bürgerbeteiligung einzubeziehen sei. „Niemand hat oder hatte vor, sich Investorenplänen bedingungslos unterzuordnen.“ Eine Offenlegung mit Bürgerbeteiligung sei gesetzlich vorgeschrieben, so Bürgermeisterin Nonn-Adams. Deshalb habe sie gemeinsam mit dem Bauamt jetzt vorgeschlagen, das gesamte Bahnhofgebiet über einen qualifizierten Bebauungsplan städtebaulich zu gestalten.

Mit den beiden BI-Vertretern sei sie sich darin einig, „dass das Bürgerengagement wertvoll und wichtig ist. Ebenso wichtig ist es aber, dass die Bürger über alle entscheidenden Tatsachen informiert und nicht mit Unterstellungen verunsichert und von vermeintlichen Fachleuten falsch unterrichtet werden“.

Interesse und Engagement der Anwohner

Sie habe Verständnis für das besondere Interesse und Engagement der Anwohner. „Ich bleibe aber auch dabei, dass es höchste Zeit ist, das heruntergekommene Bahnhofsgebäude denkmalgerecht zu sanieren, zusätzliche Parkplätze für Pendler zu schaffen, den wertvollen Baumbestand zu erhalten und gleichwohl eine zeitgemäße, auch für ältere Bürger geeignete stadtnahe Bebauung zu schaffen.“

Lesen Sie zu diesem Thema auch:

„Keine Blockbauweise“

Mit einem qualifizierten Bebauungsplan sei für die komplette Fläche, auch für die derzeit noch nicht veräußerte und verplante, eine Offenlegung mit einhergehender umfänglicher Bürgeranhörung sichergestellt. „Nur auf diese Weise können die Fragen der Anwohner ergebnisoffen diskutiert und qualifizierte städtebauliche Lösungsansätze herausgearbeitet werden“.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare