Nachspiel nach Merkel-Besuch

„Von Beleidigungen bis hin zu tätlichen Übergriffen“

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„Anti-Überwachungsstaat“-Demonstration

Seligenstadt - Ein Nachspiel hat möglicherweise der Auftritt der Jusos beim Wahlkampfauftakt der CDU mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch auf dem Seligenstädter Marktplatz. mho

Die lautstarke „Anti-Überwachungsstaat“-Demonstration, räumten der SPD-Nachwuchs gestern ein, habe bei CDU-Anhängern zu viel Unmut geführt. „Dies äußerte sich in einem weiten Spektrum von groben Beleidigungen bis hin zu tätlichen Übergriffen. Auch Verletzte gab es zu beklagen“.

Protest gegen NSA-Spähaffäre

Filippos Kourtoglou, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Hessen-Süd und Stadtverordneter in Dietzenbach: „Es ist interessant zu beobachten, was passiert, wenn die Menschen sich weigern, weiter zu schweigen. Wir haben uns am Mittwoch in Seligenstadt bewusst verweigert, weiter über den Überwachungsskandal zu schweigen.“

Die CDU habe offensichtlich auch unter Merkel nichts von ihrer obrigkeitsstaatlichen Haltung aufgegeben. Das hätten einige teilweise auch minderjährige Jusos zu spüren bekommen - durch Ohrfeigen und Schläge. Auch Kommentare wie „Volksverräter“ oder „Ihr gehört ins Lager“ seien gefallen. Omar El Manfalouty, Vorsitzender der Jusos im Kreis, betont: „Wir wollen keine Pseudo-Demokratie, die uns de facto zu Untertanen macht, die das Recht haben, alle vier Jahre ein Kreuz machen zu dürfen. Und wir wollen keine Weimarer Verhältnisse, bei denen uns die Polizei vor den Anhängern der Regierungspartei schützen muss.“

Angela Merkel in Seligenstadt

Angela Merkel in Seligenstadt

Jederzeit widersprechen zu können sei der Kern der Demokratie, nicht das Wahlritual. „Von einer Partei, deren Unterstützer junge Mädchen schlagen und beleidigen, uns allen Lagerhaft an den Hals wünschen, brauchen wir Jusos uns nicht über demokratische Umgangsformen belehren zu lassen. “

Kanzlerin Merkel macht Wahlkampf in Seligenstadt

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