Leitungen aus Vorkriegszeit

Umbau des Kreisverkehrs am Kapellenplatz alternativlos

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Schäden an der Fahrbahn, zu enger Kanal, alte Wasserleitungen: Ein Umbau am Kapellenplatz ist unabdingbar.

Seligenstadt - Nachdem einige Anwohner Bedenken gegen den Umbau des Kreisels am Kappellenplatz angemeldet haben, erläutert Bürgermeister Dr. Daniell Bastian, warum die Maßnahme erstens notwendig ist und zweitens keinen längeren Aufschub duldet. Für Ende September ist außerdem eine Anliegerversammlung geplant.

Mit einem Schreiben an mehrere Anwohner hat Bürgermeister Dr. Daniell Bastian (FDP) auf Kritik am geplanten Umbau des Kapellenplatz-Kreisels reagiert. Darin erläuter Bastian ausführlich, warum die Maßnahme notwendig ist und warum die Zeit drängt. Nachdem die Stadtverordneten die Entscheidung über den endgültigen Umbau des Knotenpunkts vor der Sommerpause aus Zeitgründen vertagt hatten, steht die Ausführungsplanung in der aktuellen Sitzungsrunde erneut auf der Tagesordnung.

In seinem Schreiben an Anwohner aus der Babenhäuser und der Frankfurter Straße bezeichnet Bastian den Knotenpunkt am Kapellenplatz als Hauptschlagader und einen der neuralgischsten Punkte im Verkehrsnetz der Stadt. Er könne deshalb die Bedenken zum Umbau gut nachvollziehen. Der Knotenpunkt war bis zum Beginn der Großbaustelle Einhardstraße/Würzburger Straße mit einer Ampel geregelt, an der es bekanntlich immer wieder zu beachtlichen Rückstaus kam. Der provisorische Kreisel wurde 2013 eingerichtet und habe sich während der Bauzeit als „leistungsfähig und positiv für den Verkehrsablauf erwiesen“. Deshalb wurde die Regelung auch nach Abschluss der Maßnahme beibehalten.

Allerdings sei der Knotenpunkt nicht für einen dauerhaften Kreisverkehr ausgelegt. So seien in den vergangenen fünf Jahren massive Schäden an der Fahrbahn entstanden. Deshalb könne eine Sanierung auch nicht bis zur Eröffnung des dritten Abschnittes der Umgehungsstraße warten. Eine Frage, die der Arzt Dr. Winfried Winter in einem Leserbrief aufgeworfen hatte. „Ein strenger Winter mit häufigem Frost-Tau-Wechsel kann jederzeit wegen akuter Unfallgefahr zu einer Sperrung des Kreisels mit gravierenden Folgen führen“, gibt der Bürgermeister zu bedenken.

Zudem weisen nach Bastians Angaben auch die Versorgungsleitungen am Kapellenplatz Defizite auf. Direkt vor der Hausfront Frankfurter Straße 33-37 befinde sich ein Sammelkanal mit einem äußerst geringen Durchmesser. Dieser Kanal sei nicht nur schadhaft, sondern auch aus hydraulischen Gründen viel zu gering bemessen. In der Vergangenheit seien mehrfach Verstopfungen an dieser Stelle aufgetreten. Die Stadtwerke planen deshalb vor dem Ausbau des neuen Kreisverkehrsplatzes die Neuverlegung einer leistungsfähigen Kanalisation gemäß den heutigen Regelwerken.

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Als weiteren wichtigen Sanierungsbaustein zählt der Bürgermeister den Austausch der kompletten Trinkwasserversorgung auf. Die Gusswasserleitungen stammen noch aus den Vorkriegsjahren des vergangenen Jahrhunderts. Aufgrund von Ablagerungen und der Anfälligkeit für Rohrbrüche sind diese Leitungen für die Stadtwerke eine tickende Zeitbombe. „Wenn ein solcher Rohrbruch unvorhergesehen im Knotenpunkt eintritt, ist ein unvorstellbares Verkehrschaos programmiert“, warnt Bastian.

Auch auf das Thema Parkplätze und Änderungen beim Busverkehr geht der Bürgermeister im Schreiben an die Anwohner noch einmal ausführlich ein. Angesichts der genannten Punkte handele es sich „um eine notwendige und unaufschiebbare Infrastrukturmaßnahme“, die wie jede Baustelle zu Beeinträchtigungen im Hinblick auf Lärm und Verkehr führe. Bastian betont, die Stadt sei bemüht, den Ablaufplan so zu optimieren, dass die Zeiträume für die Baumaßnahmen und die notwendigen Verkehrssperrungen so kurz wie möglich gehalten werden.

Bei einem Informationsgespräch am Mittwoch, 26. September, um 19 Uhr im Riesensaal erläutert die Stadt den Anliegern die Baumaßnahme anhand der Pläne und steht für Rückfragen zur Verfügung. Der komplette Umbau des Kreisels wird etwa 1,15 Millionen Euro kosten, 15 Monate dauern und nach derzeitigem Stand frühestens im Sommer 2019 beginnen. (kd)

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