Stadtwerke Seligenstadt

„Verbesserte Ablaufwerte“

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Kläranlage auf dem Stadtwerke-Gelände: Die Aufsichtsbehörden fordern verbesserte Ablaufwerte für den Parameter Phosphat.

Seligenstadt - Ein großes Maßnahmenpaket hatten die Stadtwerke Seligenstadt im vergangenen Jahr abzuarbeiten. Im Mittelpunkt stand die Fertigstellung des neuen Abwasserpumpwerks an der Steinheimer Straße, das 5,35 Millionen Euro kostete.

Im laufenden Jahr sind Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung Schwerpunkte.

  • „Unsere Stadtwerke ziehen ein positives Resümee für das abgelaufene Jahr“, sagt Bürgermeister Dr. Daniell Bastian. Zahlreiche Vorhaben, darunter das neue Abwasserpumpwerk an der Steinheimer Straße, das größte Projekt seit der Erweiterung und Optimierung der Kläranlage in den 1990er Jahren, sei abgeschlossen worden. Eine große Herausforderung war, dass die Maßnahme bei laufendem Betrieb erfolgen musste und dass das Pumpwerk in unmittelbarer Nähe der umliegenden Bebauung, ganz speziell das unter Denkmalschutz gestellte Badehaus, ausgeführt werden musste. Baubeginn war im April 2015, seinen Abschluss fand das Großprojekt im Juni 2017. Die Kosten liegen bei etwa 5,35 Millionen Euro.
  • Beendet wurden zudem die Kanalinnensanierungen, die sogenannten „Inlinersanierungen“. Betroffen waren im Schwerpunkt der Stadtteil Klein-Welzheim und der südliche Teil Seligenstadts. Die von den Stadtwerken festgelegten Maßnahmen beruhen auf Kanal-TV-Untersuchungen. Die Kosten lagen insgesamt bei 180 .000 Euro.
  • Im Sanierungsprogramm der Kläranlage stand als eine der ersten Prioritäten die Ertüchtigung der zwischenzeitlich etwa 40 Jahre alten Dämmung und Verkleidung an den Faultürmen I und II an. Teilweise gerissene Schweißnähte hatten außerdem zu einer Verformung des Daches geführt, das schließlich erneuert werden musste (Kosten: etwa 640.000 Euro). Bis auf wenige Restarbeiten wurden noch im November die sogenannten Zwischenspeicherbecken auf der Kläranlage „betonsaniert“. Letzte Maßnahme war ein neues Schutz- und Sicherheitsgeländer (ca. 160 laufende Meter), das mit etwa 300.000 Euro zu Buche schlägt. 
  • Begonnen haben die Stadtwerke im Herbst 2017 nach zweimaliger öffentlicher Ausschreibung mit Austausch von 320 laufenden Metern Mischwasserkanalisation samt Kontrollschächten in der Goethestraße (Stadtteil Klein-Welzheim). Im Zuge der Maßnahme entschied sich die Stadtwerke-Betriebsleitung dafür, auch die komplette Trinkwasserversorgung (etwa 500 Meter) auszutauschen (Kosten: insgesamt 820.000 Euro). Die Maßnahme ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Tiefbauamt der Stadt und den Stadtwerken. Im Anschluss sollen die Straßenbeleuchtung erneuert und die betroffenen Straßenabschnitte saniert werden. 
  • Mit der Wiederherstellung der Kernstadt-Pflasterflächen kam die Sanierung der kompletten Trinkwasserversorgung in der Kleinen Rathausgasse, in der Hospitalstraße und in der Mohrmühlgasse zum Abschluss. Grund war zum einen das Alter der Wasserleitungen (viele Rohrbrüche), außerdem hatten die zum großen Teil in den Vorkriegsjahren verlegten Wasserleitungen Mineralienablagerungen, die den Querschnitt der Wasserleitung verengt und die Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt hatten. Die Sanierung der Leitungen (Kosten: 400.000 Euro) erfolgte im kompletten Abschnitt in grabenloser Bauweise, bei der Druckrohre zum Einsatz kamen. „So wurden über 350 Meter Wasserleitungen saniert“, sagt der Bürgermeister.
  • Die Hauptstraße (K 185) zwischen Seligenstadt und Klein-Welzheim wird komplett mit barrierefreien Bushaltestellen sowie Rad- und Gehwegen grundhaft neu hergestellt. Im Vorgriff auf die Straßenbaumaßnahme wurden die alten Hauptverbindungsleitungen der Wasserversorgung auf 580 Metern ausgewechselt. Umgesetzt wurde die Maßnahme ebenfalls mit Hilfe einer Druckrohrverlegung in grabenloser Bauweise. Die finanziellen Mittel sind im Wirtschaftsplan mit 260.000 Euro eingestellt.
  • Noch im alten Jahr wurden erste Weichen für Sanierungsarbeiten im Bereich der Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung auf der Kläranlage gestellt. Vor allem gilt es Auflagen der Aufsichtsbehörden für die Kläranlage in den kommenden Monaten umzusetzen, in erster Linie um Phosphatelimination. Demnach werden für die Kläranlage Seligenstadt verbesserte Ablaufwerte für den Parameter Phosphat gefordert. Die Aufsichtsbehörde (Regierungspräsident Darmstadt) stellte der Stadt einen Änderungsbescheid mit der Festsetzung des Parameters auf 0,70 mg/l zu, der ab Januar 2019 einzuhalten ist.

Hinzu kommen weitere Aufgaben im Bereich der Kläranlage (Sanierung und Optimierung der zwei Nachklärbecken und der Vorklärung) sowie TV-Untersuchung (Kanalinnensanierungen) der Hauptkanäle im Stadtteil Froschhausen, Sanierung von Kanalisation und Wasserversorgung des Kapellenplatzes und Erschließung eines neuen Abschnittes im Gewerbegebiet „Südlich der Dudenhöfer Straße“. Sanierungsmaßnahmen (Wasserversorgung) stehen im Bereich der Schafgasse, Stadtmühlgasse, „Hinter den Mauern“ am Wehrturm und im Kreuzungsbereich Steiner- und Fontanestraße auf dem Plan. (mho)

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