Auch Ordnungsamt inzwischen aktiv

Weiter Ärger nach Abzug der Transdev-Busflotte

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Ölflecken erinnern an die Transdev-Busflotte, die hier noch vor kurzem stationiert war.

Seligenstadt - Gar nicht traurig über das nur kurze Gastspiel der Transdev-Busflotte in Seligenstadt-Nord sind die Mieter der ehemaligen Firma Pälzer. Von Sabine Müller

Wie berichtet, hatte das private Busunternehmen seine neue Betriebsstelle im Niederfeld wegen Differenzen mit den Nachbarn bald wieder aufgelöst. Diese melden sich nun mit massiver Kritik zu Wort. Auch das Ordnungsamt wurde auf den Plan gerufen. „Seriöse Geschäftsleute halten sich an Vereinbarungen und setzen diese auch bei der Belegschaft durch“, sagen die Mitglieder der Familie Brehm. Sie betreibt seit sechs Jahren den Indoor-Spielplatz im hinteren Teil der Firmenhallen der ehemaligen Pälzer Druckguß und stellt die Entwicklung bis zum Auszug der Transdev nach nur drei Wochen etwas anders dar als Geschäftsführer Max Kaiser. Dieser hatte kritisiert, es habe nachvollziehbare Beschwerden gegeben, die abgestellt worden seien; dennoch habe der Spielplatzbetreiber letztlich den Busverkehr so behindert, dass Transdev die Flotte abziehen musste.

Nach Aussage von Familie Brehm wurde sie Mitte November darüber informiert, dass der Gebäudeeigentümer Firmengelände an Transdev vermietet hat, um 13 Solo- und Gelenkfahrzeuge abzustellen. Mündlich sei die Rundfahrt der Gelenkbusse über den Parkplatz des Spielplatzes vereinbart worden, jedoch nicht während der Öffnungszeiten der Freizeiteinrichtung. „Wir sind für die Sicherheit unseres Publikums verantwortlich“, erklärt Familie Brehm, „die ist nicht gegeben, wenn Busse tagsüber über unseren Parkplatz fahren.“ Man habe auch nichts gesagt, als die Kennzeichnung der Stellplätze bis aufs eigene Gelände ging. Diese Absprache sei jedoch – so wie auch eine spätere schriftliche Vereinbarung – mehrfach ignoriert worden. Die Fahrer hätten ihr Privatgelände auch außerhalb der Zeit zwischen 19.30 und 8.50 Uhr mit Bussen oder ihren Privat-Pkw zum Teil rasant passiert. Außerdem sei so eng geparkt worden, dass keine Rettungsgasse mehr frei blieb: „Damit verstoßen auch wir gegen Auflagen.“ Mehrfache Beschwerden hätten die Situation nicht verbessert, obwohl man Zugeständnisse gemacht habe.

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Ein weiteres großes Ärgernis habe sich für die Nachbarschaft daraus ergeben, dass für die Busfahrer – entgegen anderer Information – kein Sozialraum zur Verfügung gestanden habe. Um vier in der Früh seien die Motoren angemacht worden und oft auch in geparktem Zustand stundenlang gelaufen. Die Fahrer hätten sich in der Spielothek gegenüber aufgehalten, mangels Sanitäranlagen auch mal an die Hecke gepinkelt. Gerüstbauer Sascha Krause, Untermieter von Familie Brehm, hat vor seiner Lagerhalle im vorderen Pälzer-Flügel, wo ebenfalls Busse stationiert wurden, viel Unrat gefunden: Kaffeebecher, Zigarettenstummel, alte Lappen und Kanister sowie Öl, das am unbefestigten Straßenrand ins Erdreich sickerte. Er wandte sich deshalb an die Behörden.

Erste Stadträtin Claudia Bicherl bestätigt als zuständige Dezernentin gegenüber unserer Zeitung, dass das Ordnungsamt aufgrund von Beschwerden aktiv wurde. Die Transdev-Busse hätten in Zweierreihen entlang der Friedrich-Ebert-Straße geparkt und dabei die Bankette beschädigt, außerdem sei die Zufahrt des ansässigen Getränkehändlers behindert worden. „Wir haben deshalb ein Halteverbotsschild angebracht“, berichtet Bicherl. Für Familie Brehm aber sind die Probleme auch nach Auszug der Busflotte noch nicht bereinigt. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Das Busunternehmen habe trotz Aufforderung hinterlassene Ölflecken nicht entfernt. „Jetzt geht die Sache zum Anwalt.“

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