Zahlreiche Gratulanten beim 40-Jährigen des Vereinsrings

Welzheim in Saft und Kraft

Prominente Gratulanten versammelten sich am Sonntag in Klein-Welzheim: Der Vereinsring des Seligenstädter Stadtteils feierte im Bürgerhaus mit rund 120 Gästen sein 40-jähriges Bestehen.
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Prominente Gratulanten versammelten sich am Sonntag in Klein-Welzheim: Der Vereinsring des Seligenstädter Stadtteils feierte im Bürgerhaus mit rund 120 Gästen sein 40-jähriges Bestehen.

Klein-Welzheim - Zwei runde Jahrestage plus ein Jubiläum - Gründe zum Feiern gab es am Sonntagnachmittag in Klein-Welzheim genug.

Rund 120 Gäste waren der Einladung des örtlichen Vereinsrings gefolgt und begingen mit dem Dachverband dessen 40-jähriges Bestehen, nachdem Vorstandssprecher Rainer Weinelt die Sieger des 30. Blumenwettbewerbs gewürdigt hatte. Das alles im Bürgerhaus, das vor 50 Jahren seiner Bestimmung übergeben worden war.

An prominenten Gratulanten herrschte bei der gut eineinhalbstündigen Feier kein Mangel, wird der Vereinsring mit seinen aktuell 15 angeschlossenen Verbänden doch nicht nur lokal als Kitt des gesellschaftlichen Lebens im Stadtteil, sondern auch stadtweit und überörtlich als Ansprechpartner und Netzwerk-Knoten wahrgenommen. Den Vereinen eine gemeinsame Stimme und eine Interessenvertretung zu geben, war nach Worten des Vorsitzenden Michael Rickert schon bei der Gründung vor dem Hintergrund der Gebietsreform 1977 ein Hauptanliegen. Ein Weiteres: Feste und Veranstaltungen in Absprache planen und so übers Jahr verteilen, dass unnötige Konkurrenz um Publikum vermieden wird - und nicht zuletzt die Vereine in der Lage sind, sich gegenseitig gezielt zu unterstützen.

Gegründet hatten den Vereinsring Klein-Welzheim am 8. Juni 1977 die Vertreter von neun Vereinen, Helmut Bastkowski vom Gesangvereins Liederkranz wurde erster Vorsitzender. Anfangs habe der Vorsitz in jährlichen Wechsel rotiert, erinnerte Michael Rickert. Mit ständig wachsenden Aufgaben habe sich dann ein Vorstandsteam formiert, das - wie bei einem Vereinsvorstand - regelmäßig gewählt wird. Aktuell bilden Andreas Kolleczek, Berthold Albert und Rainer Weinelt mit Rickert die Spitze.

Auch die Bewahrung lokaler Identität rechnet Landtagsvizepräsident Frank Lortz, Gratulant auch im Auftrag der Sparkasse, des Kreises Offenbach und selbst Ehrenvorsitzender des Vereinsrings in Froschhausen, zu den Gründungs-Impulsen. Die Zusammenlegung zuvor selbstständiger Gemeinden habe zudem den Koordinationsaufwand erhöht. Das Modell Vereinsring habe sich überall bewährt und sei weiter aktuell: Erst kürzlich hätten sich Vereinsdachverbände in Heusenstamm und Obertshausen formiert.

Nach Hessen passt das Konzept aus Lortz’ Sicht schon deshalb, weil dort der Anteil ehrenamtlich Tätiger am höchsten unter allen Bundesländern sei. Mit einem Appell an die junge Generation, im Vereinsleben Verantwortung zu übernehmen, verband Lortz Dank an verlässliche Veteranen wie Michael Rickert, der seit über drei Jahrzehnten mit am Ruder steht. Das Ergebnis sei augenfällig: „Welzheim steht in Saft und Kraft.“

Dabei sei Vereinsarbeit in den vergangenen vier Jahrzehnten nicht leichter geworden, betonte Bürgermeister Dr. Daniell Bastian, der ebenso wie Stadtverordnetenvorsteher Dr. Richard Georgi namens der Stadt gratulierte. Statt als Familie würden Vereine zunehmend als Dienstleister wahrgenommen und sähen sich mit steigenden Ansprüchen der Mitglieder konfrontiert.

Richard Biegel, Vorsitzender des Heimatbundes in Seligenstadt, skizzierte die Entwicklung des Vereinsrings mit den drei Schlagworten „Zusammenkunft, Zusammenhalt und Zusammenarbeit“. Dessen Wirken stehe auch für Konsequenz: „Wenn man den richtigen Weg erkannt hat, muss man ihn auch gehen.“ Gleichsam für die Basis sprach Michael Keller vom Gesangverein Liederkranz und verglich den Vereinsring mit einem gemeinsamen Haus, das den Vereinen Heimat und Rückhalt biete.

Für den musikalischen Rahmen hatten die Welzheimer Vereinsmanager ein Eigengewächs aus dem Ortsteil aufgeboten. Vincent Knüppe überzeugte am Flügel mit Werken von Johann Sebastian Bach und Frederic Chopin. Für seine Variationen über Bachs weltberühmte Toccata und Fuge in d-moll, die er vom Barock über Klassik, Romantik und Jazz quer durch die Musikgeschichte schickte und in einer wuchtigen Rock-Ballade enden ließ, wurde der junge Pianist und Organist regelrecht gefeiert.

Die Sieger des Blumenwettbewerbs lernen unsere Leser in einer der nächsten Ausgaben kennen. (zrk)

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