Ordnungs- und Umweltamt: Akzeptanz für braune Tonne steigt weiter / Altkleiderkonzept zeigt Wirkung / Notbestattungen

Mehr als 30 Prozent weniger Restmüll

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Immer mehr Biomüll in Seligenstadt: Im vergangenen Jahr kamen 1800 Tonnen zusammen, entsprechend deutlich reduziert sich der Restmüll.   -

Seligenstadt - Eine der markantesten Erkenntnisse des Seligenstädter Ordnungs- und Umweltamts in der Jahresbilanz 2017 ist der weiterhin recht deutliche Anstieg des Biomülls (braune Tonne).

Im abgelaufenen Jahr sammelten die Seligenstädter 1.800 Tonnen ein, parallel dazu sank gegenüber den Vorjahren dadurch die Restmüllmenge auf nunmehr rund 2 800 Tonnen – 2014 waren das noch 4 100 Tonnen. 1.400 Haushalte bestellten die Sperrmüllabfuhr, bei der 600 Tonnen entsorgt wurden. Konstant geblieben ist das Altpapieraufkommen (1 600 Tonnen). Durch die Entwicklung bei Bio- und Restmüll erreicht die Stadt eine erhebliche finanzielle Entlastung des Gebührenetats. Gleichzeitig reduzierte der Kreis Offenbach die Entsorgungskosten, und die Stadt konnte durch die turnusmäßige Ausschreibung der Abfuhrdienstleistungen weitere Einsparung generieren. „Dies alles führt dazu, dass die Abfallgebühren für sehr viele – nicht für alle – Haushalte zu Jahresbeginn nicht unerheblich reduziert wurden“, so Erste Stadträtin Claudia Bicherl. Sie ist zuversichtlich, dass die Gebühren in den nächsten drei bis vier Jahren Bestand haben.

Zu den Umweltangelegenheiten gehören die jährlichen Baumkontrollen. 1.016 Bäume nahm ein Sachverständiger in Augenschein, 15 Bäume wurden im Stadtgebiet nachgepflanzt. Gemeinsam mit der Pflegegemeinschaft wurde an Breitenbach, Flut- und Werniggraben sowie Eichwaldgraben die Vegetation zurückgeschnitten, und die Profile der Bachläufe wurden stellenweise nachgearbeitet. Amtsleiter Roman Braun lobt dabei die jahrelang bestehende Zusammenarbeit zwischen Umweltamt und Landwirten.

Im Vorjahr hat die Stadt zudem ein Altkleiderkonzept umgesetzt. „18 Standplätze für Altkleidercontainer sind an gewerbliche und karitative Sammler vergeben worden, der Wildwuchs an Altkleidercontainern ist spürbar zurückgegangen“, so die Stadträtin.Auch die Einhaltung der geltenden Verkehrsregeln hat das Amt im vergangenen Jahr wieder kontrolliert. Bei 113 mobilen Geschwindigkeitsmessungen an 46 Tagen wurden insgesamt 1.700 Geschwindigkeitsübertretungen festgestellt und verfolgt. Hinzu kommen 3 600 Temposünder bei den stationären Blitzern. Der Spitzenreiter war mit Tempo 105 unterwegs. Im Bereich des ruhenden Verkehrs wurden circa 9.000 Falschparker verwarnt.

Insgesamt 465 Verkehrsbeschränkungen und Sondernutzungen von öffentlichen Verkehrsflächen waren darüber hinaus zu bearbeiten.Zu den allgemeinen Ordnungsangelegenheiten zählte die Ausgabe von 589 Altstadt-Parkvignetten. Diese berechtigen zum Parken innerhalb des Zonenparkverbots. Von dem Angebot der automatischen Zusendung macht zwischenzeitlich die Hälfte der Berechtigten Gebrauch. Voraussetzung sind ein entsprechender Antrag und eine Einzugsermächtigung.

Danach muss die Vignette nicht mehr jährlich neu beantragt werden, sondern wird automatisch zum Jahresende für das Folgejahr zugeschickt und die jeweils gültige Verwaltungsgebühr abgebucht. Für Schwerbehinderte mit außergewöhnlichen Gehbehinderungen wurden 25 Ausweise ausgestellt, die zum Parken auf Behindertenparkplätzen berechtigen.Aktuell sind nach Bicherls Angaben 2.512 Gewerbebetriebe in Seligenstadt gemeldet. Im abgelaufenen Jahr gab es 238 Neuanmeldungen, 161 Abmeldungen und 66 Ummeldungen. Für neun Gaststättenbetriebe wurde das Verwaltungsverfahren nach dem Gaststättengesetz durchgeführt und 74 Anzeigen bearbeitet.

Effektiv Müll vermeiden: So geht's

Insgesamt wurden 29 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Mit Bußgeldern wurden Verstöße gegen die Meldepflichten nach dem Gewerberecht sowie wildes Plakatieren belegt. Im Zuge der Gefahrenabwehr wurden kurzfristig acht Personen in eine Notunterkunft eingewiesen. Auch drei Notbestattungen musste das Ordnungsamt der Stadt Seligenstadt veranlassen. Das ist erforderlich, „wenn die zur Totensorge verpflichteten Personen nicht bekannt oder unauffindbar sind oder sich weigern, ihrer Pflicht nachzukommen.“

Das Ordnungsamt hatte drei Großveranstaltungen zu prüfen und die erforderliche Erlaubnis zu erteilen. „Die umfangreichsten Vorbereitungen waren für den Rosenmontagszug zu treffen. Ausgelöst durch den Anschlag am Berliner Breitscheidplatz haben sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, auch in Seligenstadt an den Haupteinfallstraßen Durchfahrtssperren zu errichten“, berichtet die Stadträtin.

Die Freiwillige Feuerwehr besteht zurzeit aus 126 Einsatzkräften in Kernstadt, Klein-Welzheim und Froschhausen. Insgesamt mussten die drei Feuerwehren im vergangenen Jahr zu 293 Einsätzen ausrücken, darunter 48 Brandeinsätze, 17 Einsätze wegen Unwetterlagen, 47 Verkehrsunfälle, 40 Unterstützungseinsätze für den Rettungsdienst. Besonders zu erwähnen sind dabei mehrere Großbrände, darunter der Wohnhausbrand in Klein-Welzheim, der durch Blitzeinschlag ausgelöst wurde. Ihr besonderes Geschick mussten die Feuerwehrleute außerdem bei einem Unfall mit einem Gefahrguttransport auf der Autobahn unter Beweis stellen. Insgesamt hat sich die Zahl der Unfalleinsätze auf der Autobahn verdoppelt. Die meisten Einsätze erfolgten in der Zeit von 12 bis 18 Uhr. Die höchste Belastung ist montags und freitags zu verzeichnen mit zusammen 111 Einsätzen. Am wenigsten passierte sonntags (30 Einsätze). (mho)

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