Hans-Memling-Schule

Verkehrsproblem nicht zu lösen

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Die ehemalige Hans-Memling-Schule

Seligenstadt - Nach einem Besuch der Erasmus-Schule in Offenbach haben die Seligenstädter Grünen ihre Meinung zum pädagogischen Konzept eines solchen Bildungshauses geändert.

Das Interesse an einer Nutzung der ehemaligen Hans-Memling-Schule in Seligenstadt hatte die Fraktion zunächst kritisch gesehen und als „Bildung für einige Privilegierte“ kritisiert. Nachdem eine Delegation der Bürgermeister-Koalition (SPD, FDP und FWS) im Vorfeld ihres Prüfungsantrags zur künftigen Nutzung der Hans-Memling-Schule (wir berichteten) dem Erasmus-Bildungshaus in Offenbach einen Besuch abgestattet hatte, haben sich nun auch die Seligenstädter Grünen ein Bild vor Ort gemacht. Nach Kritik der Fraktion am Konzept der Schule hatte Geschäftsführer Rolf Schmidt die Vertreter der Partei eingeladen, sich aus erster Hand zu informieren. Ein Angebot, das die Fraktion annahm.

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Beim Besuch der Grünen stand neben einer Besichtigung der Räumlichkeiten ein ausführliches pädagogisches Fachgespräch auf der Tagesordnung. Man war sich einig, dass sowohl die Grundsätze im Bildungsprogramm der Schule als auch die dreisprachige Ausrichtung der Krabbel- und Kitagruppen und die ganztägige Grundschule in der Idee einem grün-alternativen Projekt entsprechen. Jutta Ebeling als ehemalige Schuldezernentin in Frankfurt und später Birgit Simon als Bürgermeisterin in Offenbach stünden dafür mit ihren Namen. Die Bildungshäuser in Frankfurt und Offenbach waren 2006 und 2009 mit Unterstützung der Grünen-Dezernentinnen entstanden.

„Auch das aktuelle pädagogische Programm des Erasmus-Bildungshauses in Offenbach findet unsere volle Unterstützung“, konstatiert Dr. Detlev Debertshäuser nach dem Besuch der Einrichtung. „Daher freut es uns aus pädagogischer Sicht, dass die Bürgermeister-Koalition dieses mit vielen grünen Ideen versehene Konzept vorurteilsfrei zur Prüfung eingebracht hat“, ergänzt Adina Biemüller.

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Unabhängig von dieser positiven pädagogischen Bewertung bleibt für die Grünen die Frage bestehen, ob für Seligenstadt nicht zuletzt aus finanziellen und logistischen Gründen (Verkehr in der Altstadt) eine Realisierung des Projekts am Standort der Memling-Schule sinnvoll oder wünschenswert sein kann. Für die Grünen ist es jetzt Aufgabe des Magistrats, zügig belastbare Daten zum Vergleich der drei zu prüfenden Vorhaben vorzulegen, um so den Beschluss der Mehrheitskoalition zu erfüllen.

Für die Grünen gibt es laut Debertshäuser zur Zeit keine realistische Alternative zur Idee eines Kulturzentrums für alle Bürger. Nach Auffassung der Grünen haben die „Freunde der Hans-Memling-Schule“ dafür einen „durchdachten, finanzierbaren Stufenplan zur sofortigen Umsetzung“ vorgelegt und in Teilen bereits in Angriff genommen. „Dies findet unsere volle Unterstützung.“ (kd)

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